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Hainbuchenhecke – Pflege, Schnitt und Vermehrung

Es ist ein besonderer Luxus, einen wunderschönen Sommertag in seinem Garten zu verweilen. Einfach auf der Bank oder der Hängematte mit einem Buch oder bei einer leckeren Milchkaffeetasse die wohlige morgendliche Wärme genießen und einfach die alltäglichen und beruflichen Strapazen von sich fallen lassen – sofern da nicht die guten alten Nachbarn wären.

Selbst bei einem familiären Verhältnis zu den Nachbarn, wer hätte da nicht gern, etwas Privatsphäre in seinem eigenen Garten? Um sich vor wissbegierigen Blicken der Nachbarn oder gar Fremden zu schützen, ist die Hainbuchenhecke eine simple Art, Privatsphäre zu schaffen, erst recht, wenn man bedenkt, dass diese im Vergleich zu einem herkömmlichen Zaun einen wertvollen Lebensraum für unterschiedlichste Tiere bietet. Man tut also nicht nur für sich, sondern auch etwas für die Mutternatur.

Dabei wird man durch das Internet und den Gartenfachhandel mit unendlicher Flut an Informationen überfordert. Die einen sprechen über die Wachstumsgeschwindigkeit und -höhe; die anderen setzen auf die richtige Wassermenge; wiederum andere erzählen etwas über den Licht-, Platz- und Nährstoffbedarf; dann muss die Pilz- und Schädlingsanfälligkeit der Hainbuche berücksichtigt werden. Außerdem steht jeder potenzieller Käufer vor der Frage, ob eine immergrüne oder laubabwerfende Hecke gewünscht wird. Die ökologische Relevanz und die Schnittanforderungen der Pflanze scheinen letztlich einen zu entmutigen. Doch trotz aller dieser Faktoren, ist die Hainbuche eine pflegeleichte Pflanze.

Damit man aber doch nicht einem leblosen Gartenzaun verfällt, sondern sich eher für einen Zaun voller Leben entscheidet, werden hier die expliziten Bedürfnisse und Vorzüge der Hainbuchenhecke beschrieben.

Beachtenswerte Carpinus betulus

Die Hainbuche (Carpinus betulus), auch unter Weißbuche, Hagebuche oder Hornbaum bekannt, gehört zur Gattung der Hainbuchen (Carpinus) aus der Gattung der Birkengewächse (Betulaceae). Sie wächst in Europa und Westasien.

Hagebuche leitet sich von dem uralten deutschen Wort Hag ab, worunter man sowohl Einzäunung wie auch Hecke versteht. Diese Bedeutung leitet sich aus der Tatsache heraus, dass die Hainbuche sich gut zur Heckenbepflanzung eignet, da sie eine schnell wachsende Pflanze mit einem dichten Geäst ist.  Damit erklärt sich auch die Beliebtheit der Hainbuche, die manch einen leblosen Zaun ersetzt, als Heckenpflanze hierzulande. Sowohl als Hecke wie auch als eine alleinstehende Pflanze erfreut sich die Hainbuche großer Popularität. Dabei kann sie eine bewundernswerte Wuchshöhe von ca. 25 m  erreichen. In der richtigen Form geschnitten ergibt diese eine schöne, buschige und blickdichte Hecke, die über ein Jahrhundert leben kann. Somit kann man durch einen regelmäßigen Schnitt der Hainbuchenhecke einen stilsicheren Gartenelement, welches einen geheimnisvollen und privaten Garten einrahmt, erreichen.

Hainbuche und der Standort

Die Ansprüche der Hainbuche bezügliches ihres Standortes sind nicht gerade hoch: sie gedeiht sowohl an sonnigen wie auch an schattigen Plätzen. Selbst die stark neigenden Hänge, an denen kaum ein Gewächs zu kultivieren ist, stört die Hainbuche nicht.

Hainbuche und die Beschaffenheit des Bodens

Sogar bei der Konsistenz des Bodens ist die Hainbuche nicht gerade wählerisch, denn sie wächst in jedem Bodengrund, vorausgesetzt, dass dieser keine Staunässe verursacht, denn das kommt dem Gewächs nicht gut. Ein optimaler Boden darf leicht sauer und sowohl kalkhaltig wie auch humushaltig sein.

Das Pflanzen und Pflegen der Hainbuche

Der Herbst ist die beste Zeit zum Pflanzen der Hainbuche. Dabei sollte ein Pflanzenabstand von 40 bis 50 cm eingehalten werden, damit die Hainbuche genügend Licht erhält und schnell wachsen kann. Je breiter man allerdings die Hecke haben möchte, desto näher setzt man die einzelnen Pflanzen. Trotz allem sollte man einen Pflanzenabstand von 30 cm definitiv nicht überschreiten.

Bei neu gepflanzten Hecken sollte man beachten, dass man diese beinahe täglich bewässert, bevorzugt abends, ohne der direkten Sonneneinstrahlung. Sobald die Hecke fest eingewurzelt ist, entfällt das tägliche wässern selbst im Hochsommer.

Hier noch mal die wichtigsten Bepflanzungsschritte zusammengeführt:

  • Loch für die Pflanze ausheben
  • Die ausgehobene Erde mit Humus vermischen
  • Pflanze in das Loch setzen
  • Anschließend mit dem Vermisch aus Erde und Humus auffüllen
  • Erde anschließend noch etwas festtreten
  • Die eingepflanzte Hainbuche gründlich begießen

Sollte die Hainbuche tatsächlich als Hecke dienen, so ist es klug einen Schnitt der Hainbuche direkt nach der Pflanzung zu tätigen. Dieser führt zu einem dichten und buschigen Wachstum der Pflanze. Der darauf folgende regelmäßige Schnitt, der besonders am Anfang des Heckenlebens nötig ist, sollte zweimal im Jahr gemacht werden.

Sobald die Hecke ausgewachsen ist, wird sie nur noch jährlich gestutzt. Man solle an dieser Stelle beachten, dass eine Beschneidung der Hecke im Hochsommer eher dieser schaden und zu unerwünschten braunen Stellen führen würde.

Hier nur einige zusammengefasste Stichpunkte für eine Bepflanzung der Hainbuchenhecke:

  • Sowohl am Anfang wie auch am Ende der gewünschten Hecke einen Stab oder Ähnliches in den Boden einsetzen
  • Dazwischen eine Schnur ausdehnen
  • Nun kann man sich entlang der Schnur orientieren und Löcher für die Pflanzen graben
  • Auch hier den Aushub mit Humus mischen
  • Anschließend die Hainbuchenpflanzen einsetzen
  • Löcher mit dem Gemisch auffüllen
  • Erde gut festtreten
  • Neupflanzungen gut angießen

Mögliche Schädlinge und die Hainbuche

An sich ist die Hainbuche widerstandsfähig und robust gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Dennoch bleibt sie manchmal von diesen nicht verschont, so dass sie vom Mehltau oder dem Blattfleckenpilz befallen werden kann.

Im Falle eines Befalls verfärben sich die Blätter und können gewölbt sein. Der zuvor angesprochene notwendige regelmäßige Schnitt ist gegen die eben erwähnten Erkrankungen hilfreich. Eine Kompostierung der befallenen Pflanzenteile ist hier nicht empfehlenswert. Sollte der Schnitt der Pflanze nicht ausreichen, so müsste nach einem anderen biologischen Hilfsmittel geschaut werden.

Dem Befall der Hainbuchenspinnmilbe muss aggressiver begegnet werden. Dabei können pflanzliche wie auch chemische Präparate, um den Milbenbefall schnell einzudämmen, eingesetzt werden. Den Befall erkennt man an den gelben Flecken auf den Blättern, welche auch noch größer werden. Sollte sich ein weißer Flaum auf den Blättern befinden, so spricht dies ebenfalls für die Spinnmilben.

Sollten sich braune Ränder an den Blättern zeigen, so ist dies ein Hinweis für die Trockenheit der Pflanze und sagt nichts über Parasiten aus.

Kurzer Überblick über das am häufigsten auftretenden Schädlinge und Krankheiten der Hainbuche

  • Mehltau: Gelbe Flecken auf der Oberseite des Blattes sowie weißer Belag auf der Unterseite. Betroffene Pflanzenteile sollten abgeschnitten und entsprechend entsorgt werden, bei Bedarf ist ein Pflanzenschutzmittel einzusetzen.
  • Pilze: Bei Bildung von Flecken auf der Blattoberseite sowie ein gräulicher Belag auf der Unterseite handelt es sich um Pilze. Auch hier werden betroffene Pflanzenteile herausgeschnitten und entsorgt, zusätzlich wird die Pflanze mit einem speziellen Fungizid behandelt.
  • Gallmücken: Wenn sich die Blätter verformen, die Blattknospen nicht austreiben und sich gelbe oder weiße Larven an der Unterseite der Blätter zeigen, so handelt es sich hier um ein Befall der Gallmücke. Diese sollte mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel bekämpft werden.
  • Raupen: Werden die Blätter der Hainbuche aufgefressen, sind häufig Raupen die Ursache. Sie können regelmäßig abgesammelt werden.

Vermehrung der Hainbuche

Hainbuche kann entweder durch Stecklinge oder Aussaat vermehrt werden.

Wer sich für die Vermehrungsmethode mit Stecklingen entscheidet, braucht einen langen Atem, denn sie ist sehr zeitintensiv. Hierfür werden rund 10 cm großen Stecklinge verwendet, und zwar werden diese vor der Neubelaubung oder gleich danach geschnitten. Dabei werden im unteren Bereich die Blätter vollständig entfernt. Die Schnittstelle sollte weitere zweimal schräg angeschnitten werden.

Die blattlosen Teile der Stecklinge werden in kleine Gefäße mit einem Substrat aus Kakteenerde oder wahlweise einem Gemisch aus Erde und Sand gesteckt. Das Substrat sollte zwar feucht gehalten, jedoch Staunässe zwingend vermieden werden. Die Stecklinge bleiben zirka zwei Jahre in den kleineren Gefäßen an einem windgeschützten und schattigen Ort stehen, bis sie in größere Pflanzengefäße umgepflanzt werden dürfen, und weitere zwei Jahre, bis sie in Freiland ausgesetzt werden.

Alternativ zu dieser Methode kann man die Pflanze durch Aussaat vermehren. Dies erreicht man dank den Nüssen, die sich in der Herbstzeit bilden. Sie werden eingesammelt und anschließend in Aufzuchtgefäße, welche das Gemisch aus Erde und Sand enthalten, gesteckt. Die Gefäße sollten im Freien an einem schattigen Platz stehen. Außerdem sollen die Samen auf jeden Fall wenigstens einmal Frost erleben, da sie Kaltkeimer sind. Aber auch bei dieser Methode ist Geduld gefragt, denn es kann bis zu zwei Jahre dauern, bis das Saatgut an zu keimen beginnt.

Der richtige Schnitt der Hainbuchenhecke

Da die Hainbuche eine große Wuchsfreudigkeit hat, sollte diese einen wohlproportionierten Schnitt erhalten. Die Hainbuchenhecke, der der Schnitt verwehrt wird, kann zu breit werden und dementsprechend ungepflegt aussehen.

Der Schnitt allerdings begünstigt den Wachstum von Verzweigungen. Dadurch bildet die Hainbuchenhecke ständig junge Triebe, sodass dies zu einer Wuchsdichte und gleichzeitig zu dem perfekten Sichtschutz führt.

Dabei sind auf jeden Fall die Zeiten des Brütens und Setzens zu berücksichtigen, da während dieser grundsätzlich der Schnitt von Hecken nicht gestattet ist. In der Hainbuchenhecke brüten Vögel, die durch einen rigorosen Schnitt gestört werden. Kleine Triebe, die vor allem nach außen wachsen, dürfen lediglich mit einer entsprechend einfachen Gartenschere geschnitten werden.

Wie im oberen Text erwähnt erfolgt ein Schnitt nach der Bepflanzung. Für junge Hainbuchenhecken ist es empfehlenswert diese mindestens zweimal jährlich zu schneiden, ältere Hainbuchenhecken brauchen lediglich einen jährlichen Schnitt. Hierfür folgendes beachten:

  • Alle Triebe, die nach außen wachsen, abschneiden
  • Nur bis maximal zweitem Auge des Triebes einkürzen und keineswegs darunter schneiden
  • Auch alle Triebe, die nach innen wachsen schneiden, allerdings unter Berücksichtigung der Brut- und Setzzeiten

Sobald der erste Schnitt getätigt wird, sollte die Hecke entsprechend in die gewollte Form gebracht werden.

Ökologischer Garten – lebendiger Ort

Wie nun zu erkennen ist, bringt so eine Hainbuchenhecke einen ökologischen Nutzen mit sich. In der Hecke können viele Vögel nisten, die während des Aufenthaltes im Garten beobachtet werden können. Die Hainbuchenhecke wird von vielen Kleinvögeln, aber auch von nützlichen Insekten als Lebensraum genutzt.

Dabei ist der Vorteil, dass die Vögel die perfekten und natürlichen Schädlingsbekämpfer sind.  Raupen und Insekten sind nicht nur einfach lecker, sondern sind auch eine qualitative Nahrung für den Nachwuchs. Schwankende Futterbedingungen, die während des schlechten Wetters auftreten, können zu einer hohen Jungtiersterblichkeit führen. Um diesen Schwankungen entgegenzuwirken, kann man den Vögeln Meisenknödel anbieten und so die Überlebenschancen vieler Vögel erhöhen. Die Vögel dagegen werden ohne chemischen Einsatz den gesamten Garten von Schädlingen befreien.

Auch den Igeln und Hasen wird auf diese Weise geholfen, denn so finden sie einen Versteck und ein Quartier für den Winter, sofern einige Blätter in der Hecke liegen gelassen werden. So kann man mit geringem Aufwand viel für die Natur tun.

Hainbuchenhecke – Pflege, Schnitt und Vermehrung
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