Gartenteich anlegen – Welche Möglichkeiten gibt es?

Gartenteich anlegen – Welche Möglichkeiten gibt es?
Gartenteich anlegen – Welche Möglichkeiten gibt es?
Ein Gartenteich ist nicht nur ein schönes Dekorationselement in unserem Garten. Bei den Folgen des Klimawandels bietet er auch Schutz für Tierarten, wie den Grasfrosch, die unter den langen Hitze- und Trockenheitsperioden leiden. So wie wir gezielt Blumen pflanzen können, die die Bienenpopulation unterstützen, können wir also auch mit dem kühlen Nass etwas für den Naturschutz tun. Wer sich einen Teich bauen möchte, hat dafür vier mögliche Varianten. Hier gibt es die wichtigsten Informationen zu den Grundbauarten von Gartenteichen.

GFK-Teiche – Moderne Form des Teichbaus

Wer genügend Platz hat, um einen Gartenteich bauen zu können, hat dafür verschiedene Herangehensweisen. Die modernste Variante ist der GFK-Teich:

Er arbeitet mit einem glasfaserverstärkten Kunststoff (GFK). Dieser setzt sich zusammen aus Glasfasergelege bzw. -matten, die mit einem Kunststoff (Polyester-, Epoxidharz oder Polyamid) getränkt sind. Die Matten / das Gelege werden bei dem Teichbau manuell ausgelegt und mit dem flüssigen Harz laminiert. Nach und nach werden mehrere dieser Lagen geschichtet und mit einer farbigen Deckschicht abgeschlossen.

Für den Bau des Teiches braucht es etwas handwerkliches Vorwissen:

  1. Nach dem Ausheben der Teichgrube muss diese zuerst mit einem passenden Untergrund ausgekleidet werden. Dieser besteht aus Beton, Mauerwerk, Putz oder Holz.
  2. Ist dieser gebaut, wird eine Epoxidharzschicht als Grundierung aufgetragen, über die zwei bis drei Schichten der flexiblen GFK-Lagen laminiert werden.
  3. Es folgt eine farbige Deckschicht mit Epoxidharz oder PU-Decklack als Abschluss.

Somit sind die Möglichkeiten der farbigen Gestaltung bei einer Teichbeschichtung mit GfK sehr weitreichend im Vergleich zum typischen schwarz, grau oder grün der anderen Teichvarianten.

Welche Teicharten gibt es sonst noch?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Teich zu bauen. An diesen hat sich die GFK-Methode inspirieren lassen, um bessere Lösungen für deren Nachteile zu finden.

Teiche aus Beton – So fing der Teichbau an

Wie viele Brunnen wurden auch Teiche früher aus Beton gegossen. Das Problem dabei ist, dass das Material, wenn es ungeschützt Wasser und Frost ausgesetzt ist, mit der Zeit porös wird und Risse entstehen. In diesen können sich Algen, Pilze und Keime festsetzen und verbreiten.

Mit der Zeit wachsen die Risse zu Spalten. Spätestens dann muss der Teich geleert und die Wände gereinigt und abgedichtet werden. Damit das nicht passiert, muss der Beton behandelt und der Teich mit einer zusätzlichen Schale verkleidet werden.

Fertigteiche aus Kunststoff

Fertigteiche sind Wannen aus Kunststoff, die man in die ausgehobene Teichgrube legt und mit dem Wasser füllt. Diese Hartschalen gibt es in verschiedenen Formen, Größen und Gestaltungen. Das Problem ist, dass ihre steilen, glatten Wände oft keinen Halt für Erde und Pflanzen geben. Zudem ist man hier in der Gestaltung und Größe sehr eingeschränkt.

Viele dieser Fertigteiche sind zum Beispiel nicht tief genug, um Fischen eine Überwinterungszone zu bieten. Die Wannen kommen zudem in Schwarz, Dunkelgrau oder -grün, was nicht natürlich wirkt und sich im Sommer schnell aufheizt.

Folienteiche

Eine der beliebtesten Teichbauvarianten ist das Verlegen von Teichfolie. Die ausgehobene Grube wird mit einer oder mehreren, miteinander verschweißten Kunststofffolien ausgekleidet. Damit können große und tiefe Teiche entstehen, die man ganz individuell formt. Dafür muss der Untergrund erst geglättet und gesäubert und dann mit einem Teichvlies und Wurzelsperren bedeckt werden, die Wurzeln daran hindern, die Teichfolie zu beschädigen.

Bei einem Teich mit Folie muss diese ein Stück über den Uferrand hinausragen, um eine Kapillarsperre zu bilden, die verhindert, dass das Wasser Kontakt mit der Erde hat und so in den Garten sickert. Dadurch fällt die Folie schnell auf.

Die Folien sind meist dick, können aber dennoch beschädigt werden. Dann muss man sie austauschen oder mit Flüssigfolie kitten. Ein anderes Problem ist der Faltenwurf, der auch bei geschicktem Verlegen oft entsteht. In diesen Falten können sich Verunreinigungen sammeln. Auch die Teichfolie ist dunkel und heizt sich schnell auf.

Vorteile Nachteile
Betonteich ●       Individuelle Anpassung möglich

●       Hohe Stabilität, robust

●       Anfällig für Risse, Keime, Algen & Pilze

●       Muss verschalt und behandelt werden, um lange zu halten

●       Zeit- und Materialaufwand

●       Kosten

Fertigteich ●       Schnell

●       Einfacher Bau

●       Ideal für kleine Teiche

●       Beschränkte Größen & Formen

●       Nicht für tiefe & große Teiche

●       Steile Hänge

●       Keine Anpassung möglich

●       Unnatürliche dunkle Farbe

Folienteich ●       Individuelle Anpassung möglich

●       Freie Gestaltung

●       Tiefe und große Teiche möglich

●       Kostengünstig

●       Falten lassen sich nicht vermeiden, sammelt Verschmutzung

●       Leicht zu beschädigen

●       Sichtbar am Uferrand

●       Menge muss gründlich berechnet werden

●       Unnatürliche dunkle Farbe

●       Zeitaufwendig

GFK-Teich ●       Witterungs-, Schaden- & UV-resistent

●       Individuell erweiterbar

●       Große Farbauswahl

●       Robust & langlebig

●       Freie Gestaltung

●       Handwerkliches Vorwissen nötig

●       Aufwendiger Bau

●       Zunächst höhere Kosten

●       Zeit- und Materialaufwand

Fazit

Betonteiche wurden schon lange als ungeeignet aussortiert und durch Folien- und Beckenteiche ersetzt. Bei diesen müssen wir uns zwischen freier Größen- und Gestaltungswahl oder einem robusten Material mit simplem Aufbau entscheiden.

Durch den GFK-Teich erhalten wir ein witterungs- und UV-beständiges Material, das wir beliebig formen und farbig gestalten können. So entstehen langlebige, schadensresistente Teiche ganz nach unserer Vorstellung. Notwendig ist dafür etwas Fachwissen oder entsprechende Anleitung bei dem Bau des Teichbodens und dem Legen der GFK-Laminatschichten.

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