Terrassendielen aus WPC – einfach selbst verlegen

Eine Terrasse sorgt am Haus für eine gemütliche Atmosphäre. Alternativ zu Steinplatten oder massivem Holz kommen immer häufiger WPC Dielen aus Verbundstoffen zum Einsatz. Das Material zeigt sich pflegeleicht, splittert nicht und kann mit etwas handwerklichem Geschick und der richtigen Vorbereitung auch selbst verlegt werden.

Verbundstoff WPC – was steckt dahinter?

WPC steht als Abkürzung für wood plastic composites und beschreibt ein Gemisch aus Kunststoff und Holzmehl oder Holzfasern. Manche Produkte setzen sogar auf andere Naturfasern, wie beispielsweise Papier oder Reisstroh und verzichten komplett auf die Holzkomponente. Das Mischverhältnis ist je nach Hersteller unterschiedlich, gibt aber Auskunft über die Qualität der WPC Dielen.

Verschiedene Zusätze oder UV-Blocker machen das Material noch beständiger. Am Ende entsteht ein natürlicher Look mit einer warmen und holzartigen Oberfläche. Diese splittert jedoch nicht und reißt nicht ein, sodass sie sich selbst barfuß angenehm anfühlt. Gleichzeitig ist das Material so unempfindlich und pflegeleicht, wie Kunststoff.

Große Produktvielfalt und viele Designs

Die Dielen stehen in vielen verschiedenen Farben zur Verfügung. Dabei orientieren sich die meisten Hersteller an Farbtönen der Natur, um einen warmen und hölzernen Look zu unterstreichen. Im Onlineshop von casando sind Beige-, Braun- und sogar Grautöne erhältlich. Kunden haben die Auswahl zwischen einem steinigen Anthrazit oder bekommen Designs, die echtem Holz sehr nahe kommen. Auch die Struktur ist wählbar: lieber glatte oder geriffelte WPC Dielen? Somit ist die Terrasse kaum noch von echtem Holz zu unterscheiden.

Planung von Terrasse und Unterkonstruktion

Bevor der Terrassenboden wirklich begehbar wird, ist eine umfassende Planung notwendig. Diese beginnt bei der Analyse des Untergrunds und endet in der Struktur der Unterkonstruktion. Folgende Punkte sind dabei zu berücksichtigen:

  • Untergrund prüfen

Die Terrasse sollte möglichst gerade verlaufen und die Dielen möglichst lange halten. Der Untergrund ist daher zu verdichten und entsprechend vorzubereiten. Er muss sauber und frostsicher sein. Außerdem darf keine Staunässe entstehen. Wer hier mit Schotter arbeitet, kann ein Wurzelvlies einbringen und eine kleine Drainage legen, um das Regenwasser vom Untergrund abzuführen. Dadurch hält die Unterkonstruktion länger.

  • Verlegerichtung

Die einzelnen Dielen sollten immer vom Haus weg führen. Die Unterkonstruktion ist also parallel auszurichten. Bestimmte Bereiche für Wartungsarbeiten oder Bereiche unter starker Belastung sollten gesondert betrachtet werden. Kleinste Komplikationen sind hier vorzeitig zu erkennen und mit einzuplanen.

  • Neigung

Für die Neigung reichen etwa 2% aus, damit das Wasser nicht auf den Dielen stehen bleibt und vom Haus weg fließt. Ist die Neigung zu schwach oder falsch gewählt, würde das Wasser in die Hauswand eindringen und die Bausubstanz enorm belasten.

  • Unterkonstruktion

Für die Unterkonstruktion kommt entweder Holz oder Aluminium zum Einsatz. Ohne Unterbau dürfen die Dielen nicht verwendet werden, weil sie kein tragendes Konstruktionselement sind. Das Gewicht lastet also auf den Balken oder den Profilen darunter.

  • Dehnungsfugen

Hochwertige WPC Dielen bestehen trotzdem zu 70% aus Holz. Sie reagieren auf Hitze, Kälte oder Nässe als ähnlich. Bei sehr warmen Temperaturen zieht sich das Material zusammen. Bei Staunässe quillt es wieder auf. Deswegen sollten immer Abstände und Dehnungsfugen eingehalten werden zu festen Bauteilen. Andernfalls wölbt sich die Terrasse nach oben.

Terrassendielen verlegen – wichtige Tipps

Die WPC Dielen sollten nicht überhitzt oder bei zu starker Kälte montiert werden. Bestenfalls herrschen Temperaturen von über Null Grad, damit nicht zu viel Ausdehnung berücksichtigt werden muss. Mit dem vorher ausgearbeiteten Verlegeplan und dem nötigen Werkzeug geht es dann an die Arbeit. Die Unterkonstruktion lagert beispielsweise auf einer Betonplatte oder auf einem Drehteller aus Kunststoff, der sich noch in der Höhe variieren lässt.

Mittels Wasserwaage wird geprüft, ob die nötige Neigung bestehen bleibt und die Terrasse nicht zu abschüssig ist. Zu allen festen Bauteilen, beispielsweise zum Haus oder zu einem Geländer, sind mindestens 3 cm Abstand einzuplanen. Die Balken der Unterkonstruktion liegen 30 cm – 50 cm weit auseinander. Der richtige Abstand wird meist vom Hersteller vorgegeben und richtet sich nach den gewählten Dielen. Bei schmalen Terrassen müssen nicht so viele Balken oder Schienen für die Unterkonstruktion verlegt werden.

Ist der Untergrund vorbereitet und die Konstruktion steht, kommen die WPC Dielen an die Reihe. Sie werden meist über einzelne Clips verschraubt. Allerdings dürfen die Schrauben nicht zu fest sitzen, um eine Ausdehnung oder ein Zusammenziehen des Materials nicht zu verhindern. Zwischen den Dielen ist eine Fuge von 0,5 cm empfehlenswert. Außerdem dürfen die einzelnen Bretter nicht mehr als 1 cm über die Unterkonstruktion hinausgehen. Eine Verlängerung ist möglich, wenn jede neue Diele auf einem eigenen Unterkonstruktionsbalken liegt.

Reinigung und Pflege von WPC Dielen

Bei neuen Terrassen treten anfangs schnell Wasserflecken auf. Diese sind jedoch nur zu Beginn sichtbar und verblassen nach etwa 2 Monaten von selbst. Bei einer stärkeren Verschmutzung sind die Dielen mit heißem Wasser und etwas Seife zu reinigen. Hartnäckige Schäden, wie beispielsweise Brandflecken oder tiefe Kratzer, sind mit etwas Sandpapier oder Stahlwolle anzuschleifen und zu beseitigen.

Auch die Reinigung mit einem Hochdruckgerät ist möglich. Allerdings muss hier auf einen Mindestabstand von 30 cm geachtet werden. Manche Hersteller empfehlen eine regelmäßige Imprägnierung, damit die Dielen ihre positiven Eigenschaften und ihre unempfindliche Oberfläche lange behalten.

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