Kirschlorbeer düngen – wann, womit und wie oft

Kirschlorbeer düngen Sie am besten im Frühjahr, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist und die Pflanze sichtbar in die Wachstumsphase startet. Ideal ist ein organischer Langzeitdünger, reifer Kompost oder ein Dünger für immergrüne Gehölze. Meist reicht eine Hauptdüngung im März oder April. Bei schwachem Wuchs, sandigem Boden oder frisch gepflanzten Hecken kann eine zweite, moderate Gabe im Juni sinnvoll sein. Ab Spätsommer sollte kein stickstoffbetonter Dünger mehr ausgebracht werden, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen.

Kirschlorbeer düngen – wann, womit und wie oft
Kirschlorbeer düngen – wann, womit und wie oft

Kirschlorbeer gilt als robust, immergrün und pflegeleicht. Ganz ohne Nährstoffe kommt er trotzdem nicht aus. Wer die Hecke jedes Jahr stark schneidet, ihr viele Blätter nimmt oder sie auf magerem Boden stehen hat, sollte die Versorgung im Blick behalten. Zu viel Dünger ist aber genauso ungünstig wie zu wenig. Eine dunkelgrüne, dichte Kirschlorbeerhecke entsteht nicht durch wahlloses Nachdüngen, sondern durch den richtigen Zeitpunkt, eine passende Düngermenge, gute Bodenpflege und ausreichend Wasser.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bester Zeitpunkt: März bis April, sobald der Boden frostfrei ist und die Pflanze neue Triebe bildet.
  • Geeigneter Dünger: Organischer Langzeitdünger, reifer Kompost, Hornspäne oder ein spezieller Dünger für immergrüne Gehölze.
  • Wie oft düngen? Meist genügt eine Hauptgabe im Frühjahr. Eine zweite, kleinere Gabe im Frühsommer ist nur bei Bedarf sinnvoll.
  • Ab August vorsichtig sein: Stickstoffbetonte Dünger fördern weiche Triebe, die frostempfindlicher werden können.
  • Wasser nicht vergessen: Dünger wirkt nur, wenn der Boden gleichmäßig feucht ist. Auf trockener Erde kann selbst guter Dünger Stress verursachen.

Warum Kirschlorbeer Dünger braucht

Kirschlorbeer, botanisch meist Prunus laurocerasus, ist ein immergrünes Gehölz. Er behält seine Blätter über den Winter und bildet im Frühjahr neue Triebe. Genau das kostet Kraft. Stickstoff unterstützt das Blattwachstum, Kalium stärkt das Pflanzengewebe, Magnesium hilft bei der Blattgrünbildung und Phosphor spielt eine Rolle für Wurzeln und Energiehaushalt. Trotzdem ist Kirschlorbeer kein Starkzehrer wie ein Gemüsebeet. Er braucht keine ständigen Nährstoffschübe, sondern eine ruhige, gleichmäßige Versorgung.

Besonders wichtig ist der Boden. Ein humoser Gartenboden speichert Wasser und Nährstoffe deutlich besser als ein sehr sandiger, trockener Standort. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Humus reich an Pflanzennährstoffen ist und eine hohe Wasserspeicherkapazität besitzt. Für Kirschlorbeer bedeutet das: Wer den Boden mit Kompost, Mulch und Laubpflege verbessert, muss oft weniger mineralisch nachhelfen.

Auch der Schnitt spielt hinein. Eine stark zurückgeschnittene Kirschlorbeerhecke muss neue Blattmasse aufbauen. Nach einem kräftigen Rückschnitt im Frühjahr kann eine maßvolle Düngung helfen. Wird die Hecke dagegen kaum geschnitten und wächst ohnehin kräftig, reicht oft eine dünne Kompostgabe. Mehr Dünger macht die Pflanze dann nicht automatisch schöner. Er kann sogar weiche, anfällige Triebe fördern.

Mehr Grundlagen zur Pflanzenpflege finden Sie auch in der internen Kategorie Pflanzenpflege. Passende Ergänzungen sind die Ratgeber zu Dünger, Kompost und Pflanzen schneiden.

Wann sollte man Kirschlorbeer düngen?

Frühjahr: die wichtigste Düngung des Jahres

Der beste Zeitpunkt zum Kirschlorbeer düngen liegt im März oder April. Warten Sie, bis der Boden frostfrei ist. Düngen auf gefrorenem Boden bringt nichts, weil die Wurzeln keine Nährstoffe aufnehmen können. Außerdem besteht die Gefahr, dass Nährstoffe bei Regen weggespült werden. Sobald neue Knospen anschwellen und frische Triebe sichtbar werden, beginnt die Pflanze zu arbeiten. Dann kann sie den Dünger sinnvoll nutzen.

Für die Frühjahrsdüngung eignet sich ein organischer Langzeitdünger besonders gut. Er gibt Nährstoffe nicht schlagartig ab, sondern nach und nach. Das passt zum Wuchsverhalten von Kirschlorbeer. Wer reifen Kompost nutzt, verbessert gleichzeitig die Bodenstruktur. Gerade bei Hecken ist das wertvoll, weil der Boden unter den Pflanzen oft verdichtet, trocken oder durch Wurzeldruck belastet ist.

Frühsommer: nur bei Bedarf nachdüngen

Eine zweite Düngung im Juni ist kein Muss. Sie kann aber sinnvoll sein, wenn die Blätter heller werden, die Hecke nach einem starken Schnitt neu austreiben muss oder der Standort sehr sandig ist. Sandige Böden halten Nährstoffe schlechter. Dort wird ein Teil schneller ausgewaschen, besonders bei Starkregen. Die zweite Gabe sollte kleiner ausfallen als die Hauptdüngung im Frühjahr. Ein halber Richtwert genügt oft.

Beobachten Sie die Pflanze vorher. Dunkelgrüne, kräftige Blätter und normaler Austrieb sprechen gegen eine zweite Düngung. Kirschlorbeer soll dicht wachsen, aber nicht mastig. Zu viel Stickstoff führt zu langen, weichen Trieben. Diese sehen im Sommer schnell aus wie Erfolg, sind aber nicht immer stabil.

Herbst: besser Kalium statt Stickstoff

Im Herbst geht es nicht mehr um starkes Wachstum. Jetzt soll der Kirschlorbeer ausreifen und winterfester werden. Verzichten Sie deshalb ab August auf stickstoffbetonte Dünger. Wenn überhaupt, kommt eine kaliumbetonte Herbstdüngung infrage. Kalium unterstützt die Festigkeit des Pflanzengewebes und kann helfen, Froststress besser zu überstehen. Eine pauschale Herbstdüngung ist trotzdem nicht bei jeder Hecke nötig.

Bei gut versorgtem Boden reicht es oft, die Fläche unter der Hecke mit Laubmulch oder einer dünnen Schicht Kompost zu pflegen. Das schützt den Boden vor Austrocknung und Frost. Wichtig: Frischer, unreifer Kompost gehört nicht direkt an die Wurzeln. Nutzen Sie gut verrottetes Material.

Womit Kirschlorbeer düngen?

Für Kirschlorbeer eignen sich mehrere Düngertypen. Die beste Wahl hängt vom Boden, vom Alter der Pflanze und vom gewünschten Pflegeaufwand ab. In den meisten Gärten funktioniert organische Düngung am zuverlässigsten. Sie füttert nicht nur die Pflanze, sondern auch das Bodenleben. Das ist bei einer langlebigen Hecke wichtiger als ein kurzfristiger Wachstumsschub.

Düngertyp Geeignet für Vorteile Nachteile
Reifer Kompost Bestehende Hecken, Bodenverbesserung Fördert Humus, Bodenleben und Wasserhaltefähigkeit Nährstoffgehalt schwankt, wirkt langsam
Hornspäne Frühjahrsdüngung, organische Stickstoffgabe Langsame Stickstofffreisetzung, einfach anzuwenden Wirkt temperaturabhängig und nicht sofort
Organischer Langzeitdünger Bequeme Hauptdüngung im Frühjahr Gleichmäßige Versorgung, geringe Verbrennungsgefahr bei richtiger Dosierung Qualität und Zusammensetzung unterscheiden sich je nach Produkt
Dünger für immergrüne Gehölze Kirschlorbeer, Ilex, Rhododendron-ähnliche Pflegebereiche Auf Blattmasse und Grünfärbung abgestimmt Nicht blind dosieren, Bodenversorgung beachten
Mineralischer Volldünger Schnelle Hilfe bei akutem Mangel Wirkt schnell und gezielt Höheres Risiko für Überdüngung und Auswaschung
Kaliumbetonter Herbstdünger Frostgefährdete Standorte, junge Pflanzen Unterstützt Gewebefestigkeit vor dem Winter Nicht nötig, wenn der Boden bereits gut versorgt ist

Kompost verdient besondere Aufmerksamkeit. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen beschreibt Kompost als organischen Vollwertdünger, der in der Regel alle Pflanzennährstoffe enthält. Kalium ist daraus gut pflanzenwirksam, während Stickstoff langsamer verfügbar wird. Genau deshalb passt Kompost gut zu Kirschlorbeer: Er überfüttert nicht, sondern verbessert den Boden über längere Zeit.

Von Hausmitteln wie Kaffeesatz, Eierschalen oder Bananenschalen sollten Sie keine Wunder erwarten. Kaffeesatz enthält zwar geringe Mengen Nährstoffe, ersetzt aber keine durchdachte Düngung. Eierschalen liefern vor allem Kalk, was nur bei sauren Böden sinnvoll sein kann. Kirschlorbeer wächst in vielen Gartenböden gut, braucht aber keinen planlosen Kalkschub. Wer unsicher ist, macht lieber eine Bodenanalyse.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Kirschlorbeer richtig düngen

  1. Boden prüfen: Entfernen Sie grobes Unkraut und schauen Sie, ob der Boden trocken, verdichtet oder sehr nass ist. Kirschlorbeer mag keine dauerhafte Staunässe.
  2. Hecke wässern: Ist der Boden sehr trocken, gießen Sie einen Tag vor dem Düngen gründlich. Dünger auf staubtrockener Erde kann Wurzeln stressen.
  3. Dünger abmessen: Richten Sie sich nach der Herstellerangabe. Bei organischem Dünger lieber etwas vorsichtiger dosieren als zu großzügig.
  4. Im Wurzelbereich verteilen: Streuen Sie den Dünger nicht direkt an den Stamm, sondern breit unter der Krone beziehungsweise entlang der Heckenlinie.
  5. Leicht einarbeiten: Harken Sie Granulat oder Kompost flach in die oberste Bodenschicht ein. Nicht tief graben, sonst verletzen Sie Feinwurzeln.
  6. Angießen: Wässern Sie nach dem Düngen gründlich. So gelangen die Nährstoffe besser in den Wurzelraum.
  7. Mulch auftragen: Eine dünne Mulchschicht hält Feuchtigkeit im Boden. Lassen Sie rund um die Stämme etwas Abstand, damit keine Fäulnis entsteht.

Bei frisch gepflanztem Kirschlorbeer gilt: Nicht sofort übertreiben. Viele Pflanzen kommen bereits mit einem vorgedüngten Ballen aus der Baumschule. Beim Pflanzen reicht oft reifer Kompost im Aushub oder eine kleine Menge organischer Starterdünger. Starke mineralische Düngergaben direkt an jungen Wurzeln sind riskant.

Dosierung: Wie viel Dünger braucht Kirschlorbeer?

Eine exakte Grammzahl lässt sich ohne Produktangabe und Bodenanalyse nicht seriös nennen. Düngemittel unterscheiden sich stark. Trotzdem helfen Richtwerte bei der Orientierung:

Situation Empfehlung Hinweis
Junge Einzelpflanze kleine Gabe organischer Dünger im Frühjahr Erst nach dem Anwachsen stärker versorgen
Bestehende Hecke auf normalem Boden eine Hauptdüngung im März/April Langzeitdünger oder Kompost reicht meist aus
Sandiger, magerer Boden Frühjahrsdüngung plus kleine Gabe im Juni Mulchen verbessert die Wasser- und Nährstoffspeicherung
Stark geschnittene Hecke nach dem Schnitt maßvoll organisch düngen Nicht mit Stickstoff übertreiben
Kübelpflanze regelmäßiger, aber schwächer düngen Nährstoffe werden im Topf schneller verbraucht

Für Kompost gilt im Hausgarten: Eine dünne Schicht von etwa ein bis zwei Zentimetern im Wurzelbereich ist meist ausreichend. Sie sollte nicht wie ein Hügel an den Stamm geschoben werden. Bei Handelsdüngern zählt die Packungsangabe. Wenn dort eine Spanne steht, wählen Sie bei Kirschlorbeer im Zweifel den unteren bis mittleren Bereich. Besonders nach Trockenstress ist Vorsicht sinnvoll. Erst wässern, dann düngen.

Eine Bodenanalyse lohnt sich bei alten Hecken, wiederkehrenden Blattproblemen oder wenn bereits viel gedüngt wurde. Sie zeigt, ob tatsächlich Nährstoffe fehlen oder ob ein anderes Problem vorliegt. Gelbe Blätter bedeuten nicht automatisch Düngermangel. Auch Staunässe, Trockenheit, Frostschäden, verdichteter Boden oder Wurzeldruck können dahinterstecken.

Überdüngung und Nährstoffmangel erkennen

Anzeichen für zu wenig Nährstoffe

Ein Nährstoffmangel zeigt sich beim Kirschlorbeer oft an blassgrünen bis gelblichen Blättern, schwachem Austrieb und dünner Belaubung. Die Hecke wirkt müde. Neue Blätter bleiben klein. Manchmal fallen ältere Blätter früher ab. Das kann auf Stickstoffmangel hinweisen, muss es aber nicht. Wenn der Boden zu trocken ist, kann die Pflanze vorhandene Nährstoffe ebenfalls schlecht aufnehmen.

Magnesiummangel zeigt sich häufig durch Aufhellungen zwischen den Blattadern. Eisenmangel kann bei sehr kalkhaltigem Boden auftreten, besonders wenn junge Blätter gelb werden, während die Blattadern grün bleiben. Solche Symptome sollte man nicht blind mit irgendeinem Dünger behandeln. Besser ist es, Standort, Bodenfeuchte und pH-Wert mitzudenken.

Anzeichen für zu viel Dünger

Überdüngung erkennt man an braunen Blatträndern, verbrannten Blattspitzen, ungewöhnlich weichem Wachstum oder plötzlichem Blattfall nach einer Düngergabe. Besonders mineralische Dünger können bei falscher Anwendung zu Salzstress im Wurzelbereich führen. Die Pflanze kann dann Wasser schlechter aufnehmen, obwohl der Boden feucht ist. Das sieht paradox aus: Man düngt, um zu helfen, und die Hecke wirkt danach schlechter.

Wenn Sie zu viel gedüngt haben, hilft keine weitere „Gegen-Düngung“. Wässern Sie den Boden gründlich, damit überschüssige Salze ausgespült werden. Entfernen Sie sichtbare Düngerkörner, wenn möglich. Bei Kübelpflanzen kann ein Teil des Substrats ersetzt werden. Schneiden Sie geschädigte Blätter nicht sofort radikal weg. Warten Sie ab, bis klar ist, welche Triebe sich erholen.

Jahresplan: Kirschlorbeer düngen nach Saison

Monat Maßnahme Empfehlung
Februar Kontrolle nach Winter Frostschäden, Trockenheit und Blattfall prüfen, noch nicht stark düngen
März bis April Hauptdüngung Organischer Langzeitdünger, Kompost oder Gehölzdünger ausbringen
Mai Wuchs beobachten Bei gutem Austrieb keine zusätzliche Gabe nötig
Juni Optionale Nachdüngung Nur bei schwachem Wuchs, magerem Boden oder nach starkem Schnitt
Juli Wässern und mulchen Bei Hitze lieber Bodenfeuchte sichern statt nachdüngen
August Stickstoff stoppen Keine wachstumstreibenden Dünger mehr geben
September bis Oktober Herbstpflege Bei Bedarf kaliumbetont düngen, sonst Kompost oder Mulch dünn ausbringen
November bis Januar Ruhephase Nicht düngen, bei trockenen frostfreien Phasen immergrüne Pflanzen wässern

Standort, Wasser und Schnitt: Warum Dünger allein nicht reicht

Kirschlorbeer bekommt viele Probleme nicht durch Nährstoffmangel, sondern durch Stress. Trockenheit ist ein Klassiker. Die großen, immergrünen Blätter verdunsten auch im Winter Wasser. Wenn der Boden gefroren oder extrem trocken ist, kann die Pflanze nicht genug nachliefern. Dann entstehen braune Blattränder oder ganze Blätter werden trocken. Das wird schnell mit Düngermangel verwechselt.

Auch Staunässe macht Ärger. Kirschlorbeer mag zwar frische Böden, aber keine dauerhaft nassen Wurzeln. In verdichteter Erde kann Sauerstoff fehlen. Die Wurzeln arbeiten schlechter, Nährstoffe werden schlechter aufgenommen und die Blätter vergilben. Wer dann noch mehr Dünger gibt, verschärft das Problem. Lockern Sie den Boden vorsichtig, verbessern Sie schwere Böden mit Kompost und achten Sie darauf, dass Wasser ablaufen kann.

Nach dem Schnitt braucht Kirschlorbeer Zeit. Ein sauberer Schnitt und gute Wasserversorgung sind oft wichtiger als eine starke Düngergabe. Mehr zum passenden Rückschnitt finden Sie im Bereich Pflanzen schneiden. Für Heckenpflanzen lohnt sich auch der Blick in die Kategorie Heckenpflanzen.

Umweltbewusst düngen: so bleibt die Hecke gesund und der Boden geschützt

Düngung sollte immer bedarfsgerecht sein. Das klingt trocken, spart aber Geld und schützt Boden und Wasser. Das Umweltbundesamt erklärt, dass Pflanzen Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphat und Kalium benötigen, gleichzeitig aber nicht benötigte Stoffe und Nährstoffüberschüsse Umweltprobleme verursachen können. Für den Garten heißt das: Nicht nach Kalender überdosieren, sondern nach Boden, Wuchs und Pflanzenzustand handeln.

Organische Düngung passt gut zu diesem Ansatz. Reifer Kompost, Mulch und Laub fördern Bodenorganismen und bauen Humus auf. Das Umweltbundesamt empfiehlt in seinem Bodenschutz-Ratgeber natürliche Maßnahmen wie organisches Düngen, Mulchen und Kompostieren, weil Nährstoffe dadurch langsamer in den Kreislauf kommen. Für Kirschlorbeer ist das ideal, denn die Pflanze braucht keine schnellen Peaks, sondern eine stabile Grundversorgung.

Ein ehrlicher Hinweis gehört ebenfalls dazu: Kirschlorbeer ist zwar in deutschen Gärten weiterhin erlaubt, wird aus Naturschutzsicht aber kritisch gesehen. Der NABU weist darauf hin, dass Kirschlorbeer in der EU nicht verboten ist, aber in der freien Natur heimische Pflanzen verdrängen kann und für viele Insekten und Vögel weniger wertvoll ist als heimische Sträucher. Bestehende Hecken müssen deshalb nicht entfernt werden. Wer neu plant, kann aber über Alternativen wie Hainbuche, Liguster, Feldahorn, Weißdorn oder Eibe nachdenken.

Für bestehende Kirschlorbeerhecken gilt: pflegen, aber nicht unnötig treiben. Je dichter, stärker und schneller eine Hecke wächst, desto häufiger muss sie geschnitten werden. Das erzeugt Schnittgut und nimmt dem Garten oft Strukturvielfalt. Eine maßvolle Düngung hält die Pflanze vital, ohne sie zum Dauerwachstum anzuschieben.

Kirschlorbeer nach dem Pflanzen düngen

Beim Pflanzen entscheidet die Bodenvorbereitung mehr als die Düngermenge. Lockern Sie das Pflanzloch großzügig und mischen Sie bei magerem Boden reifen Kompost ein. Der Wurzelballen sollte gut gewässert sein. Nach dem Einsetzen wird gründlich eingeschlämmt. In den ersten Wochen braucht die Pflanze vor allem gleichmäßige Feuchtigkeit. Ein starker Dünger direkt an der Wurzel ist dagegen nicht nötig.

Bei Ballenware und Containerpflanzen aus der Baumschule ist oft bereits Nährstoff im Substrat vorhanden. Deshalb reicht eine sehr moderate Startgabe. Erst im nächsten Frühjahr kann die Hecke wie eine eingewachsene Pflanze behandelt werden. Wenn Sie im Herbst pflanzen, düngen Sie nicht mehr stickstoffbetont. Besser sind Kompost, Mulch und gutes Angießen.

Kirschlorbeer im Kübel düngen

Kirschlorbeer im Topf braucht mehr Aufmerksamkeit als eine Hecke im Gartenboden. Das Substratvolumen ist begrenzt. Nährstoffe werden schneller verbraucht oder beim Gießen ausgeschwemmt. Nutzen Sie im Frühjahr einen organischen Langzeitdünger für Gehölze oder immergrüne Pflanzen. Bei flüssiger Düngung arbeiten Sie lieber schwach dosiert und regelmäßig als selten und stark.

Der Kübel muss Abzugslöcher haben. Staunässe ist im Topf besonders gefährlich. Eine Drainageschicht und ein strukturstabiles Substrat helfen. Wenn Blätter gelb werden, prüfen Sie zuerst Wasserhaushalt, Topfgröße und Wurzelraum. Häufig ist der Topf schlicht zu klein oder das Substrat ausgelaugt. Dann hilft Umtopfen mehr als Nachdüngen.

Fazit: Kirschlorbeer richtig düngen

Kirschlorbeer düngen ist unkompliziert, wenn Sie nicht nach dem Motto „viel hilft viel“ arbeiten. Die wichtigste Gabe erfolgt im Frühjahr. Ein organischer Langzeitdünger, reifer Kompost oder ein passender Dünger für immergrüne Gehölze reicht in den meisten Gärten aus. Eine zweite Düngung im Juni ist nur bei Bedarf sinnvoll. Ab Spätsommer sollte Stickstoff tabu sein, damit die Pflanze winterfest bleibt.

Der beste Dünger ersetzt keine gute Standortpflege. Wasser, Bodenstruktur, Mulch, Schnitt und Wurzelgesundheit entscheiden stark darüber, wie sattgrün und dicht die Hecke wächst. Wer den Boden humos hält und die Pflanze beobachtet, düngt seltener falsch. Genau das ist der Unterschied zwischen einer nur „grünen Wand“ und einer gepflegten, langlebigen Hecke.

FAQ: Häufige Fragen zum Kirschlorbeer düngen

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Kirschlorbeer zu düngen?

Der beste Zeitpunkt ist im Frühjahr, meist im März oder April. Der Boden sollte frostfrei sein und die Pflanze sollte in den Austrieb starten. Dann kann der Kirschlorbeer die Nährstoffe am besten verwerten.

Womit sollte man Kirschlorbeer düngen?

Geeignet sind reifer Kompost, Hornspäne, organischer Langzeitdünger oder ein Dünger für immergrüne Gehölze. Kompost verbessert zusätzlich den Boden. Mineralischer Dünger sollte nur vorsichtig und nach Packungsangabe verwendet werden.

Wie oft muss Kirschlorbeer gedüngt werden?

In normalen Gartenböden reicht eine Düngung pro Jahr. Bei sandigem Boden, schwachem Wachstum oder nach starkem Rückschnitt kann im Juni eine zweite kleine Gabe sinnvoll sein. Ab August sollte nicht mehr stickstoffbetont gedüngt werden.

Kann man Kirschlorbeer mit Kaffeesatz düngen?

Kaffeesatz kann in kleinen Mengen in den Kompost oder dünn in den Boden eingearbeitet werden. Als alleiniger Dünger reicht er für Kirschlorbeer nicht aus. Er sollte nie schimmelig und nicht in dicken Schichten ausgebracht werden.

Warum bekommt Kirschlorbeer gelbe Blätter trotz Düngung?

Gelbe Blätter können durch Nährstoffmangel entstehen, aber auch durch Trockenheit, Staunässe, Frostschäden oder verdichteten Boden. Prüfen Sie zuerst Wasserhaushalt und Standort. Wenn das Problem wiederkehrt, ist eine Bodenanalyse sinnvoll.

Darf man Kirschlorbeer im Herbst düngen?

Eine stickstoffbetonte Herbstdüngung ist nicht empfehlenswert, weil sie weiche neue Triebe fördern kann. Wenn eine Herbstdüngung nötig ist, sollte sie kaliumbetont und maßvoll sein. Oft reichen Mulch oder eine dünne Kompostschicht.

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