Nutzpflanzen im eigenen Garten anlegen: Tipps für den Einstieg

Nachhaltigkeit und weniger Umweltbelastung liegen im Trend. Eine Möglichkeit, den eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren, ist dabei der Anbau der eigenen Nahrung. Ganz so schwierig, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es in der Praxis tatsächlich auch gar nicht. Die ideale Planung ist jedoch von hoher Wichtigkeit, damit sich die Ernte am Ende lohnt und die Saison erfolgreich verläuft. Die Ansprüche des Bodens, die Möglichkeiten der effizienten Platzgestaltung und die Art der angebauten Nutzpflanzen spielen dabei eine große Rolle.

Erster Schritt: Planung für die neue Anbausaison

Im Winter ist die perfekte Zeit, um zu planen, was im eigenen Gemüsegarten angebaut werden soll. Für Neueinsteiger lohnt es sich, zuvor einige Informationen zu sammeln. Sehr hilfreich zeigt sich hier das kostenlose E-Book „Nutzpflanzen und Trends für Garten und Balkon“, denn hier werden alle wichtigen Schritte erklärt und relevanten Fragen beantwortet. Bei der Planung sind also folgende Punkte wichtig:

  • Was soll angebaut werden?
  • Welche Fläche ist vorhanden?
  • Wie sind die Lichtverhältnisse im Garten?
  • Welche Erfahrungen sind eventuell bereits vorhanden?

Im ersten Schritt geht es darum, festzulegen, wie groß die Gemüsebeete sein werden. Daran lässt sich dann ermitteln, welches Saatgut benötigt wird und welche Menge. Am einfachsten funktioniert diese Planung am Schreibtisch mithilfe von Zettel und Stift und einem selbst gezeichneten Grundriss.

Tipp: Nicht nur die Größe, sondern auch die Begehbarkeit ist wichtig. Ein angelegtes Gemüsebeet muss bewässert und gepflegt werden, sodass der Zugang nicht nur in den äußeren Reihen, sondern auch in der Beetmitte möglich sein muss.

Quelle Bild: ©klingel.de
Quelle Bild: ©klingel.de

Zweiter Schritt: Die Pflanzeneinteilung planen

Wenn der Grundriss nebst Beetgrößen erstellt wurde, geht es nun um den Inhalt der Gemüsebeete. Umfragen haben ergeben, dass drei von vier Deutschen nachhaltig leben möchten, daher sind besonders regionale Pflanzen zur Ernährung sehr beliebt.

Zwei Beetarten müssen unterschieden werden:

  • Beete mit kurzer Wachstumszeit
  • Beete mit langer Wachstumszeit

Die Hauptkulturen gehören dabei zu den Pflanzen mit langer Wachstumszeit. Hierunter fallen unter anderem Kartoffeln, die im Eigenanbau sehr beliebt sind. Der zweite Beetbereich ist für die Vor- und Nachkulturen geeignet, hier werden jene Pflanzen gesetzt, die nur eine kurze Wachstumsphase haben.

Es ist außerdem darauf zu achten, dass sich die einzelnen Pflanzen miteinander vertragen und der Boden nicht überstrapaziert wird. Zwei sehr bedürftige Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf können den Boden stark belasten, sodass immer die passenden Setzlinge für ein Beet aufeinander abgestimmt werden müssen.

Der Fruchtwechsel beim Gemüseanbau

Jedes Jahr ist es erforderlich, einen Fruchtwechsel durchzuführen, um Schädlinge und Krankheiten zu vermeiden. Die einzige Ausnahme stellen mehrjährige Pflanzen wie Rhabarber, Erdbeeren oder Spargel dar. Experten raten davon ab, mehrere Jahre in Folge die gleichen Pflanzen im gleichen Beet anzubauen. Der Boden würde durch einen solch fehlenden Fruchtwechsel zu stark beansprucht, außerdem droht die Gefahr, dass sich artenspezifische Schädlinge einnisten.

Einmal pro Jahr erfolgt daher eine Rotation mit Ausnahme der mehrjährigen Pflanzen. Dabei müssen wieder die Lichtverhältnisse, aber auch die Platz- und Bodenverhältnisse beachtet werden.

Mono- vs. Dualanbau – Mischkulturen sind wichtig.

Ein gut sortierter Gemüsegarten fokussiert sich pro Beet auf eine bestimmte Gemüsesorte. Das wahre Gärtnerherz blutet hier jedoch, denn Mischkulturen haben eine Menge Vorteile für die Pflanzen und den Boden. Die vorhandenen Nährstoffe in der Erde können nämlich durch gemischte Kulturen optimal ausgenutzt werden – nicht nur, um das Wachstum zu begünstigen, sondern auch um eine Schutzfunktion aufzubauen.

Besonderer Vorteil: Es gibt Pflanzen, die einander gegenseitig vor Schädlingen schützen können. Symbiotisch arbeiten Möhre und Zwiebel miteinander. Möhren vertreiben Zwiebelfliegen, Zwiebeln vertreiben Möhrenfliegen. Eine Win-Win-Situation für beide Pflanzen.

Eine Mischkultur darf allerdings nur erfolgen, wenn zuvor Informationen über die Verträglichkeit gesammelt wurden. Ein zielloser Anbau verschiedener Gemüsesorten in einem Beet kann mehr Schaden als Nutzen hervorrufen.

Fazit: Eigenanbau mit ein bisschen Vorplanung gut möglich

Der Eigenanbau ist faszinierend und doch für viele Interessenten zunächst abschreckend. Wenn Gartenfläche vorhanden ist, zeigt sich die Kultivierung jedoch oft einfacher als der Anbau von Zierpflanzen. Es lohnt sich spätestens dann, wenn die erste Ernte „Marke Eigenbau“ eingefahren werden kann.

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