Fruchtfolge – Mischkultur und Fruchtwechsel im Gemüsebeet

Für erfolgreiche Ernte in jedem Jahr!

Fruchtfolge – Mischkultur und Fruchtwechsel im Gemüsebeet
Fruchtfolge – Mischkultur und Fruchtwechsel im Gemüsebeet
Ist Ihnen auch schon einmal aufgefallen, dass sie ein Jahr lang Rekorde erzielen, und danach die Ernte vergleichsweise gering ausfällt? Zusätzlich wirken die Pflanzen nicht so gesund und vital, wie man es sonst gewohnt ist. Tatsächlich gibt es einen logischen Grund: fehlende Nährstoffe. Also Nährstoffe, die man mit dem Einhalten der Fruchtfolge ganz leicht wiederherstellt.

Was ist Fruchtfolge?

Unter dem Begriff Fruchtfolge versteht man eine Pflanz-Abfolge verschiedener Pflanzenfamilien auf einem Grundstück. Das trägt dazu bei, dass sich die Bodengesundheit verbessert. Anders gesagt, verbessert sich der Nährstoffgehalt des Boden, Schädlinge und Krankheiten treten seltener auf. Übrigens unterbindet man damit auch das Wachstum von Unkraut.

Ein Beispiel: Ein Landwirt hat ein Maisfeld angelegt. Wenn die Maisernte abgeschlossen ist, könnte er Bohnen anbauen, da Mais viel Stickstoff verbraucht und Bohnen dem Boden Stickstoff zurückgeben. Eine einfache Fruchtfolge kann zwei oder drei Kulturen umfassen, komplexe Fruchtfolgen können ein Dutzend oder mehr beinhalten.

Fruchtfolge ► Was ist das?
Fruchtfolge ► Was ist das?

Warum ist die Fruchtfolge so wichtig?

Verschiedene Pflanzen haben unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse und sind anfällig für unterschiedliche Krankheitserreger und Schädlinge.

Wenn ein Landwirt jedes Jahr die exakt gleiche Pflanze an der gleichen Stelle anpflanzt, wie es in der konventionellen Landwirtschaft üblich ist, entzieht er dem Boden ständig die gleichen Nährstoffe. Schädlinge und Krankheiten siedeln sich gerne dauerhaft an, da ihre bevorzugte Nahrungsquelle gesichert ist. Bei solchen Monokulturen wird ein immer höherer Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden notwendig, um die Erträge hoch zu halten und gleichzeitig Schädlinge und Krankheiten in Schach zu halten.

Die Fruchtfolge hilft, dem Boden Nährstoffe ohne synthetische Mittel zurückzugeben.

Diese Praxis unterbricht auch die Zyklen von Schädlingen und Krankheiten, verbessert die Bodengesundheit durch die Erhöhung der Biomasse aus den Wurzelstrukturen der verschiedenen Pflanzen und erhöht die Artenvielfalt auf dem Betrieb. Das Leben im Boden gedeiht durch die Vielfalt, und nützliche Insekten und Bestäuber werden von der Vielfalt auch über der Erde angezogen.

Wie setze ich dieses System um?

Ein Ansatz für die Fruchtfolge besteht darin, Ihre Pflanzen in diese vier grundlegenden Gruppen einzuteilen: Hülsenfrüchte, Wurzelgemüse, Obstgemüse und Blattgemüse. Stellen Sie sich Ihren Garten in vier Bereiche aufgeteilt vor, wie in der Tabelle oben auf der Seite dargestellt. Jedes Jahr würden Sie jede Gruppe um einen Platz im Uhrzeigersinn verschieben.

So würden Sie z.B. in einem Jahr Ihre Leguminosen in Bereich 1 pflanzen, im nächsten Jahr würden Sie sie in den Bereich 2 verschieben, während die Blattpflanzen aus Bereich 4 in den nun freien Bereich 1 ziehen würden – und so weiter.

Natürlich können Sie diese Methode so anpassen, dass sie am besten zu dem passt, was Sie anbauen möchten. In unserem Garten pflanzen wir zum Beispiel nicht viele Hülsenfrüchte an, also bleibt dieses Beet brach. Ein „brachliegendes“ Beet ist ein Beet, das entweder eine Saison lang leer bleibt, damit der Boden sich ausruhen und auftanken kann, oder (wenn Sie wirklich in die Gänge kommen wollen) mit einer Deckfrucht wie Luzerne, Roggen oder weißem Klee bepflanzt wird, um die Fruchtbarkeit zu erhöhen und die Drainage zu verbessern.

Fruchtfolge ► Achten Sie auf eine abwechselnde Abfolge
Fruchtfolge ► Achten Sie auf eine abwechselnde Abfolge

Auch im kleinen Garten

Übrigens lässt sich die Fruchtfolge auch in kleinen Gärten umsetzen. Dafür müssen sie lediglich die vorhandenen Beete auf die jeweiligen Gruppen aufteilen. Anstelle jeder Pflanze ein Beet zuzuordnen, nehmen wir die Gesamtheit alle Beete und teilen sie auf die Pflanzen auf. Klingt doch gar nicht so schwer, oder?

Einziger Nachteil bei kleineren Gärten: die Ausbreitung von Krankheiten. Die Pflanzen stehen relativ dicht beieinander, sodass man nicht garantieren kann, dass sich Krankheiten nicht ausbreiten. Aus diesem Grund sollten Sie ihren Anbau gut im Auge behalten.

Ich werde es zugeben: Fruchtfolge ist kein neuer und sexy Gartentrend. Es ist jedoch eine Methode, die seit Jahrhunderten erfolgreich angewendet wird, und sie hat einen echten Unterschied in der Gesundheit und Produktion meines Gartens gemacht. Und mal ehrlich, ist es nicht eine Erleichterung, wenn man zumindest einen Aspekt der Gartenarbeit schon für sich geklärt hat?

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