Kunstdünger – Sorten, Inhaltsstoffe und Anwendung
Kunstdünger unterscheidet sich grundlegend von natürlichem Dünger. Er enthält essentielle Pflanzennährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium in synthetischer Form. Während er für Zierpflanzen unbedenklich ist, kann er bei Nutzpflanzen langfristige Auswirkungen auf Geschmack und Inhaltsstoffe haben. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass sie synthetische Dünger verwenden, da diese oft günstig und weit verbreitet sind. Doch die Wahl des Düngers beeinflusst nicht nur das Wachstum der Pflanzen, sondern auch deren Qualität und Umweltverträglichkeit. Der übermäßige Einsatz von Kunstdünger kann Böden langfristig auslaugen, das Grundwasser belasten und sogar Rückstände in Lebensmitteln hinterlassen. Deshalb lohnt es sich, zwischen künstlichem und natürlichem Dünger abzuwägen, um Pflanzen optimal zu versorgen und nachhaltig zu gärtnern.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Kunstdünger oder lieber doch natürlicher Dünger?
- 3 Kunstdünger ist nicht gesund
- 4 Welche Kunstdünger gibt es und was ist bei Überdüngung zu tun?
- 5 Wie beeinflusst Kunstdünger die Umwelt?
- 6 Sind natürliche Düngemittel wirklich besser?
- 7 Wie vermeidet man Überdüngung und ihre Folgen?
Das Wichtigste in Kürze
- Kunstdünger vs. natürlicher Dünger – Kunstdünger enthält synthetische Nährstoffe, während natürlicher Dünger organisch ist und Humus aufbaut.
- Auswirkungen auf Pflanzen – Mit Kunstdünger behandelte Pflanzen wachsen schneller, können aber geschmacklich und nährstofftechnisch abweichen.
- Gesundheitsrisiken – Einige Kunstdünger enthalten Schwermetalle wie Uran, die langfristig gesundheitsschädlich sein können.
- Umweltprobleme – Übermäßige Nutzung belastet das Grundwasser, verringert die Bodenqualität und beeinflusst die Tierwelt.
- Alternative Lösungen – Kompost, Mist und andere organische Dünger sind nachhaltiger und fördern die Bodenfruchtbarkeit langfristig.
Blumen oder andere Zierpflanzen kann man jedoch problemlos mit künstlichem Dünger füttern. Meist wissen viele Gartenbesitzer nicht einmal, dass der Dünger den Sie verwenden synthetisch ist. Einerseits ist diese Tatsache deswegen unbekannt, da man sich einfach nicht dafür interessiert und andererseits ist es gang und gäbe, dass man einfach auf die billigsten Mittelchen zurückgreift.
Doch du bist was du isst! Dieser Spruch trifft nicht nur auf Menschen zu, sodern auch auf Pflanzen. Wenn diese nämlich mit natürlichem Dünger gedüngt werden, riechen und schmecken Sie ganz anders, als wenn man die Chemiekeule herausholt. Kunstdünger ist zwar nicht so schlimm, wenn man diesen nur hin- und wieder verwendet, jedoch sollte man genau überlegen was man da macht, wenn man die eigenen Rosen oder Brombeeren damit düngt.
- Versorgt Ihre Pflanzen mit allen wichtigen Hauptnährstoffen
- Für schnelles Wachstum
Der Stoff wird von den Pflanzen immerhin aufgesaugt und befindet sich dann selbstverständlich im Inneren dieser Lebewesen. Das bedeutet, dass Bienen die am Nektar von Blumen naschen welche mit Kunstdünger aufwachsen, auch jedesmal ein wenig Chemie mit ins Nest bringen. Der Honig der dann von den Bienen produziert wird, ist demnach ein wenig chemisch. Dies ist jedoch derart minimal, dass es keine Auswirkung auf unsere Gesundheit hat, wenn wir diesen anschließend verspeisen.
Ebenso verhält es sich mit Beeren, Tomaten oder anderen Speisepflanzen die wir anbauen und mit Kunstdünger füttern. Wenn wir anschließend in die Tomate oder Gurke beißen, denken wir uns nichts dabei, jedoch ist der Saft der in der Pflanze fließt nicht zu 100% natürlich. Das der Geschmack von Pflanzen die mit verschiedenen Düngemitteln aufgewachsen sind anders ist, kommt in Einzelfällen durchaus vor.
Vor allem gekauftes Obst und Gemüse schmeckt meist anders, als wenn dieses selbst angebaut wurde. Häufig sind industriell erzeugte, billige Tomaten fast geschmacklos wenn man sie mit den eigenen Tomaten vergleicht. Dies liegt einerseits an der Massenproduktion und andererseits auch an dem Kunstdünger, der verwendet wird. Große Firmen möchten nämlich soviel Profit wie nur möglich rausschlagen und düngen ihr Obst und Gemüse daher relativ häufig mit Kunstdünger.
Kunstdünger oder lieber doch natürlicher Dünger?
Häufig riecht es vor allem im Frühing und im Sommer in Dörfern nach Kuhmist oder Jauche. Dies ist nicht etwa der Fall, weil die Kühe dann besonders oft auf Toilette müssen, sondern weil der Bauer mit diesen natürlichen Düngemitteln die Felder fruchtbarer macht.
Einige Bauern benutzen jedoch auch Kunstdünger, wenn etwa keine Zeit vorhanden war, Brennesseljauche herzustellen oder Kuhmist anzusammeln. Auch Knochenmehl wird als natürlicher Dünger eingesetzt. Was jeden natürlichen Dünger von künstlichem unterscheidet ist die Humusbildung. Kunstdünger bildet nämlich keinen.
Ein Vorteil von Kunstdünger ist seine Wirksamkeit. Pflanzen die mit künstlichen Düngemitteln gegossen werden, können die Inhaltsstoffe nämlich sofort verwenden. Es verhält sich wie mit der Dextrose für den Menschen. Wenn wir das zu Tabletten gepresste Pulver nämlich essen, können wir die daraus gewonnene Energie viel schneller nutzen, als wenn wir „normale“ Nahrung zu uns nehmen. Im letzteren Fall müssen wir nämlich warten, bis der Körper die Inhaltsstoffe aufspaltet und die Energie erstmal bildet.
Kunstdünger ist nicht gesund
Einige Kunstdünger haben viel Uran in sich und dies ist keinesfalls gesund. So können Sie durchaus an Krebs oder anderen schlimmen Krankheiten erkranken, wenn Sie viele dieser Schwermetalle über eine längere Zeitperiode aufnehmen.
Das soll selbstverständlich nicht heißen, dass jeder der künstlich gedüngtes Obst oder Gemüse isst auch an einer schlimmen Krankheit erkrankt. Das Risiko erhöht sich jedoch; ähnlich wie bei Rauchern: Einige Menschen rauchen Ihr Leben lang jeden Tag Unmengen an Zigaretten und werden steinalt. Andere wiederum rauchen nur wenige Monate und erkranken an irgendwas.
Künstlich gedüngte Lebensmittel sind immerhin überall vertreten und wir können diese nur dann aus unserem Speiseplan verbannen, wenn wir unser Essen gezielter einkaufen oder aber alles selbst anbauen. Der Trend als Selbstversorger zu leben ist in den letzten Jahren merklich stark in die Höhe geschossen. Immerhin möchten viele Menschen auf durch Kunstdünger verursachte Krankheiten verzichten und lange und vor allem gesund leben.
Welche Kunstdünger gibt es und was ist bei Überdüngung zu tun?
Man hört es schon am Namen: Kunstdünger wird künstlich hergestellt und diesen gibt es in vielen Farben und Formen. Vor allem wenn Sie Tiere haben, sollten Sie gut aufpassen, dass wenn Sie festen Kunstdünger verwenden, dieser möglichst weit eingegraben wird. Immerhin könnte Ihr Hund oder Ihre Katze die bunten Dinger für Leckerlies halten und bei großem Hunger anknabbern.
Der Tierarztbesuch ist nicht billig und auch sonst ist das Entsetzen groß, wenn ein Tier an sowas erkrankt. Kunstdünger wird daher meist mit Farbstoffen angereichert, damit dieser erkennbar und gut sichtbar bleibt. Immerhin sieht er Katzenstreu zum verwechseln ähnlich. Der feste Kunstdünger zum streuen wird auf die Erde geschmissen und anschießend gegossen.
Die Klümpchen lösen sich auf, der Wirkstoff fließt in den Boden und wird anschließend mit dem Wasser von den Wurzeln der Pflanze aufgenommen. Besonders dann, wenn man etwas länger weg ist eignet sich diese Düngung sehr gut. Wenn man jedoch möchte, dass die Pflanze sofort mit Inhaltsstoffen versorgt wird, empfiehlt sich die Anwendung von flüssigem Kunstdünger.
Meist handelt es sich dabei um sogenannten Mineraldünger, welcher grünlich oder bläulich gefärbt wird. Davon muss man meist 2 oder 3 Verschlusskappen voll mit ca. 10 Litern Wasser mischen und schon kann man die Pflanzen damit gießen. Da die enthaltenen Nährstoffe mikroskopisch klein sind und sich mit dem H2O verbinden, gelangen diese schnellstmöglich in die Pflanzen hinein und können als Baustoffe verwendet werden.
Bei dieser Art des Düngens sollten Sie jedoch sehr stark aufpassen, dass Sie nicht zu oft düngen und die Pflanzen somit nicht zuviel auf einmal abkriegen. Wie es sich auch mit dem Gießen verhält, meinen es viele Pflanzenbesitzer häufig einfach nur zu gut und überfüttern ihre Pflanzen. Dies löst Verbrennungen aus und führt in einigen Fällen sogar zum Tod.
Häufig sieht man dies an der Verfärbung der Blätter oder dem Stengel. Sollten Sie ausversehen den Fehler gemacht haben, könnte dies noch nicht zu spät sein. Wenn Sie also eine Überdüngung vermuten, sollten Sie die Erde gründlich mit reinem Wasser ausspülen, damit die Salze des Kunstdüngers aus der Erde herausgewaschen werden und Ihre Pflanzen sich wieder wohl fühlen können. In einigen Fällen kann man auf diese Weise das Wurzelwerk retten, sodass eine neue und gesunde Pflanze wieder heranwachsen kann, selbst wenn die eigentliche Pflanze schon gestorben ist.
Wie beeinflusst Kunstdünger die Umwelt?
Kunstdünger hat nicht nur Auswirkungen auf Pflanzen, sondern auch auf die Umwelt. Einer der größten Nachteile ist die Auswaschung von Nährstoffen, insbesondere von Stickstoffverbindungen wie Nitraten. Diese können ins Grundwasser gelangen und dort langfristig zur Verschmutzung beitragen. Besonders problematisch ist dies in landwirtschaftlich stark genutzten Gebieten, wo hohe Düngermengen eingesetzt werden. Das führt dazu, dass Trinkwasser gereinigt werden muss, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.
Ein weiteres Umweltproblem ist die Überdüngung von Böden. Durch regelmäßigen Einsatz von Kunstdünger steigt der Salzgehalt des Bodens, was dazu führen kann, dass Pflanzen schlechter wachsen oder der Boden langfristig unfruchtbar wird. Natürlicher Dünger hingegen fördert das Bodenleben, verbessert die Wasserspeicherung und sorgt für eine gesunde Bodenstruktur. Wer nachhaltiger gärtnern möchte, sollte also genau abwägen, wie und wann Kunstdünger verwendet wird.
Sind natürliche Düngemittel wirklich besser?
Viele Hobbygärtner greifen zunehmend auf natürliche Düngemittel zurück – aber sind diese tatsächlich immer die bessere Wahl? Organische Dünger wie Kompost, Mist oder Hornspäne haben viele Vorteile: Sie verbessern die Bodenstruktur, fördern das Bodenleben und setzen Nährstoffe langsam frei, sodass Pflanzen langfristig versorgt werden. Ein weiterer Vorteil ist die nachhaltige Kreislaufwirtschaft: Küchenabfälle, Pflanzenreste und tierische Nebenprodukte werden sinnvoll wiederverwendet.
Allerdings haben auch natürliche Dünger ihre Nachteile. Sie benötigen oft mehr Zeit, um wirksam zu werden, und können bei unsachgemäßer Anwendung Geruchsentwicklung oder Schädlingsbefall begünstigen. Zudem ist die genaue Nährstoffzusammensetzung oft schwerer zu bestimmen als bei Kunstdünger, was zu Unter- oder Überversorgung führen kann. Wer Pflanzen gezielt und effizient düngen möchte, kann daher auch eine Kombination aus natürlichen und mineralischen Düngern in Betracht ziehen.
Wie vermeidet man Überdüngung und ihre Folgen?
Eine der häufigsten Fehlerquellen im Garten ist die Überdüngung. Besonders bei Kunstdünger ist es wichtig, sich genau an die Dosierungsempfehlungen zu halten. Zu viel Dünger kann dazu führen, dass Pflanzen „verbrennen“, weil die hohe Salzkonzentration Wasser aus den Wurzeln zieht. Typische Anzeichen einer Überdüngung sind braune oder gelbe Blattspitzen, verkümmerte Wurzeln und verlangsamtes Wachstum.
Um eine Überdüngung zu vermeiden, sollten Hobbygärtner regelmäßig den Nährstoffgehalt des Bodens testen. Dies kann mit speziellen Testkits aus dem Gartenfachhandel erfolgen. Eine Alternative ist das „Schwachdüngen“: Dabei wird weniger Dünger als empfohlen verwendet, um die Pflanzen nicht unnötig zu belasten. Wenn eine Überdüngung bereits stattgefunden hat, hilft intensives Wässern, um überschüssige Salze auszuspülen. Auch das Umtopfen in frische Erde kann eine Lösung sein. Nachhaltiges Gärtnern bedeutet also nicht nur, den richtigen Dünger auszuwählen, sondern ihn auch gezielt und sparsam einzusetzen.
Der Name Kunstdünger kommt daher, dass man es als Kunst sah, diesen herzustellen.
Die Kunst war, gasförmigen Stickstoff, der 78 % unserer Atemluft ausmacht, in eine kristalline Form zu bringen.
Das schafft man durch das Haber-Bosch Verfahren. Mit hohem Druck und Wärme wird Stickstoff verflüssigt und dann gekörnt. Da oft nicht zielgerichtet und sparsam damit umgegangen wird oder wurde, führt er zu Problemen im Grundwasser.
Phosphat, Kali, Kalk, Magnesium sind natürlichen Ursprungs und dürfen so auch im Bioanbau verwendet werden.
Da Pflanzen hauptsächlich Stickstoff zum Wachstum benötigen, muss der in anderer Form zugeführt werden.
Durch Anbau stickstoffsammelnder Pflanzen, Kompost oder tierische Abfälle wie Dung, Horn- und Knochenmehl,
neuerdings auch Haarmehlpellets.
Diese kommen jedoch nicht vom Frisör um die Ecke, sondern sind aus Schweineborsten und Hähnchenfedern aus den Schlachtereien wie Tönnies und Wiesenhof.