Der Herbst – eine oft übersehene (zweit)beste Gelegenheit, um Rollrasen zu verlegen

Die meisten Interessierten werden davon ausgehen, dass der Frühling die Jahreszeit ist, wann man am besten einen neuen Rollrasen ausbringt. Frühling, das ist erwachende Natur, sprießende Blätter und Wurzeln, noch Fragen? Dabei kann man zu jeder Jahreszeit im Garten gestalterisch tätig sein – was das Verlegen von Rollrasen einschließt. Was, Rollrasen kann man auch im Winter verlegen? Kann man, wenn es nicht gerade gefriert oder schon überall Schnee liegt. Aber dazu weiter unten.

Wir haben im Moment den Herbst im Blick, denn auch das ist eine Jahreszeit, die wenig geeignet für Anpflanzungen angesehen wird und mehr mit fallenden Blättern und Laubrechenarbeit in Verbindung gebracht wird. Etwas zu Unrecht. Im Herbst den Rollrasen verlegen ist gar keine schlechte Idee. Jedenfalls viel besser als ein Vorhaben in der heißen Sommerzeit, wenn das Gras Probleme mit mangelnder Feuchtigkeit hat und zu vertrocknen droht, ehe sich die Matten im Untergrund verwurzeln konnten.

Ruhezeit für das Anwachsen fällt leichter, wenn alles ruht

Nässe ist im Herbst jedenfalls gewöhnlich keine Mangelware, die lässt sich nutzen. Es ist auch nicht so, dass das Gras zu dieser Zeit inaktiv wäre und nicht wachsen wollte. Ganz im Gegenteil. Rollrasen kaufen in der Nähe fällt leichter, wenn das Material nicht erst gekühlt werden muss, um länger frisch zu bleiben, wenn es draußen ohnehin ‚frisch‘ ist. Noch müssen Sie mit Anfeuchten nachhelfen, um die Überlebenschancen des Rasens bis zur gelungenen Verwurzelung zu verbessern.

Was Sie jedoch zu beachten gebeten werden, ist, die Schonfrist des Rasens bis zum Betreten und Bespielen etwas länger auszuweiten, als Sie ihm nach der Frühjahreseinpflanzung gewährt hätten. Ist nicht wirklich schwer. Wir halten uns im Spätherbst und erst recht im Winter ohnehin seltener im Garten auf, wenn Kälte und eine kahle Natur nicht gerade dazu einladen, die Zeit draußen zu verbringen. Da brauchen Sie nicht viel Disziplin aufbringen, sich das Herumlaufen auf dem im Herbst ausgelegten Rasen zu verkneifen.

Welcher Sand zum Rasen sanden ist der Beste?

Die Besonderheiten der Anpflanzung im Herbst

Für den Start im Herbst denken Sie bitte mit und verwenden einen Herbstdünger als erste Kraftnahrung für den frischen Rollrasen, statt eines Langzeit-Rasendüngers. Den können Sie dann zu Beginn der nächsten Frühjahressaison ausbringen. Auch wird es nicht schaden, per Bewässerung nachzuhelfen, auch wenn die Saison an sich schon eher feucht zu sein pflegt.

Erfreulicherweise wird daher an Wasservolumen weniger einzusetzen sein als zur Sommerzeit bei durstiger Erde und hoher Verdunstung ausgegossen werden müsste. Geschnitten wird der neue Rasen auch bei einer Verlegung im Herbst, denn er wird, wie gesagt, wachsen, solange die Temperaturen nicht zu tief fallen. Es heißt, das Gras bleibt wachstumsaktiv bis hinab zu 5 Grad Plus. Darunter dann nicht mehr. Die Wurzeln sind weiterhin dabei, sich einzugraben, bis zu einer Temperatur von knapp über null, nämlich 1/2 Grad Celsius. Erst wenn es gefriert, können Sie sicher sein, dass der Rasen komplett zum Winterstillstand gekommen ist.

Und wie steht es jetzt mit einer Anpflanzung im Winter?

Selbst eine Anpflanzung im Winter ist theoretisch möglich, sofern Sie das Thermometer im Auge behalten und die Beschaffenheit des Bodens ins Kalkül einbeziehen. Natürlich ist es Unsinn, einen Rollrasen auf gefrorener oder schneebedeckter Gartenerde auszurollen, und zu erwarten, dass er gleich beginnen würde festzuwachsen. Aber nun ist ja eine große Spanne des Winters gar kein Dauerfrost mehr gegeben. Er ähnelt damit mehr dem Herbst. Somit greifen dieselben Argumente, wie sie zugunsten des Herbstes genannt wurden. Kühle, die hilft den Rasen frisch zu halten und nicht vertrocknen zu lassen. Und Feuchte, die helfen soll, die Wurzeln zur Aktivität anzuregen und die Verbindung mit dem Untergrund zu suchen.

Freilich macht das alles nur Sinn, wenn die Außentemperaturen verlässlich im Plusbereich bleiben, woran im Winter kein Mangel ist, je weiter es mit der Klimaerwärmung weitergeht. Am besten ist, wenn Sie Sicherheit erlangen, dass auch bis zu zwei Wochen nach Verlegen kein Frost zu erwarten ist. Die Rasenwurzelmatte mit Erdschicht, die mitgebracht wurde, sollte für gute Erfolgsaussichten nicht unter zwei, besser drei Zentimeter dick sein. Wachsen die Rasenhalme dann erfreulicherweise los, bleiben Sie aufmerksam und kürzen Sie, wenn acht Zentimeter erreicht werden sollten, erstmalig zurück auf fünf. Man soll es nicht übertreiben. Ständig herumkurvende Mähroboter sollten Sie nicht einsetzen, jedenfalls nicht auf einem neuen Rollrasen in der Anpflanzphase.

Was die Profis so machen, muss ja nicht jeder nachmachen

Für die Winterauslegung kann der begleitende erstmalige Einsatz von Dünger ruhig von der nährstoffreicheren Sorte sein, denn Winterböden haben eher wenig anzubieten. Nun soll es Gartenbetriebe geben, die selbst davor nicht zurückschrecken, bei Frost und Schnee Rollrasen auszulegen. Das versuchen Sie als Laie lieber nicht. Rollrasen kaufen in der Nähe sollte aber wohl auch in dieser Jahreszeit noch möglich und genügend Material im Handel zu finden sein.

Die milden Winter der letzten Jahrzehnte haben ja dafür gesorgt, dass länger als früher üblich Material für Rollrasen vom Anbaufeld geerntet und in den Verkauf gebracht werden kann. Die Anbaubetriebe freut das, denn so kann mehr geschnitten und Umsatz erzielt, statt pausiert werden. Sowohl Verpflanzung im Herbst als auch noch die im Winter (so Sie darauf bestehen) haben den Vorteil, dass der neue Rasen bis zum nächsten Sommer, wenn er wirklich intensiv genutzt werden soll, schon fester eingewachsen ist als ein ‚Frühlingskind‘.

Boden nicht vergessen, hoffentlich!

Zu jeder gewählten Zeit, egal in welcher Saison, haben Sie hoffentlich dem Unterboden zuvor Ihre volle Aufmerksamkeit gewidmet. Denn der Rollrasen kann so gut sein wie er will, wenn er auf einem Wüstenplateau ausgelegt wird, wird er nicht überleben. Der Boden ist befreit von früheren Bepflanzungen und Unkraut, aufgelockert oder gefräst worden, bis zu einer Tiefe von zehn Zentimetern. Kalkzugabe kann helfen, einen sauren Boden zu verbessern. Ist er lehmig, kann mit Untermischung von Sand ausgeglichen werden. Die Erde wird etwas verdichtet und gedüngt, nochmals ein bisschen aufgeraut, ehe der Rollrasen sich mit ihr verheiraten darf.

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Gerd Grün

Über den Autor: Gerd Grün, 49 Jahre alt, ist ein leidenschaftlicher Hobbygärtner mit einem grünen Daumen und 25 Jahren Erfahrung in der Gartenkunst. Schon in jungen Jahren entdeckte Gerd seine… More »
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