Unkrautvernichter selber machen – Mit einigen simplen Hausmitteln
Unkraut im Garten ist ein leidiges Problem – doch muss man gleich zur Chemiekeule greifen? Viele Hobbygärtner bevorzugen natürliche Methoden, um unerwünschtes Grün effektiv und umweltfreundlich zu beseitigen. Essig, Salz und Brennnesseljauche sind beliebte Hausmittel, doch nicht überall erlaubt. Die richtige Anwendung ist entscheidend, um Pflanzen und Umwelt zu schützen. Zudem gibt es rechtliche Fallstricke: Ist die Nutzung auf Pflasterwegen erlaubt? Welche Alternativen gibt es? In diesem Artikel erfahren Sie, welche natürlichen Unkrautvernichter wirklich funktionieren, wie man sie herstellt und anwendet – und was gesetzlich erlaubt ist.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Welche Hausmittel Unkrautvernichtungsmittel gibt es heute?
- 3 Unkrautvernichtung mit Salz
- 4 Unkrautvernichtung mit Essig
- 5 Unkrautvernichtung mit Essig und Salz verboten oder erlaubt?
- 6 Warum macht es Sinn Unkrautvernichter selbst herzustellen?
- 7 An welchen Stellen ist es verboten den selbstgemachten Unkrautvernichter anzuwenden?
- 8 Welche Alternativen gibt es zur DIY-Unkrautbekämpfung?
Das Wichtigste in Kürze
✅ Natürliche Alternativen: Essig, Salz und Brennnesseljauche als Unkrautvernichter.
✅ Rechtliche Einschränkungen: Auf versiegelten Flächen (z. B. Gehwegen) verboten.
✅ Wirksamkeit: Essig und Salz entziehen Pflanzen Feuchtigkeit, Brennnesseljauche unterdrückt Wachstum.
✅ Umweltschutz: Übermäßiger Einsatz kann Böden versalzen oder das Grundwasser belasten.
✅ Beste Anwendung: Zwei Anwendungen pro Jahr reichen aus, um Unkraut umweltfreundlich zu kontrollieren.
Unkraut mit erlaubten Mitteln besiegen oder doch lieber per Hand bekämpfen?
Natürlich könnte man jetzt ein jedes Unkraut per Hand entfernen, diese Vorgehensweise ist aber extrem zeitaufwändig und keinesfalls ein Erfolgsrezept, denn bleibt die eine oder andere Wurzel im Boden, steht man alsbald wieder vor dem gleichen Problem.
Jetzt stellt sich so mancher Grundbesitzer die Frage, ob er nicht doch chemische Unkrautvernichtungsmittel einsetzen soll oder es nicht doch besser erst einmal mit einem erfolgsversprechenden Hausmittel versucht das Unkraut loszuwerden. Gerade an Grundstücksgrenzen, sowie auf Wegen scheinen die unschönen Pflanzen schließlich immer in Mengen aufzutauchen und sorgen stetig neu für ein ungepflegtes Gesamtbild.
Wobei Sie aber wissen sollten, dass Sie auch selbst hergestellte Unkrautvernichtungsmittel nur einsetzen dürfen, wenn diese Flächen weder gepflastert, noch versiegelt sind. Genauer gesagt, dürfen Sie lediglich Trampelpfade, festgetretene Wege, sowie Gärten mit Ihrem Mittel bearbeiten.
Jeder Hauseigentümer oder Gartenbesitzer hat bestimmt schon davon gehört, dass jemand seinen Garten mittels Brennnesseljauche, Essig oder Salz unkrautfrei bekommen hat. Fragt da ein Hobbygärtner etwas genauer nach der Rezeptur dieses erfolgsversprechenden Mittels, herrscht meist schweigen, denn genaue Angaben kann kaum noch jemand dazu machen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie soll man dann einen Unkrautvernichter selber machen?
Welche Hausmittel Unkrautvernichtungsmittel gibt es heute?
- Unkrautvernichtungsmittel mit Brennnesseljauche
- Unkrautvernichtung mit Unkrautbrenner (Gerät)
- Unkrautvernichter selber machen mit Essig und Salz (Achtung, rechtliche Seite beachten! Siehe weiter unten)
Zugelassene Unkrautvernichter online kaufen:
- Nicht bienengefährliches, anwendungsfertiges Kontaktherbizid mit sichtbaren Effekt bereits nach 1 Stunde
- Zur Unkrautbekämpfung unter Zier- und Obstgehölzen sowie auf Wegen und Plätzen mit Holzgewächsen (gilt nicht für versiegelte Flächen)
- Finalsan UnkrautFrei Plus beseitigt schnell und wochenlang Unkräuter und Gräser. Das Herbizid wirkt sogar gegen Problemunkräuter wie Ackerschachtelhalm, Giersch, Moos und Algen – ganz ohne Glyphosat
- 2fach-Wirkung - Eine Fettsäure, wie sie auch in der Natur vorkommt, zerstört die Zellwände der Pflanzen und sorgt für die Sofortwirkung. Der Wachstumsregulator verhindert die Zellteilung in den Wurzeln und verhindert so den Neuaustrieb wochenlang
Unkrautvernichtung mit Salz

Sehr einfach anzuwenden und in jedem Haushalt vorhanden: Salz. Entweder als Speisesalz oder Streusalz. Bitte beachten Sie, beim Einsetzen von Unkrautvernichter aus Salz, unsere rechtlichen Hinweise weiter unten.
Chemisch gesehen ist das normale hausgebräuchliche Salz Natriumchlorid – NaCl. Im Haushalt liegt es als Speisesalz oder auch als Streusalz vor. Streusalz ist hier sicher die preisgünstigere Variante um die Unkrautplage zu bekämpfen.
Anleitung Unkrautvernichtungsmittel mit Salz herstellen und anwenden:
- 500g Salz werden in 2 l Wasser eingerührt (entspricht 2,5kg Salz in 10 l Wasser).
- Das Rühren wird so lange fortgesetzt, bis das Salz vollständig aufgelöst ist.
- Die fertige Salzlösung am einfachsten mit einer Gießkanne über die Unkrautpflanzen gießen.
Schon nach kurzer Zeit sterben die Unkrautpflanzen ab. Achten Sie darauf, dass Sie mit dem Salz Unkrautvernichter keine Nutzpflanzen treffen, denn auch diese würden dann natürlich sterben. Ein Sicherheitsabstand sollte deshalb immer eingehalten werden.
Zur Bekämpfung von Unkraut mit Salz benötigt man eine hochkonzentrierte Salzlösung, um überhaupt eine Wirkung zu erzielen. Durch das Salz wird dann aus den Blättern das Wasser gezogen und das Unkraut stirbt ab. Allerdings kann sich das Salz im Boden anreichern und diesen dann für einige Pflanzen unbrauchbar machen. So mögen zB Erdbeeren oder auch Rhododendron keine salzhaltigen Böden.
Auf versiegelten Flächen wie gepflasterten Wegen, Terrassen etc. ist dies verboten, da die Salzlösung nicht direkt in den Boden versickern kann und so in die Kanalisation geraten könnte.
Unkrautvernichtung mit Essig

Bitte beachten Sie, beim Einsetzen von Unkrautvernichter aus Essig, unsere rechtlichen Hinweise weiter unten.
Ähnlich wie bei der Salzlösung ist auch die Unkrautvernichtung mit Essig (meist Branntweinessig oder Weinessig) sehr einfach. Haushaltsüblicher Essig, der eigentlich eine Essigsäure mit einem Gehalt von 5 % – 6 % ist, ist ebenfalls in fast jedem Haushalt vorhanden und das Essig Unkrautvernichtungsmittel kann deshalb schnell und unkompliziert hergestellt werden.
Anleitung Unkrautvernichtungsmittel mit Essig herstellen und anwenden:
- 100ml Haushaltsessig werden mit 300ml Wasser gemischt.
- Die Essiglösung wird in eine Sprühflasche gefüllt.
- Die Essiglösung wird nun direkt auf die Unkrautpflanzen gesprüht.
Auch hier muss man natürlich auf den gebührenden Abstand zu den Nutzpflanzen achten und auch die Verbote für versiegelte Flächen gelten (siehe Salzlösung).
Unkrautvernichtung mit Essig und Salz verboten oder erlaubt?

Ob man in seinem Hausgarten oder Schrebergarten einen selbstgemachten Unkrautvernichter aus Essig und Salz einsetzen darf, ist durchaus umstritten. Die Landwirtschaftskammern der Länder sind der Meinung nein, und berufen sich hiermit auf das Pflanzenschutzgesetz (§ 12 Absatz 2 PflSchG). Zum Beispiel macht das Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) in einer Pressemitteilung darauf aufmerksam.
Quelle: Pressemitteilung Landwirtschaftskammer Niedersachsen: https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/7/nav/1095/article/35785.html
Demnach dürfen Pflanzenschutzmittel nicht auf Nichtkulturland Flächen wie zB Bürgersteigen, Wegen, Terrassen, Garagenzufahrten, Parkplätzen, Straßen und Hofflächen eingesetzt werden. Das Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer sieht es so, das Bekämpfen von Unkraut mit Essig und Salz unter den entsprechenden Paragraphen für Pflanzenschutzmittel fällt.
Allerdings hat beispielsweise das Oberlandesgericht Oldenburg dies im Jahre 2017 anders gesehen und eine positive Entscheidung zum Bekämpfen von Unkraut mit Essig gefällt.
Quelle: https://oberlandesgericht-oldenburg.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/essig-und-salz-keine-pflanzenschutzmittel-153769.html
Konkret ging es um einen Mann aus Brake, der mit einer Essig-Salz-Lösung Unkraut auf seiner Garageneinfahrt und einem öffentlichen Pflasterweg vor seinem Haus bekämpft hat.
Der Bußgeldsenat des Oberlandesgerichtes Oldenburg hat dies als erlaubt eingeschätzt und eine Entscheidung des Amtsgerichtes aufgehoben. Der Bußgeldsenat sagt, weder Essig noch Salz sind Pflanzenschutzmittel und fallen deshalb nicht unter das Pflanzenschutzgesetz.
Es herrschen also zwei unterschiedliche Meinungen. Wenn sie Essig und Salz als Unkrautvernichter einsetzen möchten, sollten sie sich also darüber immer im Klaren sein. Es ist quasi eine rechtliche Grauzone. Sollte Ihnen das Landwirtschaftsamt auf die Schliche kommen, drohen Bußgelder. In diesem Fall müssten sie dann selbst dagegen klagen und könnten sich auf das Urteil des Oberlandesgerichtes Oldenburg berufen.
Wir machen hier keine Rechtsberatung, sondern haben uns nur über die bisher vorherrschende Rechtsprechung informiert und geben dies hier weiter.
Vergessen darf man auch nicht, das Essig und Salz zwar normale Lebensmittel sind. Aber wenn sie ins Grundwasser gelangen, können sie wirklich Schäden anrichten. Bevor sie also einen Unkrautvernichter aus Salz und Essig selber machen, sollten sie sich wirklich überlegen, ob das wirklich sein muss.
Das stellt der Senat klar: Ob das Einbringen von Essig und Salz in das Grundwasser nach anderen Gesetzen strafbar oder ordnungswidrig sein kann, wurde nicht verhandelt. Denn dazu fehlte es im konkreten Fall an ausreichenden Feststellungen.
Unkrautvernichter selber machen mit Brennnesseljauche:
Brennnesseljauche hingegen zählt zu den natürlichsten Unkrautvernichtungsmitteln und ist außerdem rein biologisch. Schon seit Jahrzehnten setzen Hobbygärtner dieses Mittel gegen Unkräuter ein und vernichten so die ungeliebten Besucher in ihren Gärten.
Wobei man vielleicht erwähnen sollte, dass die Brennnesseljauche wirklich furchtbar riecht. Möchten Sie diesen Geruch gar nicht erst in die Nase bekommen, können Sie die Brennnesseljauche mittels Urgesteinsmehl einigermaßen neutralisieren. Zumal auch dieses ganz natürlich ist, so dass keinerlei Chemie bei diesem selbstgemachten Unkrautnichter zum Einsatz kommt. Ihre Gartengestaltung bleibt weiterhin absolut biologisch.

Um dieses Unkrautvernichtungsmittel herstellen zu können, benötigen Sie natürlich Brennnessel. Diesen finden Sie an Wegen, Feldern, Wiesen und Co zu Genüge. Zumal auch die Brennnessel eigentlich eine Unkrautpflanze ist. Sie bekämpfen somit mit einem Unkraut das Unkraut.
Rezeptur eines selbst gemachten Unkrautvernichters mit Brennnessel:
Sammeln Sie zuerst ausreichend Brennnesselpflanzen für Ihr selbst hergestelltes Unkrautvernichtungsmittel. Bevor Sie die Pflanzen ausreißen, ziehen Sie besser Gartenhandschuhe an und schützen Sie auch Ihre Handgelenke, denn diese Pflanze trägt ihren Namen schließlich nicht umsonst. Ein gefüllter, gelber Sack voll sollte es da schon sein.
Anschließend gilt es die Brennnesseln klein zu schneiden und in einen Eimer zu geben. Füllen Sie diesen etwa Dreiviertel voll und geben Sie dann Wasser auf die Pflanzen bis der Eimer voll ist. Um den üblen Geruch zu neutralisieren können jetzt 500 Gramm Urgesteinsmehl hinzugeben. Mischen Sie anschließend alles gut durch.
Sind diese Arbeitsschritte zur Herstellung der Brennnesseljauche erledigt, heißt es erst einmal, Warten, denn diese Mischung muss gären. Kommt es keiner Schaumbildung mehr ist dieser Gärungsprozess beendet. In der Regel dauert es etwa 14 Tage bis die Brennnesseljauche fertiggestellt ist, so dass diese dann erstmalig zum Einsatz kommen kann.
Unkrautvernichtungsmittel mit Brennnesseln richtig anwenden:
Die selbst produzierte Brennnesseljauche wird allerdings nicht hochkonzentriert verwendet, sondern vorab erst noch verdünnt. Geben Sie dafür einfach ein Liter Brennnesseljauche in eine zehn Liter Gießkanne und füllen Sie diese dann mit Wasser auf. Jetzt rühren Sie das Ganze noch um und können das biologische Unkrautvernichtungsmittel nun direkt auf die zu vernichtenden Unkräuter gießen.
Warum macht es Sinn Unkrautvernichter selbst herzustellen?
Es ist nicht immer gleich zwingend erforderlich chemische Substanzen einzusetzen, wenn es um die Vernichtung von Unkrautpflanzen geht. Zudem eignet sich das Selbermachen von Unkrautvernichtungsmitteln auch hervorragend, wenn eine schnelle Lösung an den Wochenenden gesucht wird, da die Geschäfte bereits geschlossen haben.
So mancher Hobbygärtner nutzt auch lieber selbst hergestellte Unkrautvernichter, da er gerne genau wissen möchte was er da verwendet. Vor allem die Brennnesseljauche schont wirklich die Umwelt und baut sich biologisch einfach ab. Gleiches gilt für die Salz-, wie Essiglösung, denn auch hier schadet der selbstgemachte Unkrautvernichter nicht die Umwelt. Wobei auch hier immer gilt, dass die Dosis das Gift macht.
Das heißt, Sie sollten die selbstgemachten Mittel nicht zu oft gegen Ihre Unkrautpflanzen einsetzen. Öfter als zweimal im Jahr sollten diese nicht für einen unkrautfreien Garten sorgen. Es ist empfehlenswert, solche Mittel einmal im Frühjahr und einmal im Herbst anzuwenden.
Ein übermäßiger Einsatz hingegen sorgt ebenso für eine Übersäuerung des Erdreichs, wobei diese Lösungen natürlich ebenfalls ins Grundwasser gelangen. Auch die Salzlösung, Essiglösung, wie Brennnesseljauche sollte somit nicht alle paar Monate gegen das Unkraut eingesetzt werden.
An welchen Stellen ist es verboten den selbstgemachten Unkrautvernichter anzuwenden?
Der Einsatz von Hausmitteln zur Unkrautvernichtung ist gesetzlich nicht überall gestattet. Das Pflanzenschutzgesetz (§ 12 Absatz 2 PflSchG) verbietet die Anwendung von Essig- und Salzlösungen auf versiegelten Flächen wie Bürgersteigen, Hofeinfahrten oder Terrassen. Grund dafür ist die Gefahr, dass die Lösungen in die Kanalisation gelangen und die Wasserqualität beeinträchtigen. Auch wenn das Oberlandesgericht Oldenburg 2017 ein Urteil fällte, das Essig und Salz nicht als Pflanzenschutzmittel einstuft, ist die Nutzung auf nicht versiegelten Flächen weiterhin umstritten. Empfohlene Alternative: Brennnesseljauche oder mechanische Entfernung durch Unkrautbrenner.
Welche Alternativen gibt es zur DIY-Unkrautbekämpfung?
Wer auf Hausmittel verzichten möchte, kann auf mechanische und biologische Methoden zurückgreifen. Unkrautbrenner sind eine sichere und legale Methode zur Bekämpfung von Unkraut auf Gehwegen und Einfahrten. Sie arbeiten mit heißer Luft oder Gasflammen, um Unkraut innerhalb von Sekunden zu zerstören. Mulchen ist eine weitere effektive Strategie: Eine Schicht aus Rindenmulch oder Holzschnitzeln unterdrückt Unkrautwachstum, indem sie Licht und Sauerstoff entzieht. Auch Bodenbedecker-Pflanzen wie Efeu oder Bodendeckerrosen können helfen, Unkraut natürlich zu verdrängen.
Da frage ich mich wirklich, warum der Winterdienst Hunderte von TONNEN Salz auf die (versiegelten!) Straßen aufbringen darf … Und der kleine Hobbygärtner zur Kasse gebeten wird!?
Siehe aktuelle Urteil Oberlandesgericht Düsseldorf – Essig znd Salz dürfen angwendet werden. Sicherlich sollte man das mit seinem Gewissen und seiner persönlichen Einstellung zur Natur und „Unkräutern“ vereinbaren