Bauernorchidee – Planzen, Pflege und Blüte
Die Bauernorchidee (Schizanthus) ist eine farbenfrohe und filigrane Pflanze, die sich ideal für naturnahe Gärten, Balkone und Terrassen eignet. Trotz ihres Namens ist sie nicht mit echten Orchideen verwandt, sondern gehört zu den Nachtschattengewächsen. Ursprünglich in den chilenischen Hochgebirgen beheimatet, hat sie sich weltweit verbreitet und begeistert mit ihren symmetrischen Blüten. Ihre Blütenpracht zieht nicht nur bewundernde Blicke auf sich, sondern auch zahlreiche Bestäuber. Um das volle Potenzial der Pflanze auszuschöpfen, sind der richtige Standort, eine durchlässige Erde und regelmäßige Pflege essenziell. Dieser Artikel liefert wertvolle Tipps zur Pflege, Standortwahl und Vermehrung der Bauernorchidee, damit sie in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon prächtig gedeiht.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Das Wichtigste in Kürze:
- 2 Sortenvielfalt der Bauernorchidee: Die schönsten Varianten für Garten & Balkon
- 3 Häufige Pflegefehler & Lösungen
- 4 Krankheiten & Schädlinge bei der Bauernorchidee
- 5 Vermehrung der Bauernorchidee durch Samen
- 6 Bauernorchideen im Vergleich zu anderen Balkonblumen
- 7 Fazit:
- 8 Häufig gestellte Fragen zu Bauernorchideen
- 9 Ist die Bauernorchidee winterfest oder winterhart?
- 10 Wie kann ich meine Bauernorchideen pflegen?
- 11 Wie oft blühen Bauernorchideen?
- 12 Sind Bauernorchideen giftig?
- 13 Wie schneide ich Bauernorchideen zurück?
Das Wichtigste in Kürze:
- Aussehen & Herkunft: Schizanthus ist kein echtes Orchideengewächs, sondern gehört zur Familie der Nachtschattengewächse.
- Standort & Boden: Halbschattige, geschützte Plätze mit gut durchlässiger Erde und Kompost sind ideal.
- Pflege: Regelmäßiges Gießen ohne Staunässe, hohe Luftfeuchtigkeit und gezielte Düngung sind wichtig.
- Blüte & Rückschnitt: Lange Blütezeit von Frühling bis Herbst, Rückschnitt fördert neues Wachstum.
- Winterhärte & Giftigkeit: Nicht winterhart und leicht giftig – daher Vorsicht bei Kindern und Haustieren.
Die Blüten der Bauernorchidee bestehen aus zwei Hälften, die exakt gleich geformt sind und daher zygomorph sind. In der Mitte befindet sich die Symmetrieebene, die durch die Blüte verläuft. Dadurch heben sich Spaltblumen von anderen Nachtschattengewächsen ab. Die Symmetrie ist auch der Grund dafür, dass die Bauernorchideen als Balkonpflanzen und Zierpflanzen im Garten so beliebt sind, weil der Mensch symmetrische Gebilde bevorzugt.
Bauernorchideen bevorzugen geschützte Standorte im Halbschatten, aber auch ein sonniger Platz ist möglich. Damit sie gut gedeihen und prächtig blühen, sollten sie in eine gut durchlässige Erde gepflanzt werden, die mit Komposterde oder Stallmist angereichert ist. Wenn Bauernorchideen als Zimmerpflanzen oder Balkonpflanzen in einem Gefäß kultiviert werden, empfiehlt es sich, Balkonblumen- oder Einheitserde zu verwenden. Die Spaltblumen vertragen keine Staunässe und dürfen niemals im Wasser stehen.
Nach den letzten Frösten im Mai wird die Bauernorchidee ins Freiland gepflanzt. Im Beet ist ein Pflanzabstand von etwa 20 Zentimetern einzuhalten. In einem Kübel oder Topf können Sie die Bauernorchideen tagsüber schon im März und April nach draußen setzen, wenn Sie die Pflanzen über Nacht wieder ins Haus holen. Besonders schön wirken Spaltblumen, wenn sie von blühenden Hecken und Sträuchern umgeben sind. Deshalb sind Deutzien und Weigelien als Pflanznachbarn gut geeignet. Darüber hinaus kommen auch Schleifenblumen, Kapkörbchen, Levkojen, Männertreu und Margeriten als Partner für Bauernorchideen in Frage.
Bezüglich der Wasserversorgung hat die Bauernorchidee etwas höhere Ansprüche, denn ihr Wasserbedarf ist hoch. Die Erde der Bauernorchidee darf niemals komplett austrocknen. Staunässe schadet der Pflanze aber ebenfalls, weshalb bei Bauernorchideen im Topf oder in der Schale unbedingt ein Abzugsloch im Boden notwendig ist. Aufgrund ihrer zahlreichen Blüten ist der Energiebedarf der Pflanze erhöht.
Sortenvielfalt der Bauernorchidee: Die schönsten Varianten für Garten & Balkon
Die Bauernorchidee (Schizanthus) begeistert mit ihren farbenprächtigen Blüten, doch es gibt zahlreiche Sorten mit unterschiedlichen Wachstumsformen und Farbvariationen. Besonders beliebt ist die Schizanthus × wisetonensis, eine Hybridform mit violetten, pinken und weißen Blüten, die besonders lange blüht. Die Wildform Schizanthus pinnatus zeichnet sich durch fein gefiederte Blätter und eine etwas kompaktere Wuchsform aus. Wer kräftige, leuchtende Farben bevorzugt, sollte zur Schizanthus grahamii greifen, die rote, orange und gelbe Blüten mit kontrastreichen Mustern bildet.
Ein weiteres Highlight ist die Zwergsorte Schizanthus „Angel Wings“, die mit einer Höhe von nur 25 cm ideal für Balkonkästen und kleinere Töpfe geeignet ist. Sie benötigt weniger Pflege und kann sogar im Innenbereich gedeihen. Wer es besonders exotisch mag, kann die Schizanthus hookeri, eine seltene, großblütige Variante mit pastellfarbenen Blüten, kultivieren. Die Vielfalt der Schizanthus-Sorten macht die Bauernorchidee zu einer vielseitigen Wahl für alle, die Farbe und Eleganz in ihren Garten bringen möchten.
Pflegekalender für Bauernorchideen
Monat | Maßnahme | Details |
---|---|---|
Februar | Aussaat | In Anzuchtschalen, 18–20 °C |
März | Keimlinge pikieren | Jungpflanzen in größere Töpfe setzen |
April | Erste Düngung | Flüssigdünger alle 2 Wochen |
Mai | Auspflanzen ins Freiland | Nach den letzten Frösten |
Juni | Rückschnitt | Verblühte Pflanzenteile entfernen |
Juli | Regelmäßiges Gießen | Erde leicht feucht halten |
August | Zweite Blüte fördern | Düngen & Rückschnitt |
September | Letzte Blühphase | Gießen reduzieren |
Oktober | Entsorgung oder Überwinterung | Nicht winterhart, Alternativen prüfen |
Häufige Pflegefehler & Lösungen
Trotz ihrer filigranen Erscheinung ist die Bauernorchidee eine robuste Pflanze – vorausgesetzt, sie wird richtig gepflegt. Ein häufiger Fehler ist unzureichendes oder falsches Gießen. Da die Pflanze einen hohen Wasserbedarf hat, aber keine Staunässe verträgt, sollte immer sichergestellt werden, dass überschüssiges Wasser gut abfließen kann. Ein weiterer Fehler ist ein falscher Standort. Bauernorchideen mögen es halbschattig, direkte Mittagssonne kann zu Verbrennungen an den Blättern führen. Auch das Düngen wird oft vernachlässigt – ohne regelmäßige Nährstoffzufuhr entwickeln sich weniger Blüten. Zudem sollten Hobbygärtner nach der ersten Blüte im Juni einen kräftigen Rückschnitt vornehmen, um die Bildung neuer Blüten anzuregen.
Krankheiten & Schädlinge bei der Bauernorchidee
Wie viele Nachtschattengewächse ist die Bauernorchidee anfällig für Pilzkrankheiten, insbesondere Wurzelfäule und Mehltau. Wurzelfäule tritt auf, wenn die Pflanze zu lange in nasser Erde steht. Um dies zu vermeiden, sollten gut durchlässige Substrate und Pflanzgefäße mit Abflusslöchern verwendet werden. Ein weiteres Problem kann Mehltau sein, der sich durch einen weißen, pulverigen Belag auf den Blättern äußert. In diesem Fall hilft eine Behandlung mit einem biologischen Fungizid oder einer Mischung aus Wasser und Milch (1:9). Auch Schädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben können vorkommen, insbesondere bei trockener Luft im Innenbereich. Eine regelmäßige Kontrolle der Blätter und gegebenenfalls eine Dusche mit lauwarmem Wasser oder ein Einsatz von Neemöl können helfen, Schädlingsbefall frühzeitig zu bekämpfen.
Vermehrung der Bauernorchidee durch Samen
Da die Bauernorchidee nicht winterhart ist, lohnt sich eine Vermehrung durch Aussaat. Die Samen sollten ab Februar in einer Anzuchtschale mit lockerer Erde ausgesät und leicht mit Substrat bedeckt werden. Die Keimung erfolgt nach etwa zwei bis drei Wochen bei einer Temperatur von 18–20 °C. Wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit, daher empfiehlt es sich, die Anzuchtschale mit einer Folie oder einem Mini-Gewächshaus abzudecken. Sobald die Jungpflanzen kräftig genug sind, können sie in einzelne Töpfe oder ins Beet gepflanzt werden. Damit die Bauernorchidee bereits im Mai blüht, kann man sie im Haus vorziehen und nach den letzten Frösten ins Freiland setzen.
Bauernorchideen im Vergleich zu anderen Balkonblumen
Viele Hobbygärtner fragen sich, ob die Bauernorchidee die richtige Wahl für den Balkon ist. Im Vergleich zu klassischen Balkonblumen wie Petunien, Geranien oder Fuchsien hat die Bauernorchidee den Vorteil, dass sie länger blüht und weniger anfällig für Schädlinge ist. Allerdings ist sie nicht so hitzeresistent wie Petunien und benötigt häufiger Wasser. Ein Vorteil gegenüber Geranien ist, dass sie keine harten, verholzten Stängel bildet und damit auch in kleineren Gefäßen üppig wächst. Im Gegensatz zu Fuchsien ist sie weniger schattenverträglich, blüht aber farbenfroher und benötigt weniger Rückschnitt.
Zusammenfassend eignet sich die Bauernorchidee besonders für Gärtner, die eine außergewöhnliche, bienenfreundliche Balkonblume suchen, die mit ihrer symmetrischen Blütenform beeindruckt und eine lange Blütezeit bietet.
Fazit:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bauernorchidee eine äußerst attraktive und unkomplizierte Pflanze ist, die in vielen Gärten und auf Terrassen und Balkonen zu finden ist. Mit ihren filigranen Blüten und der wilden Optik ist sie eine echte Augenweide und trägt auch zum Schutz der Bienen bei. Um die Bauernorchidee erfolgreich zu pflegen, sollte man einen geschützten Standort im Halbschatten wählen, eine gut durchlässige Erde verwenden und regelmäßig gießen und düngen. Außerdem sollte man die Pflanze nach der ersten Blüte schneiden und verblühte Pflanzenteile entfernen, um die Bildung neuer Blüten zu fördern.
Die Vermehrung erfolgt am besten durch Aussaat und die Pflanze ist leider nicht winterhart, weshalb sie im Herbst entsorgt werden muss. Trotz ihrer Giftigkeit und der gelegentlichen Anfälligkeit für Pilzkrankheiten und Wurzelfäule ist die Bauernorchidee eine robuste und pflegeleichte Pflanze, die sowohl für erfahrene als auch unerfahrene Hobbygärtner geeignet ist.
Häufig gestellte Fragen zu Bauernorchideen
Ist die Bauernorchidee winterfest oder winterhart?
Sind Bauernorchideen winterhart? Aufgrund ihrer natürlichen Anpassung an kalte Temperaturen können sie Temperaturen von bis zu -7 °C tolerieren, solange keine lang anhaltende Frostperiode vorliegt.
Wie kann ich meine Bauernorchideen pflegen?
Bauernorchideen benötigen viel Energie für ihre beeindruckende Blüte. Daher wird empfohlen, sie alle zwei Wochen mit handelsüblichem Balkonblumendünger zu düngen. Nach der ersten Blühphase im Mai sollten die Pflanzen stark zurückgeschnitten und anschließend ausreichend mit Wasser und Dünger versorgt werden.
Wie oft blühen Bauernorchideen?
Bauernorchideen haben eine lange Blütezeit von Frühling bis spätem Sommer. Die erste Blütezeit endet im Juni und danach entwickeln sich normalerweise weniger Blüten, es sei denn, die Pflanze wird kräftig zurückgeschnitten.
Sind Bauernorchideen giftig?
Ja, Bauernorchideen sind giftig und sollten daher von Kindern und Haustieren ferngehalten werden. Sie erhielten ihren Namen aufgrund ihrer filigranen Blüten, die denen einiger Orchideenarten ähneln.
Wie schneide ich Bauernorchideen zurück?
Nach der ersten Blühphase sollten Bauernorchideen um etwa ein Drittel zurückgeschnitten werden, um neue Seitentriebe und damit mehr Blüten zu treiben. Es ist auch wichtig, regelmäßig das Verblühte zu entfernen, um den Blütennachschub zu fördern.