Süßdolde – Tipps zur Pflanzung und Pflege
Die Süßdolde (Myrrhis odorata) ist eine ausdauernde Kräuterstaude mit
fein gefiederten Blättern, weißen Doldenblüten und einem kräftigen Duft nach Anis und Lakritz.
Sie fühlt sich vor allem an halbschattigen, humosen und gleichmäßig frischen Standorten wohl.
Dort entwickelt sie sich zu einer stattlichen Pflanze, die viele Jahre im Beet bleiben kann.
In der Küche lassen sich junge Blätter, Blüten und Früchte verwenden. Beim Sammeln außerhalb
des eigenen Gartens ist jedoch höchste Vorsicht geboten: Die Süßdolde gehört zu den
Doldenblütlern und kann mit giftigen Verwandten verwechselt werden. Dieser Ratgeber zeigt,
wie Sie die Süßdolde sicher anbauen, pflegen, vermehren und ernten.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Süßdolde ist eine mehrjährige, winterharte Kräuterstaude aus der Familie der Doldenblütler.
- Der ideale Standort liegt im Halbschatten auf humosem, nährstoffreichem und frischem Boden.
- Als Kaltkeimer wird sie am zuverlässigsten unmittelbar nach der Samenreife im Herbst ausgesät.
- Junge Blätter, Blüten sowie unreife und reife Früchte können sparsam in der Küche verwendet werden.
- Wild gesammelte Pflanzen dürfen nur bei zweifelsfreier Bestimmung verzehrt werden.
Wie lässt sich Süßdolde erfolgreich anbauen?
Kurze Antwort: Säen Sie frische Samen im Herbst in ein halbschattiges Beet
mit humoser, lockerer und gleichmäßig feuchter Erde. Halten Sie zwischen den Pflanzen etwa
50 bis 80 Zentimeter Abstand und vermeiden Sie spätes Umpflanzen, weil die Süßdolde eine
kräftige Pfahlwurzel bildet. Im ersten Jahr wächst sie häufig noch zurückhaltend. Ab dem
zweiten Standjahr wird sie deutlich größer und kann regelmäßig beerntet werden.
Süßdolde im Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Botanischer Name | Myrrhis odorata |
| Weitere Namen | Echte Süßdolde, Myrrhenkerbel, Spanischer Kerbel, Aniskerbel |
| Pflanzenfamilie | Doldenblütler (Apiaceae) |
| Lebensdauer | Mehrjährig und ausdauernd |
| Wuchshöhe | Meist 80 bis 150 cm, an günstigen Standorten auch höher |
| Wuchsbreite | Etwa 50 bis 100 cm |
| Standort | Halbschattig bis lichtschattig |
| Boden | Humos, nährstoffreich, frisch bis feucht und durchlässig |
| Blütezeit | Je nach Standort ungefähr Mai bis Juli |
| Blütenfarbe | Weiß |
| Aroma | Anisartig, süßlich und leicht lakritzartig |
| Aussaat | Vorzugsweise im Herbst, da die Samen einen Kältereiz benötigen |
| Pflanzabstand | Etwa 50 bis 80 cm |
| Winterhärte | Gut winterhart; die oberirdischen Pflanzenteile ziehen im Herbst ein |
| Besonderheit | Lange Pfahlwurzel und geringe Bereitschaft zum späteren Umpflanzen |
Süßdolde erkennen und giftige Verwechslungen vermeiden
Die Süßdolde bildet weiche, mehrfach gefiederte Blätter, die auf den ersten Blick an Farn
erinnern. Beim vorsichtigen Zerreiben verströmen sie einen deutlichen Anisduft. Die kleinen
weißen Einzelblüten stehen in zusammengesetzten Dolden. Nach der Blüte entstehen längliche
Früchte, die zunächst grün und bei vollständiger Reife dunkelbraun bis fast schwarz werden.
Ein einzelnes Merkmal reicht für eine sichere Bestimmung trotzdem nicht aus. Das gilt auch
für den Anisgeruch. Die Familie der Doldenblütler umfasst mehrere stark giftige Arten,
darunter den Gefleckten Schierling. Wer eine Pflanze aus der freien Natur verwenden möchte,
muss Blätter, Stängel, Blütenstand, Früchte, Geruch und Standort gemeinsam beurteilen.
Typische Merkmale der Süßdolde
- kräftiger Duft nach Anis beim Zerreiben der Blätter
- weiche, farnartig wirkende und mehrfach gefiederte Blätter
- weiße Blüten in zusammengesetzten Dolden
- lange, schmale und bei Reife dunkel glänzende Früchte
- ausdauernder Austrieb aus einem kräftigen Wurzelstock
Besonders vorsichtig sollten Familien mit kleinen Kindern und Tierhalter sein. Die Pflanze
steht am besten an einem eindeutig zugeordneten Platz und wird nicht zwischen ähnlich
aussehenden Wildkräutern kultiviert.
Der richtige Standort für Süßdolde
In ihrer bevorzugten Umgebung wächst die Süßdolde an frischen Säumen, Waldrändern und
vergleichbaren Standorten. Im Garten passt sie deshalb gut unter lichte Gehölze, an die
Nord- oder Ostseite einer Hecke sowie in ein halbschattiges Kräuterbeet. Helle Plätze sind
kein Problem, solange der Boden im Sommer nicht vollständig austrocknet.
Pralle Mittagssonne auf einem trockenen Sandboden ist dagegen ungünstig. Dort bleiben die
Pflanzen häufig kleiner, die Blätter werden schneller schlaff und der Pflegeaufwand steigt.
Ein Platz mit Morgen- oder Abendsonne ist meist unkomplizierter.
Weitere geeignete Pflanzen für lichtarme Gartenbereiche finden Sie im Ratgeber
Pflanzen für Schatten und Halbschatten.
Ansprüche an den Boden
Ideal ist eine tiefgründige, humose und nährstoffreiche Gartenerde, die Wasser speichern
kann, ohne dauerhaft vernässt zu sein. Verdichtete Böden sollten vor der Pflanzung
mindestens spatentief gelockert werden. Reifer Kompost verbessert sowohl sandige als auch
schwere Böden.
- Sandiger Boden: Kompost und humusreiche Pflanzerde einarbeiten.
- Schwerer Lehmboden: Verdichtungen lösen und bei Bedarf strukturstabiles Material einarbeiten.
- Staunasser Boden: Einen anderen Platz wählen oder den Wasserabzug verbessern.
- Trockener Standort: Mit Laubkompost oder einer dünnen Mulchschicht vor Verdunstung schützen.
Die Pflanze benötigt keinen millimetergenau eingestellten pH-Wert. Ein schwach saurer bis
neutraler beziehungsweise leicht basischer Gartenboden wird in der Regel gut vertragen.
Bodenstruktur und Wasserversorgung sind in der Praxis wichtiger als eine einzelne
pH-Zahl.
Süßdolde pflanzen: Schritt für Schritt
Eine vorgezogene Jungpflanze liefert schneller ein verlässliches Ergebnis als eine
Frühjahrsaussaat. Gute Pflanzzeiten sind das Frühjahr und der frühe Herbst. An sehr heißen
Tagen sollte nicht gepflanzt werden, weil die großen, weichen Blätter rasch Wasser
verlieren.
- Standort vorbereiten: Entfernen Sie Wurzelunkräuter und lockern Sie den
Boden tiefgründig. - Kompost einarbeiten: Mischen Sie bei magerem Boden etwas reifen
Kompost unter die obere Erdschicht. - Pflanzloch ausheben: Das Loch sollte breiter als der Wurzelballen und
ausreichend tief für die Pfahlwurzel sein. - Pflanze einsetzen: Setzen Sie die Süßdolde nicht tiefer, als sie zuvor
im Topf stand. - Erde andrücken: Schließen Sie größere Hohlräume behutsam, ohne den
Boden stark zu verdichten. - Gründlich angießen: Wässern Sie den Wurzelbereich direkt nach der
Pflanzung. - Feuchtigkeit kontrollieren: Lassen Sie den Ballen während der ersten
Wochen nicht austrocknen.
Welcher Pflanzabstand ist sinnvoll?
Rechnen Sie mit einem Abstand von ungefähr 50 bis 80 Zentimetern. Auf besonders
nährstoffreichen und feuchten Böden können ältere Exemplare breiter werden. Ein Abstand von
1,5 Metern ist für ein normales Kräuterbeet meist unnötig groß. Enger als 40 Zentimeter
sollten die Pflanzen aber nicht stehen, da sich die großen Blätter sonst gegenseitig
bedrängen.
Für einen durchschnittlichen Haushalt reichen häufig ein bis zwei ausgewachsene Pflanzen.
Die Süßdolde liefert ein intensives Aroma und wird deshalb meist nur in kleinen Mengen
geerntet.
Süßdolde aussäen: Warum der Kältereiz zählt
Die Süßdolde ist ein Kaltkeimer. Ihre Samen keimen nicht zuverlässig, wenn sie einfach im
warmen Wohnzimmer ausgesät werden. Sie benötigen über längere Zeit niedrige Temperaturen,
bevor steigende Frühjahrstemperaturen den Keimprozess auslösen.
Am einfachsten gelingt die Aussaat mit frischem Saatgut im Herbst. Säen Sie die Früchte
unmittelbar nach der Reife in Töpfe oder direkt ins Beet. Die Töpfe bleiben draußen,
werden vor Staunässe geschützt und dürfen im Winter nicht völlig austrocknen.
Anleitung für die Herbstaussaat
- Reife, dunkel gefärbte Früchte ernten.
- Saattiefe von ungefähr 1 bis 2 Zentimetern einhalten.
- Lockere, humose und mit etwas Sand gemischte Anzuchterde verwenden.
- Das Saatgefäß beschriften und an einen geschützten Platz im Freien stellen.
- Im Winter nur sparsam gießen und Staunässe verhindern.
- Im Frühjahr die Feuchtigkeit regelmäßig prüfen.
- Junge Pflanzen frühzeitig an ihren endgültigen Standort setzen.
Die Keimung kann ungleichmäßig erfolgen. Manche Samen laufen im ersten Frühjahr auf,
andere deutlich später. Wer das Saatgefäß zu früh leert, entsorgt unter Umständen noch
keimfähiges Saatgut.
Stratifizierung im Kühlschrank
Alternativ lässt sich Saatgut mit leicht feuchtem Sand mischen und mehrere Wochen kühl
lagern. Diese Methode verlangt sauberes Arbeiten: Das Substrat darf weder austrocknen noch
so nass sein, dass die Samen faulen oder schimmeln. Die natürliche Herbstaussaat ist für
Hobbygärtner meist einfacher.
Eine Lagerung im Gefrierschrank ist nicht nötig. Entscheidend ist eine ausreichend lange
kühle Phase, nicht das vollständige Durchfrieren des Saatguts.
Süßdolde pflegen, gießen und düngen
Ist die Süßdolde eingewachsen, verlangt sie wenig Aufmerksamkeit. Der häufigste Pflegefehler
ist ein dauerhaft zu trockener Standort. Besonders im ersten Standjahr sollte die Erde
gleichmäßig frisch bleiben.
Richtig gießen
Gießen Sie nicht nach einem starren Wochenplan, sondern nach Bodenfeuchte und Wetter.
Prüfen Sie mit dem Finger, ob die obere Erdschicht bereits deutlich abgetrocknet ist.
Anschließend wird durchdringend gewässert. Häufige kleine Schlucke befeuchten nur die
Oberfläche und fördern keine tief reichenden Wurzeln.
Ältere Pflanzen überstehen kurze Trockenperioden besser, weil ihre Wurzeln tief in den Boden
reichen. Auf sandigen Böden und während längerer Hitzephasen bleibt zusätzliche Bewässerung
trotzdem notwendig.
Wie viel Dünger braucht Süßdolde?
Eine Gabe reifen Komposts im Frühjahr reicht auf gutem Gartenboden meist aus. Verteilen Sie
den Kompost rund um die Pflanze, ohne die jungen Triebe zuzuschütten. Stark
stickstoffbetonte Mineraldünger sind nicht erforderlich. Sie können weiches, mastiges
Wachstum fördern und das natürliche Aroma verwässern.
Hinweise zur Herstellung und Verwendung von Kompost bietet der Beitrag über
Kompost und Kompostbeschleuniger.
Muss die Süßdolde geschnitten werden?
Ein regelmäßiger Formschnitt ist nicht nötig. Entfernen Sie einzelne Blütenstände vor der
Samenreife, wenn Sie eine stärkere Selbstaussaat verhindern möchten. Sollen Samen geerntet
werden, bleiben einige kräftige Dolden stehen.
Im Herbst verfärben sich die oberirdischen Pflanzenteile und sterben ab. Sie können
bodennah entfernt werden. Wer Insekten und anderen kleinen Gartenbewohnern
Überwinterungsstrukturen bieten möchte, lässt trockene Stängel bis zum ausgehenden Winter
stehen.
Süßdolde im Kübel anbauen
Die Kübelkultur ist möglich, aber anspruchsvoller als die Pflanzung im Beet. Ein Topf mit
nur 15 Zentimetern Tiefe reicht nicht aus. Die Süßdolde bildet eine lange Pfahlwurzel und
benötigt ein tiefes, standfestes Gefäß.
Wählen Sie für eine dauerhafte Kultur einen Kübel mit mindestens 30 bis 40 Zentimetern
Tiefe und ausreichendem Erdvolumen. Große Abzugslöcher verhindern, dass Wasser am
Topfboden stehen bleibt. Als Substrat eignet sich hochwertige, strukturstabile Pflanzerde,
die mit reifem Kompost ergänzt werden kann.
- Kübel halbschattig und windgeschützt aufstellen.
- Abzugslöcher freihalten.
- Im Sommer häufiger als im Beet gießen.
- Überschüssiges Wasser aus Untersetzern entfernen.
- Im Frühjahr mit Kompost oder einem organischen Kräuterdünger versorgen.
- Den Topf im Winter nicht in einen dauerhaft warmen Wohnraum stellen.
Die Staude braucht ihre natürliche Ruhephase. Im Winter zieht sie oberirdisch ein und
treibt im Frühjahr neu aus. In rauen Lagen kann der Topf mit Jute oder einem anderen
luftdurchlässigen Material geschützt und auf eine isolierende Unterlage gestellt werden.
Krankheiten, Schädlinge und typische Pflegeprobleme
Die Süßdolde gilt als robuste Gartenpflanze. Ein geeigneter Standort verhindert viele
Probleme von vornherein. Treten Schäden auf, liegen häufig ungünstige Bodenverhältnisse,
Trockenstress oder Staunässe zugrunde.
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Blätter hängen tagsüber schlaff | Trockener Boden oder starke Hitze | Boden prüfen, gründlich gießen und gegebenenfalls beschatten |
| Gelbliche Blätter | Staunässe, verdichteter Boden oder natürlicher Blatteinzug | Wasserabzug kontrollieren und Jahreszeit berücksichtigen |
| Schwacher Austrieb | Zu wenig Humus, Wurzelstörung oder ungünstiger Standort | Kompost geben und Pflanze möglichst nicht erneut versetzen |
| Keine Keimung | Fehlender Kältereiz, altes Saatgut oder zu frühes Aufgeben | Frisches Saatgut im Herbst aussäen und Geduld bewahren |
| Viele Sämlinge | Ungehinderte Selbstaussaat | Blütenstände teilweise vor der Fruchtreife abschneiden |
Auf dauerhaft nassen Standorten können Wurzelschäden entstehen. Schadhafte Pflanzenteile
sollten entfernt und die Wasserversorgung korrigiert werden. Ein vorbeugender Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln ist nicht sinnvoll.
Süßdolde ernten: Blätter, Blüten und Früchte
Junge Blätter lassen sich vom Frühjahr bis in den Herbst ernten. Besonders zart und
aromatisch sind sie vor der Hauptblüte. Schneiden Sie nur einzelne Blätter oder Triebe ab,
damit genügend Blattmasse für das weitere Wachstum stehen bleibt.
Erntekalender
| Pflanzenteil | Ungefähre Erntezeit | Verwendung |
|---|---|---|
| Junge Blätter | Frühjahr bis Herbst | Salate, Kräuterquark, Suppen, Soßen und Tee |
| Blüten | Etwa Mai bis Juli | Dekoration und vorsichtige Aromatisierung |
| Grüne, unreife Früchte | Sommer | Frisch und sparsam als intensiv süßliche Würze |
| Reife Früchte | Spätsommer bis Herbst | Getrocknet als Gewürz oder Saatgut |
| Wurzeln | Vor allem Herbst | Traditionelle Küchennutzung; Entnahme schwächt oder beendet die Pflanze |
Ernten Sie an einem trockenen Vormittag, nachdem Tau abgetrocknet ist. Verwenden Sie eine
saubere Schere. Waschen Sie Blätter erst unmittelbar vor der Verarbeitung, weil feuchte
Kräuter im Kühlschrank schneller verderben.
Die Entnahme der Wurzel ist bei einer mehrjährigen Pflanze ein starker Eingriff. Wer die
Süßdolde dauerhaft im Garten halten möchte, sollte Wurzeln nur von ausreichend großen,
älteren Beständen entnehmen oder ganz darauf verzichten.
Süßdolde in der Küche verwenden
Das Aroma der Süßdolde erinnert an Anis, Fenchel und Lakritz. Es wirkt stärker, als das
zarte Laub vermuten lässt. Beginnen Sie deshalb mit einer kleinen Menge und würzen Sie bei
Bedarf nach.
Junge Blätter
Fein gehackte Blätter passen zu Quark, Joghurt, Obstsalat, Kompott, Kräuterbutter,
Getreidegerichten und milden Soßen. Sie lassen sich auch in Suppen geben. Wird das Kraut
lange gekocht, verliert es einen Teil seines frischen Aromas. Bei warmen Gerichten sollte
es daher eher gegen Ende der Garzeit zugefügt werden.
Blüten
Die weißen Blüten können sparsam als essbare Dekoration genutzt werden. Sie passen
besonders gut zu Desserts und Obstgerichten. Blütenstände sollten vor der Verwendung
sorgfältig kontrolliert und vorsichtig ausgeschüttelt werden, da sich kleine Insekten
darin aufhalten können.
Unreife Früchte
Die noch grünen Früchte besitzen ein intensives, süßlich-anisartiges Aroma. Sie können fein
gehackt oder zerstoßen zum Würzen verwendet werden. Bereits wenige Stücke reichen häufig
aus.
Reife Früchte
Vollständig ausgereifte Früchte sind dunkel gefärbt und trockener. Nach dem Mahlen eignen
sie sich als Gewürz für Brot, Gebäck, Kompott oder warme Fruchtgerichte. Das Aroma bleibt
am besten erhalten, wenn die Früchte erst kurz vor der Verwendung zerstoßen werden.
Ist Süßdolde ein Zuckerersatz?
Die Bezeichnung „Zuckerersatz“ führt leicht in die Irre. Das Kraut schmeckt durch seine
Aromastoffe süßlich, liefert aber nicht die gleiche Süßkraft, Masse oder technologische
Wirkung wie Haushaltszucker. Es kann saure Früchte geschmacklich abrunden und dadurch
helfen, in einzelnen Rezepten weniger Zucker zu verwenden. Einen berechenbaren
Süßstoffersatz stellt es nicht dar.
Medizinische Wirkversprechen sind ebenfalls unangebracht. Die Süßdolde wurde traditionell
bei verschiedenen Beschwerden verwendet, besitzt aber keine allgemein anerkannte
medizinische Anwendung. Ein Kräutertee ersetzt weder Diagnose noch Behandlung.
Süßdolde lagern und haltbar machen
Frische Blätter aufbewahren
Wickeln Sie ungewaschene Blätter locker in ein leicht feuchtes Küchentuch und legen Sie sie
in das Gemüsefach. Dort bleiben sie einige Tage verwendbar. Gequetschte oder bereits
nasse Blätter sollten möglichst sofort verarbeitet werden.
Blätter einfrieren
Fein geschnittene Blätter lassen sich portionsweise einfrieren. Praktisch sind kleine
Behälter oder Eiswürfelformen mit wenig Wasser. Nach dem Auftauen ist die Struktur weich,
das Kraut eignet sich aber weiterhin für Suppen, Soßen und warme Speisen.
Süßdolde trocknen
Trocknen ist möglich, doch das Aroma der Blätter verändert sich und kann schwächer werden.
Legen Sie das Erntegut dünn an einen luftigen, schattigen Ort. Direkte Sonne beschleunigt
den Verlust flüchtiger Aromastoffe.
Früchte lagern
Schneiden Sie reifende Fruchtstände ab und hängen Sie diese kopfüber in eine Papiertüte.
Ausfallende Früchte werden so aufgefangen. Nach vollständiger Trocknung kommen sie in ein
dicht schließendes, beschriftetes Gefäß. Lagern Sie es kühl, trocken und dunkel.
Süßdolde vermehren
Die Vermehrung über frische Samen entspricht dem natürlichen Lebenszyklus der Pflanze und
gelingt meist am zuverlässigsten. Häufig erscheinen rund um ältere Exemplare von selbst
junge Sämlinge. Diese lassen sich vorsichtig versetzen, solange ihre Wurzeln noch kurz
sind.
Vermehrung durch Selbstaussaat
Lassen Sie einige Fruchtstände bis zur vollständigen Reife an der Pflanze. Die schweren
Früchte fallen überwiegend in der Nähe der Mutterpflanze zu Boden. Unerwünschte Sämlinge
können im Frühjahr frühzeitig entfernt werden.
Kann man Süßdolde teilen?
Eine Teilung ist grundsätzlich möglich, aber weniger unkompliziert als bei flach
wurzelnden Stauden. Die lange Pfahlwurzel kann beim Ausgraben beschädigt werden. Teilen Sie
nur kräftige Pflanzen im zeitigen Frühjahr und achten Sie darauf, dass jedes Teilstück
Wurzeln sowie mindestens eine Austriebsknospe besitzt.
Nach dem Teilen werden die Stücke sofort wieder eingepflanzt und gründlich angegossen.
Häufiges Versetzen sollte vermieden werden. Ein dauerhaft gut gewählter Standort spart
Arbeit und schont die Pflanze.
Welchen Wert hat Süßdolde für den Garten?
Mit ihrem frühen Austrieb, dem hellgrünen Laub und den weißen Dolden bringt die Süßdolde
Struktur in halbschattige Beete. Sie passt gut in naturnahe Kräutergärten, Waldgärten und
an lichte Gehölzränder. Während der Blüte sind die offen zugänglichen Blüten für
verschiedene Insekten erreichbar.
Eine einzelne Pflanzenart ersetzt allerdings kein vielfältiges Nahrungsangebot. Wer
Bestäuber unterstützen möchte, kombiniert die Süßdolde mit heimischen Pflanzen, die vor
und nach ihrer Blütezeit Nektar und Pollen liefern.
Schneiden Sie deshalb nicht automatisch jeden Blütenstand unmittelbar nach dem Verblühen
ab. Ein Teil kann ausreifen, während andere Dolden entfernt werden, um die Selbstaussaat zu
begrenzen. So bleibt die Pflanze kontrollierbar und kann zugleich ihren ökologischen Wert
entfalten.
Mehr Informationen zum verantwortungsvollen Umgang mit Bestäubern finden Sie im Bereich
Bienenschutz im Garten.
Fazit: Ein dauerhaftes Küchenkraut für halbschattige Plätze
Die Süßdolde ist eine gute Wahl für Gartenbereiche, in denen mediterrane Sonnenkräuter
schlecht wachsen. Auf humosem, frischem Boden entwickelt sie sich zu einer langlebigen,
winterharten Staude. Nach dem Anwachsen beschränkt sich die Pflege hauptsächlich auf das
Gießen während trockener Phasen, eine Kompostgabe im Frühjahr und die Kontrolle der
Selbstaussaat.
Geduld verlangt vor allem die Vermehrung. Frisches Saatgut sollte im Herbst ausgesät werden,
damit die natürliche Kälteperiode die Keimruhe beendet. In der Küche überzeugt das Kraut
mit einem kräftigen Anis- und Lakritzaroma. Kleine Mengen reichen aus. Bei wild
aufgefundenen Pflanzen gilt dagegen eine klare Regel: Ohne zweifelsfreie botanische
Bestimmung wird nichts geerntet oder probiert.
Häufige Fragen zur Süßdolde
Ist die Süßdolde mehrjährig?
Ja, die Süßdolde ist eine ausdauernde, mehrjährige Staude. Ihre oberirdischen Pflanzenteile
sterben im Herbst ab. Im folgenden Frühjahr treibt sie aus dem Wurzelstock erneut aus.
Ist Süßdolde winterhart?
Ausgepflanzte Exemplare gelten als gut winterhart und benötigen normalerweise keinen
Winterschutz. Im Kübel ist der Wurzelballen stärker Frost und Temperaturschwankungen
ausgesetzt. Das Gefäß sollte deshalb geschützt stehen und nicht vollständig austrocknen.
Wann sollte man Süßdolde aussäen?
Der beste Zeitpunkt ist unmittelbar nach der Samenreife im Herbst. Die Samen benötigen
eine längere Kältephase. Danach können sie mit steigenden Temperaturen im Frühjahr keimen.
Wie lange braucht Süßdolde zum Keimen?
Die Keimdauer lässt sich nicht auf eine feste Zahl reduzieren. Die Samen können nach der
winterlichen Kälteperiode im Frühjahr auflaufen, teilweise aber deutlich später. Das
Saatgefäß sollte daher nicht vorschnell geleert werden.
Welchen Standort bevorzugt die Süßdolde?
Ideal ist ein halbschattiger bis lichtschattiger Platz mit humoser und gleichmäßig frischer
Erde. Starke Mittagssonne wird nur bei ausreichender Bodenfeuchte vertragen. Dauerhafte
Staunässe ist ebenfalls ungeeignet.
Kann man Süßdolde im Topf pflanzen?
Ja, allerdings braucht sie wegen ihrer Pfahlwurzel einen tiefen und ausreichend großen
Kübel. Ein kleines Kräutertöpfchen reicht für die dauerhafte Kultur nicht aus. Im Sommer
muss eine Topfpflanze häufiger gegossen werden als ein Exemplar im Beet.
Kann man die gesamte Süßdolde essen?
Junge Blätter, Blüten und Früchte werden traditionell als Küchenkraut verwendet. Auch
Wurzeln sind als historische Nutzung beschrieben, ihre Entnahme schwächt jedoch die
mehrjährige Pflanze stark. Verwendet werden dürfen ausschließlich eindeutig bestimmte und
unbelastete Pflanzen.
Ist die Süßdolde giftig?
Die Echte Süßdolde gilt als essbare Kräuterpflanze. Das größere Risiko besteht in der
Verwechslung mit giftigen Doldenblütlern. Unbekannte Wildpflanzen dürfen daher nicht
probiert werden.
Woran erkennt man reife Samen?
Die länglichen Früchte verändern ihre Farbe von Grün zu Dunkelbraun oder fast Schwarz.
Gleichzeitig werden sie trockener und lösen sich leichter vom Fruchtstand. Zur Ernte kann
der Fruchtstand über einer Papiertüte abgeschnitten werden.
Breitet sich Süßdolde stark aus?
Sie kann sich durch Samen vermehren, bleibt wegen der relativ schweren Früchte aber oft in
der Nähe der Mutterpflanze. Wer keine Sämlinge möchte, schneidet den Großteil der
Blütenstände vor der Samenreife ab. Junge Sämlinge lassen sich im Frühjahr meist leicht
entfernen.
Kann Süßdolde Zucker ersetzen?
Das anisartige Aroma kann Speisen subjektiv süßer wirken lassen und saure Früchte
geschmacklich abrunden. Die Pflanze ersetzt Zucker jedoch weder mengenmäßig noch
technologisch. Für Backrezepte lässt sich Zucker daher nicht einfach im gleichen
Verhältnis durch Süßdolde austauschen.
medizinisch anerkannte Therapie. Bei Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin, einen
Arzt oder eine Apotheke.
