Gemüsebeet anlegen – DIY Schritt für Schritt Anleitung

Der richtige Boden, passende Standort und die perfekte Pflanzenauswahl


Gesunde Ernährung beruht auf gesunden Lebensmitteln. Was liegt da nicht näher als sich sein Gemüse selber anzubauen. Der erste Schritt, das Gemüsebeet anlegen, möchten wir Euch in diesem Beitrag ausführlich erklären.

Den Nutzgarten vorbereiten

Bevor man sich nun gleich darauf stürzt einen Gemüsegarten anzulegen, sollte man diesen im Voraus planen. Natürlich gibt es keine konkreten Regeln, wie Du Dein Gemüsebeeten anzulegen hast, allerdings gibt es eine Tipps und Tricks für maximale Erfolge. Natürlich kann man nicht alles davon immer umsetzen, da es ja auch auf persönliche Präferenzen und das Raumangebot ankommt.

Die wichtigsten Punkte sind dabei:

  • die Größe des Beets
  • das angebaute Gemüse
  • Wahl des Standorts
  • Bodenqualität

Die Dimensionen des geplanten Gemüsebeet

In der Regeln findet man ein kleines Beet mit Abmessungen von 120×80 cm. Das ist überschaubar und reicht auch vielen für einige kleine Ergänzungen im Alltag. Man beachte dabei die rechteckigen Abmessungen – das ist sehr hilfreich! Ein längliches Beet hat nämlich den Vorteil, dass es einfach von den Seiten bearbeitet werden kann, sodass man nicht ständig auf dem Beet herum trampeln muss.

Somit beschädigt man die Bodenstruktur nicht und verhindert damit eine Beeinträchtigung der anzubauenden Pflanzen. Dann kommt es natürlich auf die konkrete Fläche an. Wie viel möchtest Du am Ende genau ernten können. Je nach Bedarf kann man eine kleine Peilung aufstellen, wie viel Platz benötigt wird.

Bei einer „autarken“ Selbstversorgung mit Gemüse, sollten etwa 80 bis 100 m² für eine Person eingeplant werden. Das kann natürlich immer etwas nach Hunger variieren, also kann es wahlweise ein kleineres oder größeres Feld für eine Selbstversorgung sein. Übrigens: Ein Beet solltest Du niemals breiter als 1,40 m anlegen – sonst ist eine seitliche Bearbeitung nicht mehr möglich.

Je weniger Bedarf Du an selbst angebautem Gemüse, desto weniger Fläche benötigst Du natürlich. Möchtest Du überwiegend auf eigenen Anbau setzen, dann reichen zwischen 40 bis 80 m² für eine Person. Für eine gelegentliche Ernte reichen bereits 20 bis 40 m² für einen einzigen Menschen aus. Möchtest Du hingegen nur ergänzendes Gemüse anbauen, dann benötigst Du nur 1 bis 20 m².

Gemüsebeet anlegen: Mischkultur ist das Geheimnis

Wie Du vielleicht weißt, ist es keine gute Idee jedes Jahr immer dieselben Mengen an Gemüse an derselben Stelle anzubauen. Damit schadet man dem Boden eher, da wichtige Mineralien und Nährstoffe dem Boden gänzlich entzogen werden. Infolgedessen sind auch die Pflanzen davon betroffen, da sei keine Ressourcen zum Wachsen haben.

Aus diesem Grund gibt es die „Mischkultur“ und den „Fruchtwechsel“. Beide Methoden sollen ein Auslaugen des Bodens verhindern, sodass Du lange Zeit nutzbare Fläche behältst. Mischkultur bedeutet einfach, dass verschiedene Gemüsekulturen nebeneinander gepflanzt werden, sodass eine große Fläche nicht nur von einer einzigen Sorte bevölkert wird.

Der Fruchtwechsel hingegen besagt, dass man nach der Ernte eine andere Kultur anbauen soll. Erntest Du also dieses Jahr Kartoffeln, dann pflanzt Du für das kommende Jahr lieber Salat oder Zucchini an genau dieser Stelle an.

Der richtige Standort für das Gemüsebeet

Für das optimale Wachstum der Gemüsekulturen braucht man natürlich auch gute Bedingungen. Der gewählte Standort und die dortige Bodenqualität sollten auch zu den Bedürfnissen der Pflanzen passen. Optimal ist ein sonniger Platz, da eine überwiegende Anzahl an Gemüsesorten in der Sonne am besten gedeiht.

Schattenwerfende Pflanzen, wie beispielsweise Bäume oder auch Sträucher, sollten sich nicht im direkten Umfeld des Beetes befinden. Weiterhin sollte man den Wind beachten. Die Pflanzen sollten in einem windgeschützten, aber auf keinem Fall windstillen Areal angebaut werden. Ein wenig Wind ist für das Blattwerk sehr wichtig.

Auftretende Pilzkrankheiten oder übermäßiger Niederschlag können so schnell von den Pflanzen abtrocken, sodass keine ernsteren Folgeschäden entstehen. Außerdem nisten sich Schädlinge gerne in windstille Gebiete ein, sodass die Ernte schnell zerstört sein könnte. Am besten stellen sie kleine Schnitthecken, einen bepflanzten Zaun oder ähnliche luftdurchlässige Barrikaden auf.

Gemüsebeet anlegen - Anleitung für den besten Ertrag
Gemüsebeet anlegen – Anleitung für den besten Ertrag

Der passende Boden für den Anbau

Auch der jeweilige Boden ist entscheidend. Insgesamt gibt es, grob betrachtet, drei verschiedene Bodentypen: leichte Sandböden, mittelschwere Lehmböden und schwere Tonböden. Natürlich gibt es auch Zwischenformen. Alle drei Böden können für den Anbau benutzt werden, benötigen allerdings verschieden viel Zeit und Arbeitsaufwand.

Während man leichte Sandböden noch bequem mit Kompost oder Stallmist aufarbeiten kann, sieht das bei schweren Tonböden schon anders aus. Am einfachsten sind die mittelschweren Böden, welche entweder aus sandigem Lehm oder lehmigen Sand bestehen. Sie sind perfekt für das Gemüse und auch weniger aufwändig zu bewirtschaften.

Die idealen Voraussetzungen bietet Humusboden.

Das Gemüsebeet anlegen – Selber anlegen mit diesen Schritten

Nach einiger Planung unter dem Einbezug der jeweiligen Faktoren, kann es nun an die Arbeit gehen. Du kannst nun ein Gemüsebeet anlegen. Doch wie stelle ich das nun eigentlich am besten an? Befolge einfach diese Schritte:

  1. Suche Dir zuerst eine möglichst lichterfüllte Stelle mit wenig Schatten.
  2. Positioniere die länglichen Seiten des rechteckigen Beetes nach Norden und Süden. So garantierst Du eine optimale Versorgung mit Licht für das gesamte Jahr.
  3. Grabe den Boden spatentief um. In der Regel sind das 30 Zentimeter.
  4. Die umgegrabenen Bodenbrocken zerkleiner und fein harken.
  5. Nun lässt Du die Fläche für die nächsten vier bis sechs Monate ruhen.
  6. Nach der Zeit gräbst den Boden noch einmal durch, wobei diesmal organisches Material eingearbeitet werden kann. Rinderdung, Kompost, Wurmerde oder Hornmehl sind perfekt für die Aufbereitung.
  7. Danach nochmals die Fläche fein harken, sodass eine feine Körnung zu sehen ist.
  8. Jetzt ist das Beet bereit bepflanzt zu werden. Und nicht vergessen: Mischkulturen!

Tipps und Tricks beim Anlegen eines Gemüsebeets

Für das erfolgreiche Bewirtschaften eines Gemüsebeets gibt es zahlreiche Faktoren, welche man beachten muss. Viele Kleinigkeiten können unglaublich viel Zeit in Anspruch nehmen: Unkraut zupfen, Rasen trimmen, durchharken etc. Doch warum sollte man sich eigentlich diese stundenlange Mühe, wenn man mit wenigen Schritten dem vorbeugen kann.

Eine saubere Kante

Wenn man das Beet nicht regelmäßig umgräbt, bemerkt man schnell ein Problem: der Rasen erobert sich die Fläche zurück. Viele kleine Grüngewächse wachsen über die Naht und auch Unkraut durchzieht das Beet. Normalerweise müsste man stundenlang jedes Wochenende dieses Wachstum unterbinden und dafür sorgen, dass das Gemüse nicht mit dem Rasen konkurrieren muss.

Doch das geht auch einfacher. Man spricht dabei von einer Beeteinfassung, welche die Ränder Deines Beetes sauber hält. Nachteil an solchen Fassungen ist ihre unnatürliche Wirkung. Egal wie Dein Garten eingerichtet ist, das Blechkonstrukt sticht immer hervor.

Gegenüber dessen gibt es auch Rasenkantensteine. Diese sehen unglaublich toll im Garten aus, kosten aber auch leider etwas mehr. Teilweise reicht auch einfach eine Aufschüttung mit Steinen oder Rindenmulch, um das Gebiet ringsherum abzugrenzen. Übrigens kann das auch gegen Nacktschnecken helfen.

Ein breiter Kiesstreifen von etwa 60 bis 90 cm sollte die Fressfeinde fernhalten. Für einen permanenten Kiesweg, von dem man übrigens auch wunderbar aus Arbeiten kann, legt man ein Fleece aus. Durch dieses kommt kein Unkraut hindurch, sodass man den Weg nicht weiter bearbeiten muss.

Gemüsebeet bauen: Plane kleine Wege ein!

Zuvor erwähnten wir ja, dass ein Beet nicht breiter als 1,40 Meter sein sollte, damit man es gemütlich von allen Seiten bearbeiten kann. Allerdings sollte man, bei besonders langen Beeten, kleine Wege mit in die Planung einberechnen. Möchtest Du beispielsweise eine Pflanze mit dem Spaten ausheben, dann geht das kaum vom Rand aus. Daher sind kleine Wege längs des Feldes angebracht.

Für die Zwischenwege bieten sich entweder Bretter, je nach Größe des Beetes können diese variieren, oder Trittsteine. Gerade bei kleineren Beeten und Feldern reichen vereinzelte Trittsteine aus, um auch die Mitte des Feldes bequem bearbeiten zu können. Außerdem, und das ist nur eine persönliche Empfindung, haben Trittsteine auch etwas Stilvolleres.

Gemüsebeet bauen in der Nähe einer Wasserquelle

Wir alle wissen das Pflanzen für ein gesundes Wachstum Wasser benötigen. Zudem wissen wir auch das große Gießkannen schnell schwer werden können, sodass die Wasser-Schlepperei extrem anstrengend wird auf Dauer. Warum also nicht geschickt sein, und das Beet möglichst nahe an einer Wasserstelle bauen?

Insbesondere zur warmen Jahreszeit kommt man schnell in die Bredouille, da man hier regelmäßig wässern muss. Da wäre es doch praktisch, wenn man einfach den Wasserschlauch anschließt und das Feld bewässern kann. Ist es Dir nicht möglich das Beet bei einer Wasserquelle anzulegen, dann muss diese eben zum Beet hinkommen.

Beispielsweise könntest Du mit einigen günstigen Kunststoffrohren eine Leitung verlegen. Das hört sich nach viel Aufwand an, ist es auch, allerdings musst DU diese Leitung nur einmal machen. Eine schwere Gießkanne hingegen mehrmals am Tag.

Gemüsebeet mit einem Pflanzplan

Bereits am Anfang erwähnten wir die Mischkultur und den Fruchtwechsel. Na, weißt Du noch worum es sich dabei handelt? Sehr gut, denn wir wollen jetzt einmal in die Details gehen, denn dabei kann man viele Kleinigkeiten beachten, um das absolute Maximum aus dem Beet zu ziehen. Dabei spreche ich nicht nur vom Ernteerfolg. Auch dem Ökosystem des Bodens tut es gut, wenn man Ahnung von der Pflanzreihenfolge hat.

Der optimale Weg ist eine Mischkultur mit einer 3-Jahres-Fruchtwechselfolge. Bedeutet also das man im ersten Jahr mit sogenannten Starkzehrern beginnt, danach auf Mittelzehrer setzt und im dritten Jahr auf Schwachzehrer. Typische Merkmale kann man nicht ausmachen, sondern einfach nur eine Liste mit den üblichsten Gemüsesorten aufrufen.

Zu den Starkzehrern zählen:

  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Grünkohl
  • Gurke
  • Kartoffeln
  • Kohlrabi
  • Rotkohl
  • Sellerie
  • Tomaten

Beliebte Mittelzehrer wären:

  • Boretsch
  • Chicorée
  • Fenchel
  • Möhren
  • Petersilie
  • Rote Beete
  • Schwarzwurzel
  • Spinat
  • Steckrübe
  • Zwiebeln

Und zu guter letzt die Schwachzehrer:

  • Basilikum
  • Bohnenkraut
  • Erbsen
  • Feldsalat
  • Gartenkresse
  • Linsen
  • Majoran
  • Meerrettich
  • Stangenbohnen

Standorttreue Gemüsesorten

Zwischen den zehrenden Gemüsesorten gibt es auch Kulturen, welche für mehrere Jahre an einem Standort verweilen können. Man muss diese also nicht nach dem Fruchtwechsel-Prinzip versetzen. Das birgt natürlich besonders wenig Aufwand, da man das Gemüse einfach wachsen lassen kann.

  • Beerensträucher
  • Erdbeeren (heiß umstritten)
  • Melisse
  • Rhabarber
  • Rosmarin
  • Spargel
  • Thymian

Arten von Gemüsebeeten

Denkt man an ein Gemüsebeet, dann ist meistens das klassische Bodenbeet die Vorstellung. Natürlich bietet das viele Vorteile, da Nährstoffe und auch Wasser für die Kulturen auf lange Zeit verfügbar sind. Allerdings ist die Bearbeitung teilweise schwierig, da man sich viel Bücken muss. Für den Rücken ist das kein freundliches Arbeiten.

Doch es gibt noch zwei weitere Beet-Arten, welche unter anderem rückenfreundliches Arbeiten ermöglichen.

Das Hügelbeet

Das Hügelbeet ist eine interessante Option, wenn es in Deinem Garten wenig Wind. Im Kern ist der Hügel mit Gestrüpp ausgestopft. Darüber kommt eine Schicht mit Rasenziegeln, etwas Laub und darüber wiederum Kompost oder Stallmist. Mit diesen komponenten kannst Du eine nahrhafte Grundfläche schaffen, auf der Deine Gemüsekulturen sehr gut anwachsen.

Die Grundfläche kann hier etwas großzügiger gestaltet werden: etwa 5 Meter lang und zirka 1,50 Meter breit. Bei der Ausrichtung solltest Du auch hier auf Nord-Süd achten, damit alle Pflanzen gleichmäßig viel Sonnenlicht abbekommen.

Das Hügelbeet erlaubt Dir rückenfreundlich an die Pflanzen heranzukommen. Außerdem wird das Hügelinnere sehr gut durchlüftet, zum einen durch die erhöhte Lage und die grobe innere Struktur. Damit verhinderst Du Staunässe und Fäulnis, wenn die Wurzeln zu lange im Wasser stehen. Zusätzlich bietet das Beet eine sinnvolle Verwertung von Pflanzenresten.

Allerdings gibt es auch einige kleine Nachteile. Ein Hügelbeet muss öfters gegossen werden, da die Pflanzen nicht an die Ressourcen der tieferen Bodenschichten gelangen. Somit ist beispielsweise der Wasserspeicher nicht zugänglich. Desweiteren nisten sich Wühlmäuse gerne in dem Gestrüpp ein und können sich ungehindert an dem Gemüse bedienen.

Das Hochbeet

Hochbeet befüllen - so gehen Sie vor.
Hochbeet befüllen – so gehen Sie vor.

Das Hochbeet ist dem Hügelbeet relativ ähnlich, zumindest was die Schichtung betrifft. Hinzukommt eine erhöhte Fassung, welche meist aus langlebigem und robusten Hölzern zusammengebaut wird. Beispielsweise ist Lärchen-, Eichen-. Oder Robinienholz ideal geeignet für Hochbeete. Zudem fügt sich der natürlich Holz-Look perfekt in den Garten ein und wirkt nicht störend.

Um das Holz auch von innen heraus zu schützen, solltest Du vor dem Befüllen mit Laub, Kompost und Erde eine Noppenfolie anbringen. Das ist Schutz vor Feuchtigkeit und verhindert den Prozess der Verrottung. Zusätzlich kann am Boden ein engmaschiges Gitter oder Hohllockziegel verbaut werden, was Wühlmäuse abhält.

Die Beschichtung erfolgt einfach wie bei einem Hügelbeet. Allerdings kommt hier die Besonderheit, dass sich die Schichten mit Zeit absetzen und dementsprechend etwas Absinken. Nach einer Ernte kann natürlich problemlos nachgefüllt werden.

Größen-technisch empfehlen wir eine Höhe zwischen 70 und 90 Zentimeter. Damit ist der Rücken ausreichend entlastet und Du kommst bequem an alles heran. Breite und Länge sind ganz Dir überlassen, da lediglich der Holzzuschnitt die Beschränkung darstellt. Der Aufbau dauert dann zwar etwas länger als bei den beiden vorherigen Varianten, allerdings ist das Hochbeet langlebig und benötigt kaum weitere Pflege.

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