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Rasen säen – Anleitung und Ratgeber

Rasen säen- so geht es richtig.

Wenn eine neue Rasenfläche angelegt werden soll, gibt es einige Dinge vor, bei und nach der Aussaat zu beachten. Auch in alten Rasenflächen entstehen hin und wieder Rasenschäden. Zumeist nach dem Winter kommen braune oder ganz kahle Stellen zum Vorschein, die durch starke Beanspruchung, aber auch durch Schnee und Frost im Winter entstehen können.

Handelt es sich dabei nur um kleinere Stellen, während der Großteil der Rasenfläche intakt ist, können diese durch eine Nachsaat ausgebessert werden. Mit den richtigen Tipps und Tricks wächst aus dem Saatgut im Handumdrehen eine gleichmäßige und schöne neue Rasenfläche.

Rasen säen – Anleitung

Soll eine neue Rasenfläche angelegt werden, sollte der Boden eine Humusschicht von mindesten 15 bis 20 cm haben. Die Humusschicht ist wichtig, damit die jungen Rasenpflänzchen dem Boden genügend Nährstoffe entnehmen können, um zu kräftigem Gras heranzuwachsen. Sandige Böden sollten auf jeden Fall mit Humus angereichert werden. Schwere Böden können hingegen durch die Zugabe von etwas Sand aufgelockert werden.

Damit die Grassamen optimal keimen und sich entwickeln können, benötigen sie ein eher lockeren und durchlässigen Boden. Vor der Aussaat wird der Boden eingeebnet und gerecht. Wurzeln, Steine und Unkräuter sollte sorgfältig entfernt werden. Was jetzt auf der vorbereiteten Bodenfläche verbleibt, wird später dazu führen, dass die Rasenfläche uneben wird und schnell verunkrautet.

Wird die Aussaat gut geplant, ist es sinnvoll, den Boden etwa eine Woche vor der Aussaat noch einmal zu düngen. So sind auf jeden Fall genügend Nährstoffe vorhanden, um das Auskeimen und die spätere Entwicklung der jungen Pflanzen optimal zu unterstützen. Wird der Boden für eine neue Rasenfläche mit Rasenerde aufbereitet, entfällt das Düngen zumeist, da die fertige Erde in der Regel bereit Dünger enthält.

Wie viel Saatgut pro Quadratmeter auf den so vorbereiteten Boden ausgebracht wird, hängt von der Rasensorte ab. Die richtige Menge ist auf den Packungen angegeben und sollte auch möglichst eingehalten werden. Damit die Samen nicht zusammenklumpen und später gleichmäßig auf der gesamten Fläche ausgesät werden können, sollten sie bereits in der Packung schon einmal gut durchgemischt werden.

Das Aussäen erfolgt insbesondere bei großen Flächen am besten mit einem Streuwagen. Dieser kann zumeist beim Samenhändler ausgeliehen werden und muss daher nicht extra zur Rasensaat angeschafft werden. Die Aussaat mit einem Streuwagen hat den Vorteil, dass die Rasensamen sehr gleichmäßig auf dem Boden verteilt werden. Die richtige Menge Saatgut pro Quadratmeter kann direkt am Streuwagen eingestellt werden. Die Aussaat funktioniert natürlich auch per Hand.

Das ist nicht ganz so komfortabel wie mit einem Streuwagen, ist aber bei kleinen Rasenflächen häufig praktikabler. Dazu sollte zunächst einmal eine Hand voll Grassamen abgewogen werden. So lässt sich einfach berechnen, wie viele Hände Saatgut pro Quadratmeter ausgebracht werden müssen. Der Samen wird dann mit leichtem Schwung auf dem Boden ausgeworfen. Dabei muss auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Samen über die gesamte Fläche geachtet werden.

Verbleiben zu viele samenfreie Stellen, wird dort der Rasen später nur sehr spärlich wachsen und die Rasenfläche wird ungleichmäßig. Nach der eigentlichen Aussaat sollten die Samen mit einem Rechen leicht unter die Bodenoberfläche gebracht werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Rasen ein Lichtkeimer ist. Geraten die Samen mehr als einen halben Zentimeter unter den Boden, werden sie nicht mehr gut keimen.

Rasennachsaat – Anleitung

Nach dem Winter zeigen alte Rasenflächen häufig abgenutzte, abgetretene und strapazierte Stellen, die ausgebessert werden sollten, wenn im Sommer wieder eine gleichmäßige Rasenfläche den Garten zieren soll. Wenn die Rasenfläche überwiegend intakt ist, ist es nicht notwendig die komplette Rasenfläche neu anzulegen. Stattdessen können die Schwachstellen durch eine punktuelle Nachsaat ausgebessert werden.

Dazu sollten die entsprechenden Stellen zunächst von Wurzeln, Ästen, Steinen und Unkraut befreit werden und die zumeist braunen oder kahlen Stellen mit einem Rechen gut aufgelockert werden. Die Rasensorte sollte entsprechend der bestehenden Rasenfläche ausgesucht werden. Wie beim Aussähen einer komplett neuen Rasenfläche wird der Samen zunächst noch in der Packung gut gemischt und anschließend laut Packungsanleitung ausgesät.

Bei der Nachsaat ist eine Aussaat per Hand meist die bessere Alternative, denn die Schwachstellen sind in der Regel recht überschaubar. Auch hier sollten die Rasensamen nach dem Ausbringen mit dem Rechen leicht unter die Bodenoberfläche gebracht werden, damit sie bei Wind nicht weggeweht werden.

Rasen säen – Zeitpunkt beachten

Das richtige Vorgehen und der richtige Zeitpunkt sind entscheidende Faktoren, die beachtet werden sollten, wenn es um die Neuanlage einer Rasenfläche geht. Auch für die Nachsaat ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Bis sich aus den Grassamen die jungen Pflanzen bilden, brauchen die Rasensamen etwa 2 Wochen mit relativ gleichbleibenden Temperaturen. Daher ist eigentlich jeder Zeitpunkt zur Aussaat beim Anlegen einer neuen Rasenfläche geeignet, an dem für rund zwei Wochen der Boden einige Zentimeter tief mindestens  10 Grad warm ist.

Diese Bedingungen können theoretisch von April bis Oktober gegeben sein. Dennoch gelten die Hochsommermonate Juni, Juli und August nicht als die idealen Monate zur Rasensaat. Daher sollte die Aussaat vorzugsweise im Frühjahr oder im Herbst erfolgen, wobei der Herbst tendenziell die besseren Bedingungen bietet. September und Oktober sind die idealen Monate zur Aussaat. Die Rasensamen können sich noch in Ruhe vor dem Winter entwickeln.

Die Rasennachsaat erfolgt hingegen meist im Frühjahr, denn idealerweise wird nach dem Vertikutieren nachgesät und das Vertikutieren ist eine typische Frühjahrsarbeit. Zudem wächst der alte Rasen im Frühling besonders stark. Daher werden die zarten neuen Pflänzchen optimal durch den stark wachsenden Altrasen geschützt.

Rasen säen – Temperatur entscheidend?

Der ideale Zeitpunkt für die Rasensaat hängt insbesondere von den Temperaturen und der Feuchtigkeit ab. Der Boden sollte mindestens 10 Grad warm sein, damit die Samen keimen und sich entwickeln können. Zu große Hitze wirkt sich jedoch auch nachteilig aus, denn neben der richtigen Temperatur benötigen die Grassamen eine gleichbleibende Feuchtigkeit zum Keimen.

Rasen säen im Herbst – macht das Sinn?

Grassamen benötigen milde Temperaturen und eine gleichbleibende Feuchtigkeit, um optimal zu gedeihen. Das ist auch der Grund, warum der Herbst noch vor dem Frühjahr allgemein als die bessere Jahreszeit zum Rasensäen gilt. Im Herbst sorgen Regen und Tau für optimale Bedingungen und auch frühe Frosteinbrüche im Herbst sind seltener als späte Fröste im Frühjahr.

Heiße Temperaturen im Sommer sind hingegen für die Aussaat schlecht. Der Boden ist zu trocken und plötzliche und heftige Sommerregen könnten die frisch ausgesäten Grassamen von dem trockenen Boden geradezu wegspülen.

Nach dem Rasen säen walzen notwendig?

Häufig hört man den Rat, den Rasen nach dem Säen zu walzen oder zumindest festzutreten. Heutzutage raten Gartenexperten von dieser Methode jedoch ab. Durch Festtreten oder Walzen wird der Boden geglättet und hart. Das ist jedoch für das Austreiben der jungen Rasenpflanzen nicht förderlich.

Ein etwas unebener Boden ist lockerer und nimmt daher das Wasser viel besser auf. Wenn der Rasensamen stattdessen mit dem Rechen leicht unter die Bodenoberfläche gebracht wird, reicht das völlig aus, um zu verhindern, dass die Samen vom Wind weggeblasen werden. Die Gartenwalze kann stattdessen gute Dienste zum Einebnen des Bodens vor dem Aussäen leisten.

Die richtige Erde

Der Boden hat einen großen Anteil daran, wie sich der frisch gesäte Rasen entwickeln wird. Einerseits muss die Erde strapazierfähig sein, muss aber gleichzeitig auch gut wasserdurchlässig sein. Staunässe verträgt Rasen grundsätzlich nicht und frisch gesäter Rasen ist diesbezüglich noch empfindlicher. Zusätzlich zu diesen Eigenschaften muss die Bodenbeschaffenheit so ausgewogen sein, dass der Samen gut keimen und gut anwachsen kann.

Daher sollte die Bodenbeschaffenheit vor dem Aussäen überprüft werden und notfalls entsprechend aufbereitet werden. Eine optimale Rasenerde besteht zur Hälfte aus Kompost. Dazu kommen etwa 40 Prozent Humus und 10 Prozent Sand. Diese Mischung verschafft dem Rasensamen optimale Wachstumsbedingungen. Die Wurzeln der jungen Pflanzen kommen leicht durch den Boden und finden gleichsam genügend Halt, um richtig zu verwurzeln.

Überschüssiges Wasser kann zudem leicht abfließen, sodass der Boden nicht zu nass wird und die Samen nicht weggeschwemmt werden. Rasenerde kann abgepackt in der optimalen Mischung gekauft werden, oder selbst zusammengemischt werden. Wird die zukünftige Rasenfläche mit fertiger Erde aufbereitet, sollte berücksichtigt werden, dass diese Mischungen zumeist schon Dünger enthalten. Das Düngen circa eine Woche vor der Aussaat entfällt daher.

Nach dem Säen – das richtige Gießen

Nach dem Säen braucht der Rasensamen eine durchgehende Bodenfeuchtigkeit, um zu keimen und zu kräftigen Pflanzen heranzuwachsen. Die Rasenfläche muss daher regelmäßig gewässert werden. Dabei sollte auf keinen Fall ein Gartenschlauch mit Spritzaufsatz genutzt werden. Der starke Wasserstrahl würde die Samen wegschwemmen. Besser ist der Einsatz eines Rasensprengers.

Bei der Bewässerung sollten Überschwemmungen unbedingt vermieden werden, denn genau wie bei der punktuellen Bewässerung mit einem Spritzaufsatz wird der Rasensamen weggespült, wenn die gesamte Rasenfläche völlig unter Wasser gesetzt wird. Bis die ersten Grashalme zu sprießen beginnen, vergehen in der Regel ein bis zwei Wochen.

Nach der Aussaat – Betreten verboten

Nach der Neuanlage einer kompletten Rasenfläche, genau wie nach der Nachsaat einzelner Stellen, sollten die eingesäten Flächen möglichst nicht betreten werden. Erst wenn die neu eingesäte Fläche dicht erscheint, sind die Rasenpflanzen kräftig genug, dass das Betreten keinen Schaden mehr anrichtet.

Zum ersten Mal gemäht werden darf der frische Rasen erst, wenn er eine Höhe von rund 8 cm erreicht hat. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass er beim ersten Mähen nicht so kurz geschnitten wird. So können die jungen Pflanzen kräftiger werden und sich besser verwurzeln und verzweigen, sodass die Rasenfläche dichter wird.

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