Ist der Schmetterlingsflieder wirklich invasiv und schädlich für Schmetterlinge?

Oft wird in Foren und Facebookgruppen gefragt: Ist der Schmetterlingsflieder wirklich invasiv und schädlich für Schmetterlinge und andere Insekten und Bestäuber? Obwohl der Schmetterlingsflieder auffällig, robust und scheinbar hilfreich für Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und andere Bestäuber ist, ist er nicht so nützlich, wie man vielleicht denken könnte. Tatsächlich ist er eine invasive Art ,ein sogenannter Neophyt, die die Gesundheit unserer lokalen Ökosysteme beeinträchtigen kann. Aber wir zeigen Ihnen Alternativen und Möglichkeiten, wie Sie die negativen Auswirkungen abmildern oder verhindern können (z.B. Begleitpflanzen oder nicht-invasive Sorten)

Der Schmetterlingsflieder bzw. Sommerflieder (Buddleja [oder Buddleia] davidii) erregt mit Sicherheit Aufmerksamkeit. Denn seine duftenden, kegelförmigen Blüten, die typischerweise von flatternden Schmetterlingen und summenden Bienen bevölkert werden, sind in den Gärten und Landschaften unserer Region nicht zu übersehen.

Ursprünge des Sommerflieders

Schmetterlinge nutzen den Nektar des Sommerflieders gern
Schmetterlinge nutzen den Nektar des Sommerflieders gern

Obwohl der Schmetterlingsflieder in unserer Region problemlos wächst, ist er in Europa nicht heimisch. Denn die Gattung Buddleja stammt ursprünglich aus Zentralchina und wanderte über Asien als Neophyt nach Europa , wo sie sich zu über 140 Arten entwickelte. B. davidii, die in unserer Region am häufigsten kultivierte Art, stammt aus China.

Der Schmetterlingsflieder ist ein sommergrüner Strauch, der bis zu 4m hoch werden kann. Die gegenständig wachsenden, 5.10cm langen Blätter haben gezackte Ränder. Der Schmetterlingsflieder blüht vom Hochsommer bis zum Frühherbst. Die Blüten bilden hängende oder aufrechte Ähren am Ende der Zweige. Die wild wachsende Art hat weiße Blüten mit orangefarbener oder gelber Mitte. Die für den Garten gezüchteten Sorten sind in der Regel violett, können aber auch rosa, blau, magenta, gelb oder kastanienbraun blühen.

Vermehrung des Schmetterlingsflieders

Der Schmetterlingsflieder ist äußerst erfolgreich bei der Vermehrung, was ihm einen Wettbewerbsvorteil gegenüber einheimischen blühenden Sträuchern verschafft. Er zeichnet sich durch die Produktion und Verbreitung von Samen aus. Es können sich über 40.000 Samen auf einer einzigen Blütenähre befinden. Der Strauch erreicht seine Reife recht schnell und produziert oft schon im ersten Jahr des Wachstums extrem leichte, geflügelte Samen, die über Wasser oder Wind weite Strecken zurücklegen. Die Keimungsrate liegt bei 80 Prozent oder mehr. Diese Samen können im Boden drei bis fünf Jahre lang lebensfähig bleiben, und abgeschnittene Stämme können wieder austreiben.

Negativen Auswirkungen entgegenwirken

Schmetterlingsflieder Hummel
Schmetterlingsflieder Hummel

Der Schmetterlingsflieder kommt Bestäubern zugute, aber nur in einer Phase ihres Lebenszyklus. Er lockt Schmetterlinge an, weil er reichlich Nektar liefert. Allerdings brauchen Schmetterlinge Wirtspflanzen, auf denen sie ihre Eier ablegen und von denen sich ihre Raupen ernähren. Keine einzige einheimische Raupe frisst die Blätter des Schmetterlingsflieders.

Wäre der Schmetterlingsflieder nur ein hübscher Gartenstrauch, wäre er weniger besorgniserregend. Aber sein hoher Vermehrungserfolg und seine Ausbreitung bedeuten, dass der Schmetterlingsflieder einheimische Sträucher außerhalb des Gartens, in natürlichen Gebieten, verdrängt. Denn er etabliert sich an sonnigen, gut durchlässigen Standorten wie Feldern, Wegrändern, Waldrändern und Flussufern, wo früher einheimische Sträucher wuchsen. Diese verschwundenen einheimischen Sträucher waren wichtige Nahrungsquellen für die Raupen. Ohne Raupen wird es keine erwachsenen Schmetterlinge geben. Ohne Raupen können auch die Vögel nicht überleben.

Deshalb sollten Sie direkt neben den Sommerflieder eine Pflanze setzen, die Raupen als Nahrung dient. Hier sind einige Vorschläge:

  • Calluna vulgaris (Heidekraut) – Nektar, Raupenfutter
  • Carpinus betulus (Hainbuche) – Nektar, Raupenfutter
  • Centaurea jacea (Wiesen-Flockenblume) – Nektar, Raupenfutter
  • Corylus avellana (Haselnuß) – Raupenfutter
  • Lonicera spec. (Heckenkirsche) Nektar, Raupenfutter
  • Lotus corniculatus (Hornklee) – Nektar, Raupenfutter
  • Origanum vulgare (Wilder Dost) – Nektar, Raupenfutter
  • Prunus spinosa (Schlehe)- Nektar, Raupenfutter
  • Rubus fruticosus (Wild-Brombeere) – Nektar, Raupenfutter
  • Rubus idaeus (Himbeere) – Nektar, Raupenfutter
  • Salix caprea (Salweide) – Nektar, Raupenfutter
  • Silene vulgaris (Taubenkropf) – Nektar, Raupenfutter
  • Vaccinium myrtillus (Heidelbeere)- Raupenfutter

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  • Prunus spinosa wächst aufrecht, strauchartig und erreicht gewöhnlich eine Höhe von 2 - 4 m und wird bis zu 1,5 - 4 m breit. Habitus: Großstrauch Der Schwarzdorn ist ein Flachwurzler.

Einheimische Alternativen für Schmetterlingsflieder

Wenn Sie noch keinen Sommerflieder gesetzt haben, können Sie über Alternativen nachdenken. Wählen Sie anstelle des Schmetterlingsflieders einen einheimischen blühenden Strauch, der für Ihren Standort geeignet und für Bestäuber und Raupen attraktiv ist. Versuchen Sie für sonnige, offene Garten- oder Landschaftsbepflanzungen den Einheimische Alternativen zum Sommerflieder (Buddleja davidii) können sein: Sanddorn, Holunder, Besenginster, Färber-Ginster, Felsenmispel, Zimt-Rose oder andere Wildrosen-Arten.

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Der Schmetterlingsflieder kann schwierig zu kontrollieren sein, wenn er sich erst einmal etabliert hat. Die Sämlinge können manuell entfernt werden. Es ist möglich, ausgewachsene Exemplare zu entwurzeln und auszugraben. Die Wurzeln müssen entfernt werden, sonst treiben sie wieder aus. Die Bereiche um die entfernte Stelle sollten mit einer einheimischen Bodenbedeckung bepflanzt werden, um die zukünftige Keimung der Sämlinge zu verhindern. Sie müssen jegliches Pflanzenmaterial vollständig entsorgen, indem Sie es verbrennen oder in den Müll werfen. Denn auf dem Boden verbleibende Zweige können zu neuen Sträuchern anwachsen.

Wenn Sie den Schmetterlingsflieder bereits gepflanzt haben und ihn nicht entfernen möchten, sollten Sie die Ausbreitung in Ihrem Garten verhindern, indem Sie die alten Blütenköpfe im Herbst vor der Samenausbreitung entfernen. Deshalb entsorgen Sie die Blütenköpfe bitte auf eine kontrollierte Weise. Vor Allem werfen Sie keine Schnittabfälle oder Blütenköpfe in der Natur oder auf Komposthaufen ab.

Nicht-invasive Schmetterlingsflieder Varianten

In jüngster Zeit sind auf den Gartenmärkten nicht-invasive SCHMETTERLING-Flieder aufgetaucht. Diese Pflanzen wurden so gezüchtet, dass sie nicht so viele Samen bilden. Wenn Sie unbedingt einen Schmetterlingsflieder haben möchten, können diese Sorten eine Option sein, aber bedenken Sie, dass sie den Schmetterlingen nicht die gleichen Vorteile bieten wie einheimische blühende Sträucher.

Die Züchter kommen uns zu Hilfe. Sie haben sterile Schmetterlingsflieder entwickelt, die jetzt im Handel erhältlich sind. Sogar der Staat Oregon in der USA hat sein Verbot für Sommerflieder geändert, um den Verkauf der sterilen, nicht-invasiven Arten zu erlauben. Achten Sie auf die geschützten Serien Buddleja ARGUS® Velvet.

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Ein Kommentar

  1. Unerwünschte Ausbreitung des Schmetterlingsflieders (Buddleia davidii):
    Ich habe in Norddeutschland nun schon seit 40 Jahren besagten Schmetterlingsflieder auf meinem Grundstück im mehreren Farben, die den Winter jeweils gut überstehen.
    Von den 2400 qm sind 350 qm bebaut, 600 qm als Hausgarten z.T. mit Rasen bewirtschaftet.
    Der Rest ist eigentlich mit einigen Wald- und Obstbäumen sich selbst überlassen bei gelegentlicher Aufräumung und Erhaltung einiger Freiflächen ohne Gehölze..
    Angrenzend nach Süden ist ein Bahndamm , danach ein Vom BUND bewirtschaftetes Schutzgebiet mit viel Freifläche und einem Wäldchen. Dort wachsen durchaus durch Selbstaussaat die verschiedensten Pflanzen. Die Freifläche inkl. südlichen Bahndamm ist Insektenschutzgebiet und wird regelmäßig (alle paar Jahre) von neuen Gehölzen befreit.
    Noch nie in all den vielen Jahren fand ich auf meinem Grundstück und auch nicht auf den anderen beschriebenen angrenzenden Flächen einen sich selbst ausgesäten Schmetterlingsflieder.
    Ganz so schlimm, wie z.B.vom Nabu beschrieben, scheint die Invasivität des Schmetterlingsflieders dann doch nicht zu sein.

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