Rasen aerifizieren – Ablauf, Zeitpunkt und Vorgehensweise


Zu einer richtigen Rasenpflege gehört weit mehr, als lediglich diesen zu Mähen und zu Bewässern. Eine gesunde grüne Wiese benötigt etwas mehr Zuwendung. Beispielsweise müssen Unkräuter entfernt werden, die richtige Dünger verteilt und man sollte den Rasen aerifizieren. Dieser Vorgang ist nicht mit dem Vertikutieren zu verwechseln, auch wenn Beide sich relativ ähneln.

Beim Vertikutieren sollen abgestorbene Gräser und anderes organisches Material (also Rasenfilz) aus der Grasnarbe gehoben werden. Theoretisch auch eine Art der Belüftung, damit die Nährstoffe, wie Dünger, Wasser etc. wieder an die Wurzeln gelangen können.

Den Rasen aerifizieren bedeutet hingegen den Boden auf mechanische Weise wieder aufzulockern. Vorrangig geht es dabei um die Rasentragschicht. Mit der Belüftung dieser Bodenschicht sorgt man für eine gesunde und ebenmäßige Entwicklung der Rasenfläche. Um das Aerifizieren umzusetzen gibt es mittlerweile viele Hilfsmittel wie Maschinen, Gabeln oder selbst Schuhe.

Woran erkenne ich einen verfestigten Boden?

Dichte Böden hören sich ja erstmal gut an. Allerdings hat es für die Pflanzenwelt einen ziemlich großen Nachteil, wie man an den folgenden Merkmalen erkennen kann:

  1. Das Unkraut Breitwegerich tritt auf und vermehrt sich.
  2. Wurzelwachstum und Mikroorganismen sind beeinträchtigt, was sich beispielsweise durch modrigen Geruch deutlich macht.
  3. Wasser wird nur schlecht aufgenommen und es bildet sich schnell Staunässe (z.B. Pfützen).
  4. Gräser und andere Pflanzen wachsen unglaublich langsam.

Desweiteren lässt sich eine zu hohe Bodendichte auch ermessen. Dafür gibt es insgesamt drei Instrumente:

  1. Das Penetrometer drückt man senkrecht in den Boden hinein. Dabei wieder der Widerstand des Bodens gemessen, woraus sich die Dichte der Erde erschließen lässt.
  2. Mit einer Zylinderentnahme können feuchte und trockene Bodendichte ermittelt werden.
  3. Der Proctorhammer misst den Eindringswiderstand mit einem bestimmten Gewicht beim Fall einer definierten Höhe.

Doch ich glaube es sind nicht zwanghaft Messwerte nötig, um den schlechten Zustand des Rasens zu erkennen.

Wann sollte man den Rasen aerifizieren?

Insbesondere während der Wachstumsphase erzielt man die besten Effekte. Bedeutet also in einem Zeitraum zwischen März und Oktober empfiehlt sich das Aerifizieren. Die Häufigkeit ist dabei Ihnen überlassen. Empfohlen wird ein vierwöchiger Rhythmus. Man könnte es also am Ende jedes Monats einmal den Rasen durcharbeiten.

Allerdings sollten Sie dabei die Witterungsbedingungen beachten. Ist der Rasen durch tagelangen Regen stark durchtränkt und matschig, sollten sie die Methode aufschieben. Beim Zerstochern des Bodens könnten nur noch größere Schäden entstehen. Eine Belüftung mit den Hohlspoons sollte drei Mal pro Jahr erfolgen.

Die Wiederholungen richten sich auch nach Belastungsgrad, Nutzung und Rasentypus.

Wie funktioniert das Belüften des Rasens?

Es gibt zahlreiche Methode um den Boden zu belüften. Es gibt richtige Werkzeuge dafür, Handgeräte oder auch Aufsätze für die Schuhe. Doch egal für welche Methode Sie sich im Endeffekt entscheiden, die Vorgehensweise bleibt die gleiche. In den meisten Fällen benutzt man eine sogenannte Rasenwalze, welche entweder mit fünf oder neun Zentimeter langen Stacheln ausgestattet ist.

Es gibt auch Variante mit deutlich längeren „Spoons“ (so nennt man die Stacheln), allerdings sind diese eher für den professionellen Gebrauch gedacht; beispielsweise bei Golfrasenflächen. Die hohlen Stacheln stechen durch die Grasnarbe in den Boden hinein. Dabei nehmen sie auch etwas Erde mit.

Natürlich kommt es dabei zu kleinen Verletzungen der Rasenfläche, allerdings ist das ja gewollt. Somit kann Wasser wieder in die tieferen Schichten gelangen und dementsprechend auch mineralisieren. Zudem ermöglicht der „offene“ Boden einen verbesserten Gasaustausch. Nach der Behandlung mit der Rasenwalze kann die Nachbehandlung der Rasenfläche beginnen.

Entweder lässt man die Löcher so bestehen und lässt der Natur ihren Lauf, oder man greift direkt mit einer Behandlung ein. Beispielsweise können einige Böden Zusätze vertragen, sodass man die kleinen Löcher mit Sand auffüllt. Wahlweise kann auch Dünger und zusätzliches Saatgut ausgebracht werden, falls es sich um eine marode Fläche handelt.

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