Heidekrautgewächse als typische Steingartenpflanze

Heidekrautgewächse sind vielseitige Gartenpflanzen, die unter bestimmten Bedingungen besonders gut gedeihen. Sie bevorzugen sandige oder moorige Böden und bieten mit ihren beeindruckenden Blütenfarben eine abwechslungsreiche Gartengestaltung. Besonders attraktiv ist die Vielfalt der Blütezeiten, die von Sommer bis Winter reicht. Ob als Bodendecker, in Steingärten oder in Kombination mit anderen Pflanzen – Heidekrautarten wie Besenheide, Irische Heide oder Schneeheide sorgen für lebendige Farbakzente. Zudem bringen interessante Zuchtformen und die frostbeständigen Laubfärbungen im Winter zusätzliche Reize. Dieser Artikel zeigt, welche Heidekrautarten sich für Ihren Garten eignen, welche Standortbedingungen entscheidend sind und wie Sie die Pflanzen optimal pflegen, um das ganze Jahr über eine blühende Landschaft zu genießen.

Heidekrautgewächse als typische Steingartenpflanze
Heidekrautgewächse als typische Steingartenpflanze

Das Wichtigste in Kürze

✅ Heidekrautgewächse gedeihen am besten auf sandigem oder moorigem Boden.
✅ Es gibt Sommer-, Herbst- und Winterblüher – ganzjährige Farbakzente sind möglich.
✅ Besenheide, Irische Heide und Schneeheide sind die wichtigsten Heidekrautarten.
✅ Viele Sorten sind winterhart und entwickeln bei Frost beeindruckende Laubfärbungen.
✅ Kombinationen mit Wacholder, Kiefern oder Gräsern sorgen für eine harmonische Gartengestaltung.

Heidekrautgewächse eignen sich für die Bepflanzung eines Gartens besonders dann, wenn der Untergrund moorig oder sandig ist. Unter solchen Voraussetzungen ist die Pflege eines Heidekrautgartens verhältnismäßig einfach. Interessante Zuchtformen bieten einen besonderen Reiz. Hinzu kommt noch, dass sich einige Heidekräuter relativ einfach vermehren lassen.

Bei uns gibt es vor allem drei Gattungen: Besenheide, Heide und Irische Heide. Heidekrautgewächse kann man grob nach ihrer Blütezeit unterteilen. In einige im Sommer und im Herbst blühende Arten und in solche, die im Winter und Frühjahr blühen. Die im Sommer und Herbst blühenden Heidekrautgewächse brauchen in der Regel einen kalkfreien Boden, während die im Winter blühenden auch mit kalkhaltigem Boden vorlieb nehmen.

Außerdem kann man die Heidekrautgewächse auch nach ihrer Größe in zwei Gruppen einteilen: in Baumheiden, die bis zu 2,5 m hoch werden, und in die übrigen Arten, die von Nadelkissengroße bis 50 cm reichen. In reinen Heidekrautgärten lässt sich mit einiger Kunstfertigkeit Abwechslung in die Gartenlandschaft bringen. Eine gewisse Hilfe sind dabei die verschiedenen hohen Arten, Böschungen und Steinbrocken. Am besten ist es jedoch, wenn man andere Pflanzen hinzu setzt. Meist verwendet man zu diesem Zweck niedere Formen von Kiefern und verschiedene Wacholderarten.

Eine gute Wirkung erzielt man, wenn man Birken, Sanddorn, Stechpalmen, Felsenmispeln, Berberitzen und Ginster dazwischen pflanzt. Auch Stauden, etwa Königskerzen, Glockenblumen, Thymian, und einige Gräser, etwa das Wollgras, sollten nicht fehlen.

Meist werden verschiedene Arten von Heidekrautgewächsen in Gruppen zusammengesetzt, da Einzelpflanzen oft unansehnlich wirken. Heidekrautgewächse können auch zur Verschönerung von Strauchrabatten, gemischten Rabatten oder Steingärten herangezogen werden. Man setzt sie entweder als Randbepflanzung ein oder streut sie zwischen die anderen Pflanzen.

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Selbst die abgestorbenen Blütenstände der im Sommer und Herbst blühenden Heidekrautarten können in der Wintersonne ebenso prächtig leuchten wie zuvor die Blüten. Einige Sorten der Erica vagans sehen dabei besonders schön aus, ihnen stehen aber die E. ciliaris und einige Hybriden der E. cinerea kaum nach.

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Viele der im Sommer blühenden Heidekrautgewächse, vor allem die Besenheide, entfalten eine zweite Pracht im Winter, wenn ihr Laub mit zunehmendem Frost kräftige Färbungen annimmt. Sie leuchten dann karminrot, blutrot, bronzefarben, goldgelb, orangerot, gelb, silbern, grau oder grün und in allen Mischfarben, und die Tönung ändert sich mit der Jahres zeit.

Wichtige Heidekrautarten bzw. Heidekrautgewächse

Calluna

Die Besenheide ist die Charakterpflanze der Heide und Moorlandschaften. Man nennt sie oft auch Heidekraut. Sie wächst wild in ganz Europa und ist ausgesprochen winterhart. Die Calluna blüht hauptsächlich von Juli bis September an Rispen, die bis zu 30 cm lang werden. Sie blüht meist weiß, aber auch in verschiedenen roten, purpurfarbenen und rosaroten Tönen. Es gibt nur eine Art, C. vulgaris, mit verschiedenen Sorten, deren Wuchs vom dichten Nadelkissen bis zu 60 cm hohen Pflanzen reichen kann. Bei neueren Züchtungen ist das Laub auffallend rot, gelb, orangerot oder bronzeartig gefärbt. Die Calluna wächst nicht in kalkhaltigem Boden.

Daboecia

Die Irische Heide (Da boecia cantabrica) bringt von allen unseren Heidekrautgewächsen die größten Blüten hervor bis zu 2 cm im Durchmesser. Sie blüht von Juli bis in den Herbst hinein in Weiß, Rosarot, Karminrot oder Purpur rot. Nach der Blüte fallen die Blumenkronen ab. Die dunkelgrünen Blätter sind auf der Unterseite silbergrau. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von 15-75 cm.

Die Daboecia verträgt keinen kalkhaltigen Boden, der Standort und die Pflege ist wie bei Calluna. In kalten Gegenden muß sie vor Frost geschützt werden. Die Hybride D. cantabrica x azorica ist jedoch mehr winterhart und blüht auch länger. Gepflanzt wird im Frühjahr mit Ballen.

Erica (sommerblühend)

Sie blühen von Juni bis September, bei einigen erstreckt sich die Blütezeit bis in den Herbst. Sie gedeihen nicht gut in kalten Gegenden. Die verschiede nen Zuchtformen erreichen eine ten der Erica cinerea (Grauheide, Höhe und Breite von 30-50 cm. Graue Glockenheide) können viele Färbungen von Blaßrosa über die verschiedensten Rottöne bis Purpurschwarz haben. Alle Arten mit purpurfarbenen, rosaroten und weißen Blüten sind ab Juli bis in den Winter hinein beständig.

Erica (winter- und frühjahrsblühend)

Alle hier beschriebenen Heidearten eignen sich auch für Gärten mit leicht kalkhaltigem brauchen einen Humusboden und müssen im Winter leicht abgedeckt werden. E. tetralix (Echte Glockenheide) Eine wegen ihres silbergrauen Laubs geschätzte Heide, die von Ende Juni bis September entweder rosarot oder weiß blüht. Sie ist ausgesprochen winterhart, braucht jedoch leicht moorigen oder sauren und feuchten Boden. Die Pflanzen erreichen eine Höhe und Breite von 20–30 cm.

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E. vagans (Cornwallheide, Sommerheide) Eine Strauchheide, die 40-60 cm hoch und sehr buschig wird. Sie bildet lange, dichte Blütenrispen, vor allem wenn die Pflanze noch jung ist, verträgt einen geringen Kalkgehalt im Boden und hält auch stärkeren Frost Boden. E. carnea (Schnee- oder Frühlingsheide) Dieser ausgezeichnete Bodendecker ist von allen Heidekrautgewächsen am weitesten verbreitet und ist ausgesprochen winterhart. In der Zeit zwischen Oktober und Februar öffnen sich die roten, rosaroten oder weißen Blüten. Die Blüte hält oft bis zum Mai an.

Die Höhe und Breite der Pflanze beträgt 20-30 cm. E. mediterranea (Bruchheide) Die größte der winterblühenden, kalkholden Heiden wird 50 cm hoch und höher. Die purpurfarbenen, rosaroten oder weißen Blüten erscheinen manchmal schon im Dezember und halten oft bis zum aus.

Erica arborea (Baumheide)

Die größte Heideart; sie kann bei uns in einem wärmeren Klima bis zu 2 m hoch werden. An ungeschützten Stellen oder in kalkhaltigem Boden gedeiht sie jedoch nicht. Die weißen Blüten erscheinen März bis Juni.

Optimale Standortwahl für Heidekrautgewächse

Heidekrautgewächse sind anspruchsvolle Pflanzen, wenn es um den Standort geht. Die meisten Arten bevorzugen einen durchlässigen, sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 4 und 5,5. Besonders gut gedeihen sie in Moorbeeten oder sandigen Böden mit hohem Humusgehalt. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da sie die Wurzeln faulen lässt. Eine Mulchschicht aus Rindenhumus oder Nadelstreu verbessert die Bodenbeschaffenheit und hält Feuchtigkeit zurück. Je nach Art unterscheiden sich die Ansprüche: Während Besenheide (Calluna vulgaris) keinen Kalk verträgt, kommen einige winterblühende Erikagewächse (Erica carnea) auch mit leicht kalkhaltigen Böden zurecht. Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist ideal – zu viel Schatten kann die Blühfreude mindern.

Heidekraut pflanzen

Um Heidekrautgewächse erfolgreich im Garten zu etablieren, sind einige grundlegende Schritte zu beachten. Zunächst sollte der Standort sorgfältig gewählt werden: Während Besenheide ausschließlich auf saurem Boden gedeiht, tolerieren winterblühende Heidearten leicht kalkhaltige Böden. Der Boden sollte gut durchlässig sein, da Staunässe die Wurzeln schädigen kann. Falls der Gartenboden zu lehmig ist, kann Sand oder Rindenhumus untergemischt werden, um die Struktur zu verbessern.

Die beste Pflanzzeit für Heidekraut ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr. Bevor die Pflanzen in die Erde gesetzt werden, empfiehlt es sich, die Wurzeln leicht anzurauen und für einige Minuten in Wasser zu tauchen. So können sie besser Feuchtigkeit aufnehmen. Der Pflanzabstand sollte je nach Art zwischen 20 und 30 cm betragen, damit sich die Pflanzen optimal entwickeln können. Eine Mulchschicht aus Rindenhumus oder Nadelstreu schützt den Boden vor dem Austrocknen und sorgt für eine bessere Nährstoffversorgung.

Pflegetipps: Gießen, Düngen & Rückschnitt

Obwohl Heidekraut als pflegeleicht gilt, gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten. Die Bewässerung sollte regelmäßig, aber mäßig erfolgen – der Boden sollte niemals komplett austrocknen, aber auch nicht dauerhaft feucht sein. Besonders im Sommer ist eine zusätzliche Wasserversorgung wichtig, wenn längere Trockenperioden herrschen. Als Dünger eignen sich spezielle Rhododendron- oder Heidekrautdünger, die wenig Kalk enthalten. Ein Rückschnitt nach der Blüte fördert einen dichten Wuchs und verlängert die Lebensdauer der Pflanze. Dabei sollten nur die oberen Triebe geschnitten werden, um das Wachstum neuer Triebe anzuregen. Ein zu tiefer Schnitt kann die Pflanze schwächen.

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Winterhärte & Schutz vor Frost

Während einige Heidekrautarten winterhart sind, benötigen andere Sorten einen zusätzlichen Schutz. Besenheide und viele Sommerheiden vertragen Temperaturen bis -20 °C, während Irische Heide oder einige mediterrane Arten empfindlicher auf Frost reagieren. In kalten Regionen ist es ratsam, empfindlichere Pflanzen mit Reisig oder einem leichten Vlies abzudecken. Auch eine Mulchschicht aus Laub oder Rindenmulch schützt die Wurzeln vor extremer Kälte. Besonders winterblühende Heidearten wie Erica carnea setzen farbenfrohe Akzente im Wintergarten und sind auch in frostigen Monaten eine optische Bereicherung.

Vermehrung von Heidekrautgewächsen

Die Vermehrung von Heidekrautgewächsen kann auf verschiedene Weise erfolgen. Die einfachste Methode ist die Stecklingsvermehrung, die besonders gut im Spätsommer funktioniert. Hierzu werden etwa 10 cm lange Triebe von gesunden Mutterpflanzen abgeschnitten. Die unteren Blätter werden entfernt, und die Stecklinge in ein lockeres Substrat aus Torf und Sand gesteckt. Eine hohe Luftfeuchtigkeit fördert das Anwurzeln, weshalb sich eine durchsichtige Abdeckung oder ein Mini-Gewächshaus eignet. Nach etwa sechs bis acht Wochen haben die Stecklinge Wurzeln gebildet und können in größere Töpfe oder ins Freiland gesetzt werden.

Eine alternative Methode ist die Teilung älterer Pflanzen. Dabei wird der Wurzelballen vorsichtig in zwei oder mehr Teile geteilt und an neuen Standorten eingepflanzt. Dies sollte im Frühjahr oder Herbst erfolgen, um den Pflanzen genügend Zeit zur Regeneration zu geben.

Die Vermehrung durch Samen ist aufwendiger, da Heidekrautsamen eine Keimruhe haben und erst nach einer Kälteperiode keimen. Die Samen werden im Herbst in eine Schale mit Anzuchterde gesät und für einige Wochen der natürlichen Kälte ausgesetzt (sogenannte Stratifikation). Im Frühjahr keimen die Samen bei Temperaturen um 15 °C. Diese Methode erfordert Geduld, kann jedoch zu besonders robusten Pflanzen führen.

Heidekraut als Gestaltungselement im Garten

Heidekrautgewächse bieten unzählige Möglichkeiten zur Gartengestaltung. Ob als niedrige Bodendecker, in Steingärten oder als farbenfrohe Akzente in Heidegärten – die Kombination verschiedener Heidekrautarten mit Wacholder, Zwergkiefern oder Ziergräsern sorgt für ein abwechslungsreiches Bild. Besonders reizvoll sind Kombinationen mit kontrastierenden Pflanzen wie Silberblatt oder weißblühenden Stauden. Auch in Kübeln oder als Randbepflanzung für Gehwege entfaltet Heidekraut seinen vollen Charme. Mit geschickter Planung lässt sich so ein Garten schaffen, der vom Frühjahr bis in den Winter hinein blüht und Farbakzente setzt.

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