Pflanzerde selber machen: So mischen Sie günstige, gute Erde für Garten, Kübel und Hochbeet
Gute Pflanzerde muss nicht teuer sein. Wer Kompost, Gartenerde, Sand und lockere Strukturstoffe richtig kombiniert, kann Pflanzerde selber machen und dabei Geld sparen. Wichtig ist nur: Nicht jede Mischung passt zu jeder Pflanze. Tomaten brauchen eine andere Erde als Kräuter, Jungpflanzen oder Balkonblumen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Zutaten sinnvoll sind, welche Mischungsverhältnisse funktionieren und warum reiner Kompost keine gute Blumenerde ersetzt.

Inhaltsverzeichnis
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Benötigte Materialien zum Pflanzerde selber machen
- 3 Werkzeuge und Hilfsmittel
- 4 Geeignete Zutaten
- 5 Was nicht in gute Pflanzerde gehört
- 6 Die wichtigsten Bodenarten verstehen
- 7 Tonboden und schwerer Lehmboden
- 8 Sandiger Boden
- 9 Schluffiger Boden
- 10 Lehmiger Gartenboden
- 11 Bewährte Mischungen für selbst gemachte Pflanzerde
- 12 Pflanzerde selber mischen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 13 Schritt 1: Ausgangserde prüfen
- 14 Schritt 2: Erde und Kompost sieben
- 15 Schritt 3: Zutaten trocken vermengen
- 16 Schritt 4: Erde leicht anfeuchten
- 17 Schritt 5: pH-Wert grob prüfen
- 18 Schritt 6: Mischung einige Tage ruhen lassen
- 19 4 Tipps, um Ihren Gartenboden dauerhaft zu verbessern
- 20 Tipp 1: Regelmäßig organisches Material zuführen
- 21 Tipp 2: Den pH-Wert nicht raten, sondern testen
- 22 Tipp 3: Bodenverdichtung vermeiden
- 23 Tipp 4: Bodenleben schützen und nicht ständig umgraben
- 24 Alte Pflanzerde wiederverwenden: Wann es funktioniert
- 25 Wie viel Geld lässt sich mit selbst gemachter Pflanzerde sparen?
- 26 Häufige Fehler beim Pflanzerde selber machen
- 27 Zu viel Kompost verwenden
- 28 Keine Drainage im Kübel einplanen
- 29 Unreife Komposterde nutzen
- 30 Jede Pflanze gleich behandeln
- 31 Pflanzerde selber machen: Fazit
- 32 FAQ: Häufige Fragen zum Pflanzerde selber machen
- 33 Kann man Pflanzerde komplett selbst herstellen?
- 34 Kann ich nur Kompost als Pflanzerde verwenden?
- 35 Welche Mischung eignet sich für Kübelpflanzen?
- 36 Welche Erde ist für Aussaaten geeignet?
- 37 Kann man alte Blumenerde wiederverwenden?
- 38 Warum sollte Pflanzerde möglichst torffrei sein?
Das Wichtigste in Kürze
- Pflanzerde selber machen spart Geld, besonders wenn eigener Kompost, alte Kübelerde oder Gartenerde vorhanden sind.
- Reifer Kompost ist wertvoll, sollte aber meist nur anteilig verwendet werden, weil er als reines Substrat zu nährstoffreich sein kann.
- Gute Pflanzerde ist locker, krümelig und strukturstabil. Sie speichert Wasser, lässt aber überschüssige Feuchtigkeit ablaufen.
- Sand, Perlite, Blähtonbruch, Rindenhumus oder Kokosfaser verbessern die Luftführung und verhindern Staunässe.
- Torffreie Mischungen sind umweltfreundlicher, weil sie Moore schützen und Ressourcen aus dem eigenen Garten nutzen.
Warum Pflanzerde selber machen sinnvoll ist
Auch ökologisch lohnt sich der Blick auf die Mischung. Das Umweltbundesamt empfiehlt torffreie Blumenerde, weil Torf aus Mooren stammt. Moore sind wichtige Lebensräume und große Kohlenstoffspeicher. Wer Kompost nutzt und torffrei mischt, spart also nicht nur Geld, sondern arbeitet ressourcenschonender.
Trotzdem gilt: Selbermachen heißt nicht wahllos zusammenkippen. Erde ist kein Füllmaterial. Sie ist Lebensraum, Wasserspeicher, Nährstoffdepot und Wurzelzone zugleich. Eine gute Mischung fühlt sich krümelig an, riecht angenehm erdig und klebt nicht wie nasser Beton zusammen.
Weitere praktische Grundlagen zur Pflege von Pflanzen, Kompost und Dünger finden Sie intern in den Bereichen Pflanzenpflege im Garten, Kompost richtig nutzen und Dünger für Gartenpflanzen.
Benötigte Materialien zum Pflanzerde selber machen
Sie brauchen keine Profi-Ausrüstung. Für kleine Mengen reicht ein Eimer. Für Hochbeet, Gemüsebeet oder mehrere Kübel ist eine Schubkarre praktischer. Wichtig ist, dass Sie sauber arbeiten und grobe Bestandteile aussieben.
Werkzeuge und Hilfsmittel
- Gartenhandschuhe
- Schaufel oder Spaten
- Schubkarre, Mörtelwanne oder großer Eimer
- Gartensieb oder grobes Durchwurfsieb
- Gießkanne zum leichten Anfeuchten
- pH-Teststreifen oder Bodentest-Set
- optional: Kompostthermometer bei eigenem Kompost
Geeignete Zutaten
- Gartenerde: liefert mineralische Substanz, Gewicht und natürliche Bodenstruktur.
- Reifer Kompost: bringt Humus, Bodenleben und Nährstoffe in die Mischung.
- Sand: verbessert die Durchlässigkeit, besonders bei schweren Böden.
- Rindenhumus: lockert die Erde und verbessert die Struktur.
- Kokosfaser: speichert Wasser, bleibt locker und ersetzt Torf in vielen Mischungen.
- Perlite oder gebrochener Blähton: sorgen für Luftporen und helfen gegen Staunässe.
- Laubkompost: eignet sich als milder Humusanteil für viele Gartenmischungen.
Was nicht in gute Pflanzerde gehört
Verwenden Sie keine Erde aus Töpfen, in denen kranke Pflanzen standen. Auch Erde mit Wurzelfäule, Kohlhernie, starkem Schimmelgeruch oder Schädlingsbefall gehört nicht in frische Pflanzerde. Frischer Mist, unreifer Kompost und große Mengen frischer Rasenschnitt sind ebenfalls problematisch. Sie können Wurzeln schädigen, Fäulnis fördern oder zu viel Stickstoff freisetzen.
Die wichtigsten Bodenarten verstehen
Bevor Sie Pflanzerde selber machen, sollten Sie wissen, mit welcher Erde Sie arbeiten. Der Ausgangsboden bestimmt, welche Zuschläge sinnvoll sind. Ein sandiger Boden braucht mehr Humus. Ein schwerer Tonboden braucht Struktur und Luft. Ein guter Gartenboden liegt irgendwo dazwischen.
Tonboden und schwerer Lehmboden
Tonige Böden enthalten sehr feine Partikel. Sie speichern viele Nährstoffe und Wasser, werden bei Nässe aber schnell klebrig, dicht und schwer. Genau das erschwert den Wurzeln das Wachstum. Sauerstoff gelangt schlechter in die Erde. Bei Trockenheit werden solche Böden hart und rissig.
Um schweren Boden zu verbessern, helfen reifer Kompost, Laubhumus und mineralische Strukturstoffe. Sand kann sinnvoll sein, muss aber in ausreichender Menge und gut eingearbeitet werden. Ein bisschen Sand auf sehr schweren Tonboden gestreut bringt kaum etwas. Besser ist eine langfristige Bodenpflege mit Kompost, Mulch und bodenschonender Bearbeitung.
Sandiger Boden
Sandboden ist locker, erwärmt sich schnell und lässt Wasser gut ablaufen. Das klingt erst einmal angenehm. Der Nachteil: Wasser und Nährstoffe verschwinden ebenfalls schnell. Pflanzen müssen häufiger gegossen und sorgfältiger gedüngt werden.
Für sandige Erde ist Kompost besonders wertvoll, weil er die Speicherfähigkeit verbessert. Auch Rindenhumus, Laubkompost oder Tonmehl können helfen. Ziel ist eine Erde, die Wasser hält, ohne matschig zu werden.
Schluffiger Boden
Schluff liegt von der Korngröße zwischen Sand und Ton. Solche Böden können fruchtbar sein, neigen aber je nach Zusammensetzung zur Verschlämmung. Die Oberfläche verkrustet dann nach Regen oder Gießen. Das bremst Keimlinge und verschlechtert den Luftaustausch.
Eine gute Struktur entsteht durch organisches Material, Mulch und schonende Bearbeitung. Kompost sollte oberflächlich eingearbeitet werden. Tiefes Umgraben ist meist nicht nötig und kann das Bodenleben stören.
Lehmiger Gartenboden
Lehmiger Boden ist für viele Gartenpflanzen ideal, wenn er locker bleibt. Er speichert Wasser und Nährstoffe, enthält aber genug größere Poren für Luft und Wurzelwachstum. Gute Pflanzerde fühlt sich ähnlich an: Sie lässt sich leicht zusammendrücken, zerfällt aber wieder krümelig.
Ein einfacher Test hilft: Nehmen Sie leicht feuchte Erde in die Hand. Lässt sie sich zu einer festen, glänzenden Wurst rollen, ist sie sehr tonig. Rieselt sie sofort auseinander, ist sie sandig. Hält sie kurz zusammen und krümelt bei leichtem Druck, ist sie für viele Gartenpflanzen gut geeignet.
Bewährte Mischungen für selbst gemachte Pflanzerde
Es gibt nicht die eine perfekte Erde. Eine Tomate im Kübel braucht mehr Nährstoffe als Thymian. Jungpflanzen reagieren empfindlicher auf Salze als robuste Stauden. Die folgenden Mischungen sind praxistaugliche Ausgangspunkte, die Sie je nach vorhandenen Materialien anpassen können.
| Verwendung | Mischung | Hinweis |
|---|---|---|
| Allround-Pflanzerde für Gartenbeet | 40 % Gartenerde, 30 % reifer Kompost, 30 % Sand oder Strukturmaterial | Gut für viele Stauden, Gemüsebeete und Pflanzflächen. |
| Kübelerde für Balkonpflanzen | 30 % reifer Kompost, 25 % Rindenhumus, 25 % Kokosfaser, 20 % Perlite oder Blähtonbruch | Locker, torffrei und gut drainierend. Bei Starkzehrern später nachdüngen. |
| Tomaten- und Gemüseerde | 40 % Gartenerde, 30 % Kompost, 20 % Strukturmaterial, 10 % gut verrotteter Mist oder organischer Dünger nach Bedarf | Nährstoffreich, aber nicht für junge Keimlinge geeignet. |
| Aussaaterde | 50 % gesiebte Gartenerde, 25 % gewaschener Sand, 25 % sehr feiner, reifer Kompost oder Laubkompost | Nährstoffarm halten. Sehr fein sieben. Keine groben Kompoststücke. |
| Kräutererde für mediterrane Kräuter | 40 % Gartenerde, 40 % Sand oder Splitt, 20 % Kompost | Für Thymian, Rosmarin, Salbei und Lavendel eher mager und durchlässig. |
| Hochbeet-Auffrischung | Vorhandene Erde lockern, abgesackte Menge mit Gartenerde auffüllen, etwa 3 Liter Kompost pro m² einarbeiten | Ideal im Frühjahr vor der neuen Bepflanzung. |
Die Bayerische Gartenakademie der LWG weist darauf hin, dass Kompost für Balkonkästen nur vollständig verrottet und anteilig verwendet werden sollte. Als Faustwert kann Kompost bis zu etwa 30 % einer Balkon- oder Kübelerde ausmachen. Reiner Kompost wäre für viele Pflanzen zu nährstoffreich.
Pflanzerde selber mischen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Ausgangserde prüfen
Schauen Sie sich zuerst Ihre Gartenerde an. Ist sie schwer, klebrig und nass? Dann braucht sie Luft und Struktur. Ist sie sehr sandig und trocken? Dann braucht sie Humus. Riecht sie faulig, muffig oder stechend, verwenden Sie sie lieber nicht für empfindliche Pflanzen.
Schritt 2: Erde und Kompost sieben
Sieben Sie Gartenerde und Kompost, bevor Sie mischen. Steine, dicke Wurzeln, Holzstücke und unverrottete Reste stören später das Wurzelwachstum. Für Kübelpflanzen reicht ein grobes Sieb. Für Aussaaterde sollte das Material deutlich feiner sein.
Schritt 3: Zutaten trocken vermengen
Geben Sie die Bestandteile in eine Schubkarre oder Mörtelwanne. Mischen Sie erst trocken. So verteilt sich der Kompost gleichmäßiger. Bei kleinen Mengen können Sie mit einem Eimer arbeiten und die Anteile einfach in „Teilen“ abmessen: ein Eimer Kompost, ein Eimer Gartenerde, ein halber Eimer Sand.
Schritt 4: Erde leicht anfeuchten
Gute Pflanzerde ist nicht staubtrocken, aber auch nicht nass. Feuchten Sie die Mischung leicht an und greifen Sie hinein. Sie sollte sich kurz zusammendrücken lassen und dann wieder krümeln. Bleibt sie als fester Klumpen stehen, ist sie zu schwer oder zu nass. Fällt sie sofort auseinander, fehlt Humus oder feiner Anteil.
Schritt 5: pH-Wert grob prüfen
Die meisten Gartenpflanzen wachsen in einem leicht sauren bis neutralen Bereich gut. Viele Gemüsearten und Zierpflanzen kommen ungefähr mit pH-Werten zwischen 6 und 7 zurecht. Moorbeetpflanzen wie Heidelbeeren, Rhododendren oder Azaleen brauchen dagegen saure Spezialerde. Selbst gemachte Kompostmischungen sind für diese Pflanzen oft ungeeignet, weil Kompost den pH-Wert erhöhen kann.
Schritt 6: Mischung einige Tage ruhen lassen
Wenn möglich, lassen Sie die frisch gemischte Pflanzerde ein paar Tage stehen. Das Material setzt sich leicht, Feuchtigkeit verteilt sich besser und Sie merken, ob die Mischung verklumpt oder locker bleibt. Vor dem Pflanzen lockern Sie die Erde noch einmal mit der Hand oder Schaufel auf.
4 Tipps, um Ihren Gartenboden dauerhaft zu verbessern
Tipp 1: Regelmäßig organisches Material zuführen
Organisches Material ist der Motor eines lebendigen Gartenbodens. Reifer Kompost, Laubhumus, Mulch, zerkleinerte Erntereste und gut verrotteter Mist verbessern die Struktur. Schwere Böden werden lockerer. Sandige Böden speichern Wasser und Nährstoffe besser. Das Bodenleben bekommt Nahrung.
Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft empfiehlt Kompost vor allem als Bodenverbesserer und Dünger. Reifer Kompost ist dunkel, feinkrümelig und riecht angenehm nach Waldboden. Als reines Pflanzsubstrat ist er meist nicht geeignet, weil die Nährsalzkonzentration für empfindliche Wurzeln zu hoch sein kann.
Tipp 2: Den pH-Wert nicht raten, sondern testen
Viele Probleme im Garten wirken wie Nährstoffmangel, haben aber mit dem pH-Wert zu tun. Ist der Boden zu sauer oder zu alkalisch, können Pflanzen bestimmte Nährstoffe schlechter aufnehmen. Ein einfacher pH-Test aus dem Gartenhandel reicht für die grobe Orientierung. Wer dauerhaft Gemüse anbaut oder große Beete neu anlegt, kann auch eine Bodenuntersuchung nutzen.
Kalken Sie nicht auf Verdacht. Das ist ein häufiger Fehler. Manche Pflanzen mögen saure Erde, andere nicht. Kompost enthält je nach Ausgangsmaterial bereits Nährstoffe und kann den pH-Wert beeinflussen. Deshalb ist Messen besser als Schätzen.
Tipp 3: Bodenverdichtung vermeiden
Verdichteter Boden macht Pflanzen das Leben schwer. Die Wurzeln finden weniger Sauerstoff, Wasser staut sich schneller und das Bodenleben nimmt ab. Treten Sie deshalb möglichst nicht auf Pflanzflächen. Nutzen Sie Wege, Trittplatten oder schmale Arbeitsbereiche.
Besonders nasse Erde ist empfindlich. Wenn Sie nach Regen auf Beete steigen oder schwere Schubkarren über lockeren Boden fahren, drücken Sie die Poren zusammen. In Hochbeeten und Kübeln passiert Ähnliches, wenn Erde beim Befüllen stark gepresst wird. Locker einfüllen, leicht antreten reicht.
Tipp 4: Bodenleben schützen und nicht ständig umgraben
Gesunder Boden ist kein totes Material. In ihm leben Bakterien, Pilze, Regenwürmer und viele Kleinstlebewesen. Sie zersetzen organische Substanz, bauen Humus auf und sorgen für Krümelstruktur. Wer den Boden ständig tief wendet, stört diese Schichten.
Oft genügt es, Kompost flach einzuarbeiten oder als dünne Schicht aufzubringen. Mulch schützt zusätzlich vor Austrocknung und Verschlämmung. Das passt besonders gut zu naturnahem Gärtnern und spart Wasser. Weitere Ideen finden Sie im internen Bereich Tipps & Tricks für den Garten.
Alte Pflanzerde wiederverwenden: Wann es funktioniert
Alte Kübelerde muss nicht automatisch entsorgt werden. Wenn die Pflanzen gesund waren, können Sie die Erde aufbereiten. Entfernen Sie alte Wurzeln, sieben Sie grobe Reste aus und mischen Sie frisches Material dazu. Für Balkonkästen und kleinere Kübel kann ein Teil alte Erde mit frischer Erde, etwas reifem Kompost und Strukturmaterial wieder nutzbar werden.
Anders sieht es aus, wenn Pflanzen krank waren. Erde aus Töpfen mit Wurzelfäule, Kohlhernie oder starkem Schädlingsbefall sollten Sie nicht für neue empfindliche Kulturen verwenden. Auch stark verdichtete, übel riechende oder dauerhaft vernässte Erde ist kein guter Start.
Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt, alte Substrate aus Gefäßen zu kontrollieren, Wurzelreste zu entfernen und krankheitsfreie Erde bei Bedarf mit frischem Substrat und Kompost aufzubereiten. Für Aussaaten ist alte, aufgedüngte Erde jedoch nicht geeignet. Jungpflanzen brauchen eine feinere, nährstoffärmere Mischung.
Wie viel Geld lässt sich mit selbst gemachter Pflanzerde sparen?
Die Ersparnis hängt stark davon ab, was bereits vorhanden ist. Wer eigenen Kompost, Gartenerde und Laubhumus nutzt, kauft oft nur Sand, Perlite, Blähtonbruch oder Kokosfaser zu. Gerade bei größeren Mengen für Hochbeete, Kübel oder neue Pflanzflächen macht das einen deutlichen Unterschied.
| Situation | Kauf-Erde | Selbst gemischte Erde | Potenzial |
|---|---|---|---|
| 2 Balkonkästen | 1 kleiner Sack reicht oft aus | Nur sinnvoll, wenn Zutaten vorhanden sind | gering |
| Mehrere Kübel | Mehrere Säcke nötig | Alte Erde + Kompost + Strukturmaterial | mittel |
| Hochbeet auffrischen | Viele Liter Erde nötig | Kompost und Gartenerde senken den Bedarf | hoch |
| Gemüsebeet verbessern | Sackware meist unnötig teuer | Kompost oberflächlich einarbeiten | sehr hoch |
Noch wichtiger als der Preis ist die passende Qualität. Billige Erde kann problematisch sein, wenn sie verdichtet, stark torfhaltig, schlecht gelagert oder unausgewogen vorgedüngt ist. Eine selbst gemischte Erde ist nicht automatisch besser, aber sie lässt sich gezielter anpassen.
Häufige Fehler beim Pflanzerde selber machen
Zu viel Kompost verwenden
Kompost ist wertvoll, aber kein Allheilmittel. Zu viel Kompost kann die Erde zu nährstoffreich machen. Besonders Keimlinge und junge Pflanzen reagieren empfindlich. Für Kübel und Balkonkästen ist ein Kompostanteil von etwa 20 bis 30 % oft sinnvoller als eine reine Kompostfüllung.
Keine Drainage im Kübel einplanen
Selbst die beste Pflanzerde hilft wenig, wenn Wasser nicht ablaufen kann. Kübel brauchen Abzugslöcher. Eine lockere Mischung mit Perlite, Blähtonbruch oder grobem Sand beugt Staunässe vor. Bei empfindlichen Pflanzen ist das wichtiger als eine besonders nährstoffreiche Erde.
Unreife Komposterde nutzen
Unreifer Kompost kann heiß, grob, nährstoffstark oder mikrobiell sehr aktiv sein. Das klingt natürlich, ist für Wurzeln aber oft Stress. Reifer Kompost riecht nach Waldboden, ist dunkel und krümelig. Wer unsicher ist, kann einen einfachen Kressetest machen.
Jede Pflanze gleich behandeln
Tomaten, Kräuter, Balkonblumen, Heidelbeeren und Jungpflanzen haben unterschiedliche Ansprüche. Eine einzige Mischung für alles führt schnell zu Problemen. Arbeiten Sie lieber mit Grundmischungen und passen Sie diese an. Starkzehrer bekommen mehr Nährstoffe. Mediterrane Kräuter bekommen mehr mineralische Anteile. Moorbeetpflanzen brauchen Spezialerde.
Pflanzerde selber machen: Fazit
Pflanzerde selber machen ist eine einfache Möglichkeit, Geld zu sparen und vorhandene Ressourcen sinnvoll zu nutzen. Der Schlüssel liegt in der richtigen Balance: Gartenerde gibt Halt, Kompost liefert Humus und Nährstoffe, Sand oder andere Strukturstoffe sorgen für Luft und Wasserabzug. So entsteht eine Erde, in der Wurzeln wachsen können, ohne im Nassen zu stehen.
Für viele Gartenbereiche reicht eine robuste Mischung aus Gartenerde, reifem Kompost und lockerndem Material. Bei Kübeln, Balkonkästen, Aussaaten und empfindlichen Pflanzen sollten Sie genauer hinschauen. Reiner Kompost ist selten die beste Lösung. Alte Erde lässt sich oft wiederverwenden, solange sie krankheitsfrei ist und aufgefrischt wird.
Wer dauerhaft bessere Erde möchte, denkt nicht nur an den nächsten Pflanzkübel. Regelmäßige Kompostgaben, Mulch, wenig Bodenverdichtung und schonende Bearbeitung verbessern den Gartenboden Jahr für Jahr. Genau das macht den Unterschied zwischen Erde als Füllmaterial und einem lebendigen Boden, der Pflanzen wirklich trägt.
FAQ: Häufige Fragen zum Pflanzerde selber machen
Kann man Pflanzerde komplett selbst herstellen?
Ja, Pflanzerde lässt sich aus Gartenerde, reifem Kompost und Strukturmaterial selbst herstellen. Wichtig ist, dass die Mischung locker, krümelig und frei von kranken Pflanzenresten ist. Für Spezialpflanzen wie Heidelbeeren oder Zitrusgewächse ist eine angepasste Spezialerde oft besser.
Kann ich nur Kompost als Pflanzerde verwenden?
Reiner Kompost ist für viele Pflanzen zu nährstoffreich. Er eignet sich besser als Bodenverbesserer oder anteiliger Bestandteil einer Erdmischung. Für Kübel und Balkonkästen sollte vollständig verrotteter Kompost meist nur einen Teil der Mischung ausmachen.
Welche Mischung eignet sich für Kübelpflanzen?
Eine gute Kübelmischung besteht aus reifem Kompost, Rindenhumus, Kokosfaser und einem mineralischen Anteil wie Perlite oder Blähtonbruch. Sie sollte Wasser speichern, aber überschüssige Feuchtigkeit schnell abführen. Abzugslöcher im Topf bleiben trotzdem Pflicht.
Welche Erde ist für Aussaaten geeignet?
Aussaaterde sollte fein, locker und nährstoffarm sein. Zu viele Nährstoffe können Keimlinge schädigen. Eine Mischung aus gesiebter Gartenerde, gewaschenem Sand und wenig sehr reifem Kompost kann funktionieren.
Kann man alte Blumenerde wiederverwenden?
Ja, wenn die Pflanzen gesund waren und die Erde nicht faulig riecht. Entfernen Sie Wurzeln, lockern Sie das Substrat und mischen Sie frische Erde, Kompost oder Strukturmaterial dazu. Erde aus Töpfen mit kranken Pflanzen sollte nicht wiederverwendet werden.
Warum sollte Pflanzerde möglichst torffrei sein?
Torf stammt aus Mooren, die wichtige Lebensräume und Kohlenstoffspeicher sind. Durch Torfabbau werden Moore geschädigt und Treibhausgase freigesetzt. Torffreie Mischungen mit Kompost, Rindenhumus, Holzfasern oder Kokosfaser sind deshalb die umweltfreundlichere Wahl.