Der Blauglockenbaum (Paulownia)

Der Blauglockenbaum (Paulownia)
Der Blauglockenbaum (Paulownia)
Paulownia oder hierzulande besser bekannt als der Blauglockenbaum, ist ein bekannter Baum aus Europas Parks. Er ist sehr gut zu erkennen an seinen lilafarbenen Blüten. Auch wenn der Baum sehr schwer aufzuziehen ist, da er nur über eine sehr geringe Frosthärte in seiner Jugend verfügt, äußerst pflegeintensiv ist und auch die Beschaffung schon sehr kostspielig ist, wird er immer interessanter für kommerzielle Landwirtschaftsbetriebe. Das liegt daran, dass er extrem schnell wächst und qualitativ hochwertiges Nutzholz liefert. Mehr über diesen beliebten Baum erfährt man im diesem Artikel.

Zum Blauglockenbaum im Detail

Ursprünglich stammt der Baum aus Südost-Asien, doch seit einigen Jahrzehnten ziert er unsere Städte und Parks mit seinen schönen lilafarbenen Blüten. Man findet den Baum mittlerweile in ganz Europa und besonders häufig in Österreich und Deutschland. Dieser Baum, den man in unseren Parks findet, ist um genauer zu sein die Art Paulownia Tementosa, die Art welche man für die kommerzielle Landwirtschaft benutzt wird als Paulownia Shandong bezeichnet.

Warum Paulownia / Kiribaum so interessant für kommerzielle Landwirtschaftsbetriebe ist, wird schnell klar, wenn man seine speziellen nutzbringenden Eigenschaften kennt. Das Holz wird zum Beispiel besonders gerne zum Bau von Instrumenten verwendet, aufgrund seiner hervorragenden Klangeigenschaften. Außerdem ist es nur sehr schwer zu entflammen und es ist sehr leicht Formbar und dabei trotzdem noch äußerst stabil.

Klima und Boden für den Blauglockenbaum (Paulownia)

Der Blauglockenbaum bevorzugt es in wärmeren Regionen zu wachsen. Zudem muss das Umfeld ausreichend Schutz bieten und darf nicht zu hoch gelegen sein. Außerdem darf es ihm nicht zu nass

werden. Es handelt sich bei ihm nämlich um einen Tiefwurzler, welche einen deutlich geringeren Wasserbedarf haben als Bäume, die näher an der Erdoberfläche wurzeln. Auch wenn er es warm mag ist der Blauglockenbaum erstaunlich Frostresistent und hält hier Temperaturen bis max. -20 Grad  aus. Allerdings ist bei jungen Paulownien besonders auf die Spitzen zu achten, die sie in den ersten 3 Jahren besonders frostempfindlich sind.

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So wird der Blauglockenbaum angebaut

Die Pflanzung findet meistens im Frühjahr statt, sobald der Boden aufgetaut ist. Verwendet werden dafür Setzlinge die mindestens einmal überwintert haben. Wenn eine Pflanzung erst im Juni/Juli stattfindet ist eine Verwendung von gerade erst erzeugten Jungpflanzen möglich. Gepflanzt werden sie als 6×6 Topfpflanzen mit 9 cm oder 20 cm. Am einfachsten sind die Bäume zu pflanzen, wenn man bereits kleine Bäume oder mehrjährige Wurzelstöcke für die Pflanzung verwendet. Wenn in der Anbauregion des Baumes länger anhaltende Trockenperioden vorkommen sollten, so lohnt es sich regelmäßig zu bewässern.

Sollte es sich um eine Wertholzpflanzung handeln so sollte der Pflanzenabstand 3×3 – 4×4 Meter betragen bzw. sollten auf einem Hektar zwischen 650 und 1100 Bäume gepflanzt werden. Wenn das Holz als Biomasse, Hackgut oder als Scheitholz verwendet werden soll, ist in der Reihe ein Abstand von 0,5-1 Meter einzuhalten werden und eine Fahrgasse von 2-3 Meter breite einzurichten.

Pflege und Pflanzenschutz

Es ist sehr wichtig, den Baum bei der Aufzucht vor Unkraut zu schützen, weil die Bäume bei der Pflanzung noch sehr klein sind und diese auch oft erst Mai und damit sehr spät erfolgt.  Um Unkraut zu vermeiden können Gassen gemulcht werden oder man verwendet die Mulchen direkt am Stamm. Einjährige Kiribäume, die zur Aufzucht verwendet werden sollen schneidet man auf Bodenhöhe ab und kann sie dann neu austreiben lassen.

Schädlinge die dem Baum gefährlich werden können sind bisweilen nicht bekannt. Sehr vereinzelt kommt es mal zu einem Verbiss von Wühlmäusen und auch Hasen können sich auf die Jungbäume stürzen, wenn es zu einem kargen Winter kommt.

Düngerverwendung

Da der Baum vor allem in den ersten 3 Jahren noch besonders Frostanfällig ist, kann es von Vorteil sein ihn im Sommer mit Kalium zu versorgen. Da der Baum aufgrund seiner Erbanlagen schon enormes Wachstumspotential mitbringt, benötigt er nur sehr wenig Stickstoff. Er sollte nur in dringenden Fällen verwendet werden. Auch zugaben von Kompost sind nur erforderlich, wenn es sich um einen schwachen oder stark verdichteten Boden handelt.

Ernte des Blauglockenbaums

Die Ernte findet, so wie es bei allen Laubhölzern üblich ist, zwischen Dezember und  April statt. Bei Wertholz sollte der Stamm vor der Ernte einen Durchmesser zwischen 30 und 40 cm erreicht haben. Wird das Holz al Biomasse verwendet so reicht schon ein Durchmesser zwischen 8 und 25 cm aus. Bei einem Stammdurchmesser von bis zu 15 cm kann zur Ernte ein Gehölzmähhäcksler verwendet werden. Bei einer Verarbeitung zum Wertholz kann mit der für Bäume üblichen Forsttechnik gearbeitet werden.

Da der Baum in Europa noch nicht sehr lange kultiviert wird, ist eine präzise Aussage zu den Erträgen bis jetzt noch nicht möglich. Einzig und allein einige Prognosen, die den Zielvorstellungen der Landwirtschaft entsprechen wurden bereits gemacht.

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