Küchenreste wiederbeleben und Regrowing Gemüse züchten

Die Abfälle von Karotten, Zwiebeln und Kohl gehören nicht unbedingt in den Müll, denn sie lassen sich zu neuem Leben erwecken. Was früher ganz normal war, ist heute beinahe in Vergessenheit geraten. Seitdem der Fokus auf mehr Nachhaltigkeit liegt, ist Regrowing Gemüse im Trend. Das Züchten aus Resten erweist sich als einfach und ist zudem überaus kostengünstig. Nach ein paar Wochen erfolgt schon die Ernte.

Regrowing Gemüse ist nachhaltig

Die Nachhaltigkeit von Regrowing Gemüse liegt auf der Hand. Viele Gemüseabfälle müssen damit nicht einfach weggeworfen werden. Das Prinzip des Gemüse-Recyclings vermeidet Müll, schont das Klima und bringt Freude am Gärtnern. Mit etwas Übung gelingt die Anzucht immer besser. Die aus den Resten wachsenden Pflanzen gedeihen auf der Fensterbank und auf dem Balkon, deshalb können auch Personen ohne Grundstück in den Genuss kommen. Das neu austreibende Grün dekoriert zudem die Küche oder Balkonien. Allerdings wächst aus den Abfällen nicht so viel wie beim klassischen Anbau, dennoch ist Regrowing Gemüse eine tolle Ergänzung zur Ernährung. Für Leute, die den Zero-Waste-Gedanken verfolgen, ist der Trend ein Muss.

Diese Abfälle eignen sich

Im Prinzip lassen sich für die Nachzucht von jeder Gemüsesorte bestimmte Pflanzenteile verwenden. Einige Abfälle eignen sich allerdings besser. Vor allem Neulinge sollten sich an die weniger pflegeintensiven Pflänzchen wagen. Passend für den Einstieg ist das Regrowing aus Frühlingszwiebeln und aus Roter Bete optimal. Dazu einfach den abgeschnittenen Strunk in eine flache Schale mit Wasser legen. Das erste Grün aus den Abfällen zeigt sich bereits nach kurzer Zeit. Um Fäulnis vorzubeugen, ist alle zwei bis drei Tage ein Austausch des Wassers dringend zu empfehlen. Sobald es von der Fensterbank unangenehm riecht, haben sich die Bakterien bereits ausgebreitet. Treibt es aus dem Gemüserest aus, kann die Pflanze in Anzuchterde gesteckt und nach wenigen Wochen geerntet werden.

Es bildet sich zwar nur in seltenen Fällen aus dem eingepflanzten Abschnitt eine komplett intakte Zwiebel bzw. Knolle aus, Vitamine und andere Vitalstoffe sind trotzdem drin. Auch Abfälle von Karotten, Meerrettich, Knollensellerie, Romana-Salat, Chinakohl und Topinambur lassen sich als Regrowing Gemüse wiederverwerten. Dazu müssen die Reste nach dem Austreiben nicht zwingend eingepflanzt werden. Die sprießenden Blätter stellen eine schmackhafte und gesunde Zutat für einen Salat dar. Mit der Regrowing-Methode lassen sich Pilze ebenfalls nachzüchten. Auf der Webseite von Aldi Süd gibt es, unter anderem, eine Anleitung zum Regrowing aus Speisepilzen. Die Möglichkeiten scheinen endlos und machen Lust aufs Experimentieren. Mit steigenden Erfahrungswerten wird die Ernte üppiger.

Billiger als das Gemüse aus dem Supermarkt

Neben der Nachhaltigkeit und der Freude beim Ernten hat Regrowing Gemüse einen weiteren entscheidenden Vorteil: Es ist billig. Die Abfälle, welche normalerweise im Müll landen würden, dienen zur Versorgung und lassen den nächsten Einkauf etwas günstiger ausfallen. Im Strunk ist die volle DNA der Pflanze enthalten. Auch wenn die Nachzucht hinsichtlich der Größe keine ebenbürtige Alternative darstellt, so liefert sie frisches und schmackhaftes Gemüse.

Zudem lässt sich Regrowing praktisch mit allen möglichen Resten praktizieren. Von Salat über Möhren, Fenchel, Zwiebeln und Knoblauch bis hin zu Kartoffeln wächst alles nach. Das Regrowing von Süßkartoffeln und Ingwer stellt eine kleine Herausforderung dar und sollte nicht als Einstiegsprojekt gewählt werden. Fortgeschrittene Regrower dürfen es gern wagen. Es muss sich also keinesfalls eingeschränkt werden, denn die Abfälle vom Lieblingsgemüse können ebenso auf der Fensterbank sprießen. Hier empfiehlt sich besonders ein Fenster mit östlicher oder mit westlicher Ausrichtung. Vom Süden her dringt die Hitze der Sonne ein und verbrennt die zarten Blätter und Triebe. Ein nördliches Fenster bietet hingegen zu wenig Licht.

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