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Heizung entlüften – Anleitung zum selbermachen

Heizung entlüften – Anleitung zum selbermachen

Eine Heizung mag im Sommer nicht wichtig sein, aber im Winter spielt sie eine wichtige Rolle. Denn ohne Heizung frieren wir und das Kuscheln in den eigenen vier Wänden wird nur schwer möglich. Damit wir lange Spaß an einer Heizung haben, ist es wichtig, dass die Heizung auch funktioniert.

Denn wenn der Heizkörper nur noch wenig Wärme abgibt oder merkwürdige Geräusche von sich gibt, dann ist es offensichtlich, dass etwas nicht stimmt. Und besser ist es natürlich so früh wie möglich nachzuschauen, statt dieses Problem im Winter zu haben, wenn eine funktionsfähige Heizung wirklich notwendig ist.

Wenn eine Heizung nicht mehr wie gewohnt funktioniert, dann wird es wohl daran liegen, dass die Heizung entlüftet werden muss. Erst dann wird sie wieder wie gewohnt richtig Wärme abgeben. Die Heizung richtig zu entlüften dauert nicht lange und erfordert auch kein handwerkliches Geschickt. In diesem Beitrag zeigen wir wie man die Entlüftung richtig vornimmt, um wieder eine funktionsfähige Heizung zu bekommen.

Wann die Heizung entlüftet werden muss

Auch wenn man seine Heizung von einem Fachmann überprüfen lässt, wird man feststellen, dass ein oder mehrere Heizungen im Haus nicht genug Warme abgeben. Das ist auch nicht weiter schlimm und kann recht einfach behoben werden. Wenn eine Heizung entlüftet werden muss, dann merkt man das in den charakteristischen Geräuschen.

Diese lassen in der Regel darauf schließen, dass etwas im Heizkörper nicht richtig funktioniert. Ein leichtes Rauschen oder Gluckern wird nach der Zeit immer wahrnehmbarer und kann insbesondere in der Nacht nerven. Luft in der Heizung führt dazu, dass nicht genug Wärme abgegeben werden kann. Dies führt wiederum zu höheren Heizkosten. Das Geld kann man sich sparen, wenn man lernt die Heizung richtig zu entlüften.

Warum Luft in die Heizung gelangt

Es mag auf den ersten Blick unwahrscheinlich sein, dass Luft in einen Heizkörper gelangt, denn die Heizung stellt ein geschlossenes oder hermetisch abgedichtetes Gerät dar. Dies mag der Eindruck sein, aber die Realität ist, dass auch die Heizung altert und auf diese Weise Gase und Luft reinlässt. Genauso verhält es sich mit dem Wasser. Es wird in geringen Mengen in den Heizkörper reingespült und kann zu Rost führen. Die Absetzung an den Innenwänden der Rohre führt zu Überdruck.

Was beim Umzug in einen Altbau zu beachten ist

Wenn ein älteres Haus oder eine Wohnung für einen längeren Zeitraum nicht bewohnt war, dann ist es dringend erforderlich die Heizungen zu entlüften. Man kann nicht davon ausgehen, dass es der vorherige Mieter oder Vermieter gemacht hat. Daher sollte man proaktiv handeln und sicherstellen, dass die Heizungen auch wirklich entlüftet sind. Auf diese Weise kann man viel Geld bei den Heizkosten sparen.

Wenn man in eine neue Wohnung umzieht, die Altbau ist, dann wird man bei einer nicht entlüfteten Heizung ein charakteristisches Klopfen in den Rohren wahrnehmen. Dies nimmt man insbesondere wahr, wenn die Heizung für einige Jahre oder Monate nicht in Betrieb genommen worden ist. Der zeitliche Umfang der notwendigen Tätigkeiten ist natürlich höher, aber die Arbeit ist selbst für unerfahrene Heimwerker recht einfach und schnell zu erledigen. Bei sehr lange unbenutzten Heizanlagen gibt es aber einige Besonderheiten, auf die wir auch noch eingehen werden.

Warum man die Heizung entlüften muss

Die Heizung muss regelmäßig entlüftet werden. Entweder macht dies der Mieter oder der Vermieter. Gerade wenn man in eine neue Wohnung umzieht, sollte man die Heizungsanlagen ganz genau überprüfen. Denn wenn die Heizung nicht richtig funktioniert, wird das Wasser nicht richtig innerhalb der Rohre abgegeben. Weiterhin muss man damit rechnen, dass die Heizkörper nicht richtig wärmen und vielmehr kalt bleiben.

Dies ist natürlich gerade im Winter sehr zu vermeiden. Unangenehme Geräusche stellen weitere Symptome dar, und sind besonders während des Schlafens sehr störend. Was ebenso folgt ist die Ablagerung von Schlamm im Kessel und in den Räumlichkeiten. Und wenn das Wasser nicht richtig zirkuliert wird, kann der Heizkessel schnell abgenutzt oder defekt werden. Und schließlich muss man mit erhöhten Heizkosten rechnen, weil die Heizung nicht richtig entlüftet ist oder zusätzliche Wartungen und Reparaturen anfallen.

Vorbereitung zum Entlüften

Wenn man alles richtigmacht, wird man für diese Arbeit lediglich ein paar Minuten brauchen, auch wenn man diesen Vorgang wiederholen muss. Die Annahme ist natürlich, dass der Heizkörper frei zugänglich ist. Ersatzteile und spezielle Werkzeuge sind nicht wirklich notwendig. Dies spart natürlich viel Zeit und man muss nicht in den nächsten Baumarkt fahren. Die Ausrüstung beschränkt sich daher nur auf folgende Hilfsmittel, die in der Regel in jedem Haushalt verfügbar sein sollten.

Man braucht also einen Heizkörperschlüssel, der innen vierkant ist. Den Schlüssel bekommt man in jedem Baumarkt. Weiterhin braucht man einen Schraubendreher. Denn an einigen Ventilen befindet sich statt eines Sechskantkopfes nur ein Schlitz, mit dem man lockern oder festziehen kann. Ein Auffangebehälter für Wasser sollte für die Durchführung der Entlüftung selbstverständlich sein. Das gleiche gilt für einen Baumwolllappen, mit dem man nachwischen kann.

Wenn man keinen Heizkörperschlüssel besitzt, kann man auch einen „Knochen“ verwenden. Es handelt sich nicht um einen Fleischknochen, sondern um ein Werkzeug, welches benutzt wird um Monatetätigkeiten an einem Fahrrad beispielsweise zu verrichten. Auf einen Maulschlüssel, der oftmals billiger ist, sollte man verzichten. Denn dieser führt dazu, dass die Kanten der Entlüftungsschrauben zu leicht abgedreht werden.

Die letzten Schritte vor dem Entlüften

Bevor man mit dem Entlüften startet, sollte man beachten, dass die Heizung mit großer Wahrscheinlichkeit unter Überdruck steht. Es könnte somit passieren, dass heiße Luft oder Wasser austreten. Wir empfehlen daher unbedingt die Nutzung von festem Schuhwerk und Schutzhandschuhen.

Kurze Hosen sollte man während dieser Prozedur nicht tragen. Grundsätzlich sollte man also Kleidung tragen, die die Arbeit angenehm macht und gleichzeitig den Körper schützt. Bevor man also die Wartungsarbeiten beginnt, muss man die Umwälzpumpe im Keller ausschalten.

Diese befindet sich in der Regel direkt am Heizungskessel oder in der Nähe. Wenn mehrere Mieter im Haus wohnen, muss man dem Hausmeister Bescheid geben, bevor man weiterverfährt. Wenn die Anlage ausgeschaltet ist und kein Strom mehr fließt, so sollte man noch bis zu einer Stunde warten, bis man mit dem Entlüften beginnt.

Mit dem Entlüften beginnen

Nun geht es also los. Man beginnt mit dem höchstgelegenen Heizkörper, nachdem man das Thermostatventil aufgedreht hat. Waagerecht befindet sich an der Seite des Heizkörpers eine Verschraubung, die man nun vorsichtig aufdreht.

Es sollte in diesem Fall normal sein, wenn man nacheiner halben Umdrehung ein Austritt von Wasser oder Luft oder Beidem bemerkbar wird. Auch ein leichtes Zischen kann vorkommen. Man kann aber unbesorgt sein, da diese Geräusche während dieser Prozedur absolut normal sind. Jetzt muss man einfach nur noch warten bis das Wasser aus der Heizung blasenfrei rausfließt. Anschließend kann man die Verschraubung wieder fest anziehen.

Es sollte natürlich nicht die Regel sein, aber es kann vorkommen, dass folgende Probleme auftreten:

  • Wenn die Schraube mehrfach lackiert ist, dann muss man die alten Lackreste mit einem Spachtel oder Messer vorsichtig entfernen. Erst dann findet der Schlüssel einen sicheren Sitz und die Schraube kann aufgedreht werden.
  • Wenn man die Entlüftungsschraube nicht lösen kann, so ist dies auf die runden Kanten am Schraubenkopf zurückzuführen. In diesem Fall nutzt man eine stabile Rohrzange, weil sie eine größere Hebelwirkung besitzt.

Wenn diese Versuche nicht erfolgreich sind, muss man einen Fachmann rufen. Auf keinen Fall sollte man sich zwingen mit Gewalt die Schraube zu öffnen. Ansonsten ist das Risiko groß, dass die Verschraubung beschädigt wird, womit kein Wasser mehr austreten kann.

Weitere Vorgehensweise beim Entlüften

Die weitere Vorgehensweise sieht vor, dass das Thermostatventil wieder in seine ursprüngliche Position gebracht wird. Nun geht es weiter mit den nächsten Heizkörpern auf gleicher Höhe. Dabei geht man nun genauso vor, wie wir es oben beschrieben haben.

Schritt für Schritt arbeitet man sich immer tiefer Richtung Keller hervor. Das Ganze hat den Zweck, dass mit dem Verschließen der letzten Entlüftungsschraube die gleichen Druckverhältnisse im gesamten Heizsystem hergestellt werden. Wenn man alles richtiggemacht hat, wird es keine Lufteinschlüsse mehr geben, und die Luft vollständig aus dem Heizsystem entfernt sein.

Kontrolle und Überwachung

Wenn die Arbeiten erledigt sind, ist man noch nicht am Ende. Es muss eine Kontrolle vorgenommen werden. Zunächst wird die Umwälzpumpe wieder in Betrieb gehen. Der Druck und die Wassertemperatur werden wiederhergestellt. Ob die vorherigen Werte wieder erreicht werden, das kann man am Thermometer oder Druckbarometer verfolgen.

Anschließend sollte man nochmal eine Generalinspektion in sämtlichen Räumen durchführen. Verdächtige Geräusche oder Auffälligkeiten sollten sofort bemerkbar sein. An den Verschraubungen sollte man schauen, ob keine verdächtigen Geräusche entstehen oder Wasser austritt. Manchmal kann man bei der Inspektion merken, dass einige Probleme auftreten:

  • Druck geht nach unten: Dies geschieht, wenn viel Wasser beim Entlüften ausgetreten ist. Der Wasserstand muss anschließend direkt an der Heizung adjustiert werden.
  • Heizkörper wird immer noch nicht richtig warm: Eine häufige Fehlerquelle ist ein verkalktes Thermostatventil. Dieses muss man auswechseln. Im Baumarkt findet man ein neues Thermostatventil.
  • Das Thermostatventil klemmt: Wenn das Ventil kennt, dann muss man den Einstellknopf am Regler abschrauben und die Überwurfmutter abmachen. Dies kann man mit einer Rohrzange machen. Die gelöste Ventilspindel kann nun mühelos eingerückt werden, um automatisch in die ursprüngliche Stellung zurückzukehren. Wenn sie dies nicht tut, dann ist es an der Zeit das geschädigte Ventil gegen ein neues auszutauschen. Auch hier empfiehlt sich der Gang in einen Baumarkt. Das alte Ventil kann man mitnehmen, um auch sicherzugehen, dass man ein richtig neues bekommt.

Wenn man eines der Verschleißteile wechseln muss, dann nimmt man auch hier das alte Teil mit, um es beim Kauf vorzuzeigen. Auf diese Weise kann man sich richtig beraten und sicherstellen, dass man auch das richtige Teil kauft. Da es verschiedene Ausführungen gibt, sollte man sich im Baumarkt richtig informieren lassen. Denn ein Fehlkauf kann viel Zeit und Geld kosten.

Kann man die Zeit zum Entlüften sparen?

Sicherlich ist es interessant zu wissen, ob man beim Entlüften Zeit sparen kann. Derartige Tätigkeiten nehmen Zeit in Anspruch und wenn man kein Heimwerker ist oder keine Erfahrung besitzt, dann ist es selbstverständlich, dass man seine Zeit für andere Dinge im Leben widmet statt eine Heizung zu entlüften.

Da die Heizung ein in sich geschlossenes System darstellt, kann mit einer automatischen Entlüftung nur bewirkt werden, dass die Wirkung bekämpft wird, aber nicht die Ursache. Zwar machen die automatischen Ventile dies einfacher, aber bei häufig auftretenden Druckproblemen empfehlen wir einen Fachmann aufzusuchen. Auch der Vermieter sollte kontaktiert werden.

Automaten findet man im Handel ab 10 Euro. Sie haben den Vorteil, dass sie einfach auszutauschen sind, und mit ihren integrierten Quellschreiben den Austritt von Heizungswasser verhindern. Weitere Vorteile liegen in der Einsparung von Wärmeenergie durch permanentes Entlüften. Und schließlich spart man jede Menge Zeit ein, weil man keine manuellen Arbeiten mehr verrichten muss. Störende Geräusche aus der Heizung gehören somit der Vergangenheit an.

Muss man als Mieter die Heizung selber entlüften?

Als Mieter darf man die Heizung entlüften. Bevor man das macht, sollte man seinen Hausmeister informieren. Immerhin kann es passieren, dass aufgrund der Entlüftung Wasser nachgefüllt werden muss. Dies liegt dann allerdings nicht mehr in der Verantwortlichkeit des Mieters. Sofern im Mietvertrag eine Klausel enthalten ist, ist der Mieter für den Wechsel der Thermostate oder der Implementierung von einem automatischen Entlüftungsventil verantwortlich.

Wir glauben, dass jeder Mensch in der Lage ist seine Heizung selber zu entlüften. Insbesondere, wenn man einen Schlüssel eigenständig bewegen kann, sollte es keine Ausrede geben. Wenn man aber Angst hat das man einen Schaden anrichtet, dann sollte man einen Fachmann mit dieser Aufgabe beauftragen. Möglicherweise hilft auch ein Nachbar oder Kollege.

Tipps & Tricks

Manchmal sitzen die Entlüftungsschrauben am Heizkörper fest. Sie sind sehr schwer zu lösen, weil sie für einen längeren Zeitraum nicht bewegt worden sind. Wenn dies der Fall ist, sollte man unbedingt keine Gewalt anwenden. Denn es kann durchaus passieren, dass die Gewinde überlastet werden und hinterher überhaupt nicht mehr festgedreht werden können. Was dann nämlich folgt ist, dass das Wasser aus der Heizung rausläuft und der Heizkörper repariert werden muss, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

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